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Eine Stasi-Karriere
Der Altkanzler als Aufsichtsrat und die Stasi-Akte des deutschen Pipeline-Chefs Matthias Warnig, der mit ihm bei Putins Gazprom im Vorstand arbeitet
Pressemitteilung vom 15.12.2005


Der Genosse Warnig,1989 34 Jahre alt, hatte in den 80igern in einer der wichtigsten Abteilungen der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) des MfS gearbeitet. Er wurde noch 1989 von Mielke ob seiner "umsichtigen und initiativreichen Tätigkeit und hoher Einsatzbereitschaft" persönlich belobigt. Nun aber im neuen Deutschland erklimmt er mit Altkanzler Gerhard Schröder eine neue Karrierestufe: Er soll Vorstandschef des deutsch-russischen Konsortiums Nordeuropäische Gas-Pipeline (NEGP) werden - kontrolliert von einem Aufsichtsrat unter dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Mit Befehl Nr. K 3158 vom 7. Oktober 1989 war an Hauptmann Warnig die "Medaille für treue Dienste in der Nationalen Volksarmee in Gold" verliehen worden. Der Befehl trägt die Unterschrift von Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit der DDR. Warnig kannte sich in der Energiewirtschaft der DDR bestens aus. Seine Decknamen stehen als "Ökonom" und "Arthur", bei der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in der Sira-Datenbank. Sie ist 71 Seiten stark. Als im Winter 1987 in der DDR teilweise das Licht ausging lieferte Experte Warnig "Analysen zum Betreiben von Braunkohlekraftwerken unter extremen Witterungsbedingungen". Aus dem Westen holte er im April 1987 einen Forschungsbericht des Kernforschungszentrums in Jülich und Programme der Bundesregierung zu Biotechnologie sowie technologische Dokumente zur "Energiegewinnung durch Pyrolyse". 1987 lieferte "Arthur" gar komplette Dokumente eines Seminars hochrangiger westdeutscher Wirtschaftsführer auf Schloß Gracht bei Erftstadt. Der "Wall Street Journal" berichtete, das der künftige Vorstandschef des deutsch-russischen Konsortiums ab 1988 in Düsseldorf als „Resident“ (eine Art Regierungsvertreter der DDR) gearbeitet haben soll. "Arthur" wurde bei Mielke als "Residentur 1, BRD“ geführt. Ansonsten wäre es ihm wohl auch unmöglich gewesen die Vielzahl seiner „Lieferungen“ verdachtslos über die Grenze zu realisieren. So lieferte er auch Bohrmaschinenzeichnungen der Firma Hilti Deutschland, Berichte des TÜV Rheinland und Analysen aus dem Chemieanlagenbau. Im November 1988 lieferte er streng vertrauliches Material über "Schnellschlußschieber in Kernkraftwerken" der Kraftwerksunion (KWU) nach Ost-Berlin, die die Stasi sogleich dem Kernkraftwerk "Bruno Leuschner" in Greifswald zur Verfügung stellte. Heute leitet Warnig für die Dresdner Bank deren Rußland-Geschäft. Schon am 24. März 1987 lieferte er vertrauliche Informationen aus einem Gespräch mit der Dresdner Bank über die „Cocom-Bestimmungen“ des RGW.

Kurz vor der Wende soll Warnig nach Dresden zurückbeordert worden sein, um mit dem KGB zu kooperieren. Gerüchte wollen Kontakte zu „Moskaus Mann in Dresden“, Wladimir Putin, wissen. Nun also als Vorstandschef des deutsch-russischen Konsortiums Nordeuropäische Gas-Pipeline (NEGP) mit Sitz in Zug, dem schweizerischen Steuerparadies und unter Aufsicht von Gerhard Schröder.

Quelle: Eigenbericht nach Unterlagen der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen

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