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Verbesserung der Unternehmensergebnisse 2004
Haupterwerbsbetriebe steigern Einkommen von 25.400 Euro auf 34.600 Euro
Pressemitteilung vom 15.12.2005


Die Einkommen der deutschen Bauern sind im vergangenen Wirtschaftsjahr 2004/05 deutlich gestiegen. „Das durchschnittliche Unternehmensergebnis der Haupterwerbsbetriebe stieg von 25.400 Euro auf 34.600 Euro”, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, vergangene Woche in Berlin.

Umgerechnet auf eine Arbeitskraft, ergebe sich ein monatliches Brutto-Einkommen von durchschnittlich 2.000 Euro. Die höheren Erzeugerpreise für Schweine und Rinder und die besonders gute Ernte 2004 trugen zur Verbesserung der Unternehmensergebnisse bei. Im laufenden Wirtschaftsjahr 2005/06 rechnet Sonnleitner allerdings wieder mit einem kräftigen Minus beim Einkommen der Landwirte.

Auch Ökobetriebe mit gutem Umsatz
Der Bauernpräsident forderte Bürokratieabbau und politische Planungssicherheit. Die hohen Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutzstandards einer gesellschaftlich gewünschten nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland und Europa müßten in entsprechenden politischen Rahmenbedingungen der nationalen Agrarpolitik, der EU und bei den WTO-Verhandlungen ihren Niederschlag finden.

Vor allem die schweinehaltenden Betriebe haben im vergangenen Jahr sehr gute Ergebnisse erzielt. „Nach zwei katastrophalen Vorjahren stieg das Unternehmensergebnis von 17.800 auf 61.600 Euro”, sagte Sonnleitner. Auch die Ökobetriebe verbesserten ihr Unternehmensergebnis.

Sie kommen jetzt im Schnitt auf 36.700 Euro und haben sich damit ähnlich positiv entwickelt wie der Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe. Weinbaubetriebe verbesserten ihr Jahresergebnis von 38.000 auf 41.000 Euro. Obst- und Gemüsebauern fuhren dagegen ein deutlich schlechteres Einkommen ein. Es ging von 49.400 Euro auf 26.400 Euro zurück.

2005 wieder weniger Einkommen
Ein besseres Unternehmensergebnis erzielten auch die Milchviehbetriebe. Es stieg von 25.100 Euro auf 31.300 Euro. „Dies ist vor allem auf die Einführung der EU-Ausgleichszahlungen bei Milch ab dem Jahr 2004 zurückzuführen und auf die gestiegenen Rindfleischerzeugerpreise”, sagte Sonnleitner.

Die Ausgleichszahlungen liegen im Schnitt bei 3.100 Euro. Der durchschnittliche Milchpreis blieb dagegen nahezu unverändert.

Die bessere Erlössituation wurde von vielen Bauern zunächst zur Verringerung ihrer Schulden genutzt. Die Bruttoinvestitionen schraubten sie dagegen im dritten Jahr in Folge weiter zurück. „Zwar wurde erstmals seit drei Jahren wieder Eigenkapital gebildet, doch reicht dies nicht aus, um den Rückstand der letzten Jahre aufzuholen”, sagte Sonnleitner.

Hauptgrund für den Rückgang bei den Einkommen, den der Bauernverband im laufenden Wirtschaftsjahr erwartet, „sind die stark gestiegenen Kosten für Treibstoffe, Energie und Düngemittel”, sagte der Bauernpräsident. Außerdem fiel die Ernte 2005 deutlich geringer aus, und auch die Erzeugerpreise für tierische Produkte sinken. Sonnleitner sagte, er befürchte, „daß die Entwicklung des Wirtschaftsjahres 2004/05 nur ein Zwischenhoch war”.

Zufrieden mit Seehofer
Der Bauernpräsident rechnet nicht mit einem Ergebnis auf der in der kommenden Woche beginnenden WTO-Konferenz in Hongkong. „Ich habe den Eindruck, daß Länder wie Brasilien, Australien und Neuseeland mit ihren extremen Positionen zur Landwirtschaft diese nur als Vorwand nutzen, um keine Konzessionen bei Industriezöllen und Dienstleistungen machen zu müssen”, sagte Sonnleitner.

Zufrieden zeigte sich der Bauernpräsident mit den ersten Kontakten zum neuen Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU). Er sprach von einer „neuen Gesprächskultur, die guttut und hoffen läßt”. Sonnleitner lobte auch die Maßnahmen, mit denen Seehofer den Handel mit verdorbenem Fleisch bekämpfen will.

Sein Verband sei immer dafür gewesen, daß „die, die sich gegen Verbraucher versündigen und kriminell handeln, mit einem Berufsverbot belegt werden”. Er unterstützte auch Seehofers Plan, künftig die Namen derjenigen zu nennen, die mit Gammelfleisch handeln. Das sei die beste Prävention. „Die Namensnennung fürchten alle wie der Teufel das Weihwasser”, sagte Sonnleitner.

Null Toleranz gegen schwarze Schafe
Mit Seehofers Zehn-Punkte-Plan gegen den Handel mit verdorbenem Fleisch befaßte sich am Mittwoch auch das Bundeskabinett. Seehofer will unter anderem die Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Lebensmittelkontrolle verbessern. Außerdem soll die Meldepflicht ausgeweitet und die Transporte von Fleisch besser dokumentiert werden.

Gegen schwarze Schafe müsse es „null Toleranz” geben, sagte Seehofer. Er wies aber auch darauf hin, daß es sich um Einzelfälle handele. „Wir haben keine Anzeichen für mafiose Strukturen”, sagte er. An diesem Donnerstag will der Minister mit Vertretern der Fleischwirtschaft über die Skandale sprechen. Dabei soll es auch um eine bessere Selbstkontrolle der Branche gehen.

Quelle: DBV-Pressedienst sowie dpa/dpaweb

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