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Unermüdlicher Kämpfer
Geburtstag: Klaus Peter Krause, Journalist und Streiter für den Rechtsstaat, wird siebzig
Von Kurt Reumann
Pressemitteilung vom 15.12.2006


Wer erfahren möchte, was marktwirtschaftliche Ordnungspolitik bedeutet, braucht nur Zeitungsartikel und Bücher von Klaus Peter Krause zu lesen. Wie wenige versteht es der Jubilar, der an diesem am 01.12.2006 70 Jahre alt geworden ist, Aktuelles mit Grundsätzlichem zu verbinden und in einer klaren, manchmal schonungslosen Sprache zu veranschaulichen. Obwohl Krause seine besten Jahre in Frankfurt am Main verlebte, hat er den Norddeutschen nie verleugnet, und seine Kollegen von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wußten nicht, ob sie seine Bodenständigkeit oder seine Hartnäckigkeit, seinen Mut oder seine Bescheidenheit mehr bewundern sollten.

Am 1. Dezember 1936 in Rostock geboren und in Bützow, Neustrelitz und Schwerin aufgewachsen, ist der Sohn eines Rechtsanwalts 1945 nach Lübeck verschlagen worden, wo seine Familie an einer Brauerei beteiligt ist. Das Abitur hat er 1957 am Lübecker „Katharineum“ abgelegt, das schon Thomas Mann absolviert hatte. Die humanistische Bildung und sein mitmenschliches Pflichtgefühl sollten später verhindern, daß sein Engagement für die Freiheit und den Wettbewerb den Eindruck weckte, liberale Wirtschaftspolitik erschöpfe sich in materiellem Denken und entbehre der Ethik. Nach einer kaufmännischen Lehre an einer Lübecker Brauerei studierte Krause Wirtschaftswissenschaften in Kiel und Marburg. Seit 1964 Diplomvolkswirt, promovierte er 1966 in Marburg bei Walter Hamm. Hamm ist Schüler des Gründungsherausgebers der FAZ, Erich Welter, und hat sich neben seiner Arbeit als Ordinarius für Volkswirtschaftslehre einen Namen als Leitartikler im Wirtschaftsteil der Zeitung gemacht. Typisch für Krause war, daß das Thema seiner Dissertation getreulich persönliche Erfahrungen aufgriff und kühn in die Zukunft des Wirtschaftsjournalisten und Ordnungspolitikers griff: „Wirkungen landwirtschaftlicher Marktordnungen in der EWG. Dargestellt am Beispiel des deutschen Brauereimarktes …“

Nach der Promotion trat Krause unter dem Einfluß seines liberal-konservativen Lehrers Hamm in die Wirtschaftsredaktion der FAZ ein, in der er, unabhängig von Lob und Tadel der Interessenverbände und Kollegen, marktwirtschaftliche Wegzeichen auch für die Agrarpolitik setzte. 1984 verfaßte er für den Kronberger Kreis die Streitschrift „Für eine neue Agrarpolitik“, die, etwas erweitert, unter dem polemischen Titel „Verordnete Verschwendung“ auch als Buch erschien. Seine unbeirrbare Prinzipienfestigkeit ist 2001 mit der Josef-Ertl-Medaille belohnt worden, einer Auszeichnung im Gedenken an den früheren Landwirtschaftsminister und FDP-Politiker Ertl, die damals zum erstenmal verliehen wurde. Ebenso unerschrocken focht Krause nach der Wiedervereinigung im Wirtschaftsteil, aber auch im politischen Teil der FAZ für die Rückgabe enteigneten Eigentums in Mitteldeutschland. Dabei hatte der gefürchtete Mahner nicht den erhofften Erfolg. Allerdings verdroß das den unermüdlichen Kämpfer nicht allzu sehr: Ihm ging es mehr um das Recht und den Einsatz für das Richtige als um das Rechtbehalten und die Wirkung.

Krause, seit 1991 als verantwortlicher Redakteur für die Wirtschaftsberichterstattung einer der profilbildenden Redakteure der FAZ, übernahm seit April 1994 zusätzlich die Aufgabe des Geschäftsführers der FAZIT-Stiftung, die die Mehrheit der Anteile der FAZ GmbH hält und mit ihrer vorbildlichen Verfassung die Unabhängigkeit des Blatts garantiert. (...)

Dr. Kurt Reumann war bis 2000 Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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