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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
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    09526 Dittmansdorf
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Die Unrechtsfrist
FAZ vom 10.12.2001, von Klaus-Peter Krause
Pressemitteilung vom 13.12.2001


Zu denen, die von Kommunisten und einstiger DDR geschädigt worden sind, gehören auch viele ehemalige LPG-Mitglieder. Sie sind teils alteingesessene, teils heimatvertriebene Bauern oder aber frühere Landarbeiter, wobei Vertriebene und Arbeiter gleich nach dem Krieg eine Bauernstelle erhalten hatten. Doch schon einige Jahre später hat die DDR sie zwangskollektiviert. Höfe, Land, Vieh, Maschinen und sonstiges Inventar mussten sie in die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) einbringen. Ebenso ihre Arbeitskraft. Man degradierte die zuvor Selbständigen zu bloßen Landarbeitern der „roten Barone“. Die Zwangskollektivierung machte die Genossenschaften zu riesigen Agrarkombinaten, die die einstige Größe der privaten Güter weit übertraf. Nach dem Untergang der DDR 1990 versuchten zu viele dieser Barone und ihrer Paladine, die einst Zwangskollektivierten (oder deren Erben) um deren wirklichen Anteil am LPG-Vermögen zu bringen und sich selbst durch Bilanzfälschung, Vermögensverschiebung und andere Rechtsverstöße daran zu bereichern. Tausende ihrer Opfer haben es noch immer nicht geschafft, ihre Ansprüche rechtlich geltend zu machen. Würde das Landwirtschaftsanpassungsgesetz, das diese Ansprüche sichert, am Jahresende wirklich auslaufen und nicht verlängert, könnten die unrechtmäßig Bereicherten dieses Silvester Sektkorken besonders teurer Marken knallen lassen.

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