• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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Grünlandprämie
111 € ha in Sachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein/Westfalen.
Pressemitteilung vom 08.12.2004


Die neue Grünlandprämie fällt in den Bundesländern unterschiedlich hoch aus. Bei den Mutterkuhhaltern gibt es deshalb Gewinner und Verlierer der Agrarreform. Eigentlich sind die Voraussetzungen für die Mutterkuhhaltung in vielen Teilen Deutschlands günstig: Grünland, das extensiv bewirtschaftet werden kann, ist reichlich vorhanden und günstig zu pachten. Und beim Umstieg von Milch auf Mutterkühe lassen sich Altgebäude oft ohne große Umbauten weiter nutzen. Teilweise ist sogar die ganzjährige Freilandhaltung machbar. Trotzdem reichen die Erlöse aus dem Verkauf der Fresser oder Bullen allein nicht aus, um die Kosten zu decken. Ohne die Bislang gewährten Prämien könnten Landwirte mit der Mutterkuhhaltung keine Gewinne erwirtschaften. Mit der Agrarreform wird sich die Prämienstruktur allerdings grundlegend ändern. Bislang konnten die Prämien für die Mutterkuhhaltung übersichtlich „pro Kopf“ berechnet werden. So wurden 200 € pro Jahr und prämienberechtigter Mutterkuh, 210 € je verkauften Bullen, 100 € Schlachtprämie für jedes geschlachtetes Tier und jährlich 100 € Extensivierungsprämie pro Mutterkuh bei einem Viehbesatz unter 1,4 GV/ha gewährt (Sonderprogramme der Bundesländer sind hierbei noch nicht berücksichtigt.)

Einbußen bei niedrigeren Grünlandprämien
Durch die Agrarreform fällt diese „Übersichtlichkeit“ jedoch ab dem nächsten Jahr weg: Zwar bleiben die Mutterkuh- und die Bullenprämie zunächst vollständig erhalten. Beide werden aber betriebsindividuell zusammengefasst. Gleichzeitig fallen die Schlachtprämie (100 €/Tier) komplett und die halbe Extensivierungsprämie (bisher 100 €/Kuh) weg. Als „Ausgleich“ gibt es ab 2005 die neue Grünlandprämie. Diese ist aber je nach Bundesland unterschiedlich hoch und reicht von voraussichtlich 47 € ha in Hessen bis 111 € ha in Sachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein/Westfalen. Daher beeinflusst in den nächsten Jahren der Standort des Betriebes erheblich die Rentabilität der Mutterkuhhaltung. Zusätzlich wird die Flächenausstattung wichtiger: Extensiv wirtschaftende Betriebe mit vergleichsweise viel Grünland können den Verlust der Prämien zumindest auffangen. In Bundesländern mit niedrigen Grünlandprämien wie Hessen oder Mecklenburg-Vorpommern drohen den Landwirten allerdings deutliche Einbußen. Gerade die größeren Mutterkuhbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern profitierten bislang von den tierbezogenen Prämien. Die im unteren Drittel liegenden Grünlandprämien können bei den großen Herden den Verlust der Kopfprämien nicht ausgleichen.

Quelle: BVEL

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