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Behm zur Choren-Ansiedlung in Schwedt: „Zentrale, industrielle Anlagen pervertieren die Biomassenutzung“
Pressemitteilung vom 19.12.2007


Anlässlich der Ankündigung des sächsischen Unternehmens Choren in Schwedt/Oder eine erste große Raffinerie zur Herstellung von Biomasse-Treibstoffen (Sundiesel) anzusiedeln sagt die brandenburgische Bundestagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Cornelia Behm:

„Solche zentralen, industriellen Anlagen pervertieren die Biomassenutzung. Das hat mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit rein gar nichts mehr zu tun. Zentrale Großanlagen widersprechen der Zielsetzung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes und ziehen massive Probleme nach sich. Es stellt sich insbesondere eine Frage: Wo sollen die gewaltigen Mengen an Biomasse herkommen? Alle in der Region großflächig angebaute Biomasse ist bereits verteilt.

In Schwedt gibt es schon ein Biodieselwerk und eine Bioethanolanlage. Seit diesem Jahr wird die Bioethanolanlage in Kurzarbeit gefahren, weil die Rohstoffverteuerung und Absatzprobleme die Produktion gefährden. In der Region entsteht außerdem in Penkun (Uckermark) ein riesiger Biogaspark eines Großinvestors mit bis zu 40 Biogasanlagen mit einer Leistung von je 500 Kilowatt. Allein diese Anlagen benötigen gewaltige Mengen an Rohstoffen, die die Region bei weitem nicht bereitstellen kann.

Ich erwarte von der brandenburgischen Landesregierung, dass sie keinen Cent Fördermittel für solche Anlagen mehr ausgibt! Die mehrfach gescheiterte Großprojekte-Strategie des Landes Brandenburg muss ein für alle mal ein Ende haben!

Ich möchte in diesem Zusammenhang an die 30 Millionen Förderung für die Schwedter Bioethanolanlage erinnern. Sie wurde nach Vorlage eines Betriebskonzepts gewährt, das vorsah in erster Linie einheimischen Roggen zu verarbeiten. Zukünftig sollen dort aber nach Aussagen der Geschäftsführung statt Roggen nur noch Zuckerrübensirup und brasilianisches Rohethanol als Ausgangsstoffe weiterverarbeitet werden. Diese müssen weite Wege bis nach Schwedt zurücklegen, da bleibt die Nachhaltigkeit auf der Strecke.“

Büro Cornelia Behm, MdB Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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