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Großbauer öffnet seine Bücher
Pressemitteilung vom 19.12.2007


Über den Großagrarier Klaus Griepentrog, Chef der Griepentrog KG in Steinhagen bei Bützow hatte die LANDPOST (in Nr.46 vom 17.11.07) schon berichtet. Wir bezogen uns dabei auf einen ideologisch triefenden Artikel in der Bauernzeitung 39/07 über Klaus Griepentrog, Mitglied des Vorstandes des LPG-Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, langjähriger Vorsitzender der Berufsgenossenschaft Berlin. Der frühere LPG-Chef ist heute Privateigentümer der Griepentrog KG mit 65 Landarbeitern. „Er, seine Mitarbeiter, seine im Unternehmen beschäftigte Frau und seine zwei Söhne sind ständig bemüht, den Betrieb weiter zu entwickeln.“ Ein Familienbetrieb also in der Lesart der LPG-Nachfolger. Es wurde da auch ein Sohn zitiert, Andy: „Wenn ich sehe, wie sich einige Berufskollegen von morgens bis abends abmühen, ohne Urlaub und gar nichts, dann würde ich mir schon reiflich überlegen, ob ich weiterhin Landwirt sein möchte.“

Griepentrog gab der Ostseezeitung ein Interview mit Fototermin mit großem Tamtam: „Ich veranstalte das Theater nur, um zu zeigen, was passiert, wenn die Europäische Union (EU) den großen Agrarbetrieben die Zuschüsse kürzt“, sagte der frühere LPG-Chef. Er teilte die Beschäftigten in zwei Gruppen auf und lies sie aufstellen: in die, die bleiben können, und in die, die er entlassen müßte, wenn EU-Agrarkommissarin Marian Fischer Boel die angekündigten Subventionskürzungen durchsetzt. Für die Bewirtschaftung von 1500 Hektar Acker, 400 Hektar Wiese und für 1300 Milchkühe erhält Griepentrog genau 928.948 Euro pro Jahr, so die OZ.

Ca. 300.000 Euro würde der Betrieb einbüßen, wenn die angekündigten Kürzungen der EU wahr würden. „22 Leute müssten dann gehen“, hat der einstige LPG-Vorsitzende ausgerechnet. „Das ist einfach irreführend“, so VDL-Präsident Dieter Tanneberger. „Denn mit dem Geld, das die Großbetriebe ohne Not erhalten, wird vielfach erst deren Rationalisierung bezahlt. Statt Arbeitsplätze zu schaffen investieren sie und technisieren sie die Betriebe und schaffen damit Arbeitsplätze ab. In der ostdeutschen Landwirtschaft arbeiteten immer weniger Menschen. Heute sind es lt. Agrarbericht gerade noch 115.000 – 24 Prozent weniger als 2002, und das trotz hoher Subventionen.“

Bei EU-Kommissarin Fischer Boel hat der Rote Baron einen Termin vereinbart. Griepentrog zur OZ: „Hoffentlich kommt nichts dazwischen.“

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