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Adenauer-Stiftung entkräftet Vorwurf gegen Tillich
Pressemitteilung vom 04.12.2008


In der Diskussion um die politische Vergangenheit von Sachsens Ministerpräsident Tillich scheint einer der Vorwürfe nicht haltbar. Eine Auskunft der Konrad-Adenauer-Stiftung stützt die Angaben von Tillich, nach denen er die CDU-Parteischule in Burgscheidungen nicht besucht hat. Der "Spiegel" hatte über mögliche Ungereimtheiten in Tillichs Lebenslauf berichtet.

Eine Anfrage des MDR SACHSENSPIEGEL bei der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in St. Augustin stützt die Angaben von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), nach denen er die CDU-Parteischule in Burgscheidungen nicht besucht hat. "Die Prüfung ergab, dass der Name Stanislaw Tillich in keiner der Teilnehmerlisten auftaucht, die den fraglichen Zeitraum September bis Dezember 1988 abdecken", sagte Dr. Manfred Agethen, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Archiv der Adenauer Stiftung. In St. Augustin werden unter anderem die Teilnehmerlisten der früheren Parteischule der Ost-CDU in Burgscheidungen aufbewahrt.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte gemutmaßt, Tillich könnte vor seiner Ministerberufung 1999 in einer Erklärung zu seinem Lebenslauf den Besuch der Parteischule nicht angegeben haben. Ein Besuch der Parteischule der CDU in der DDR hätte nach der Wende der Berufung zum Sächsischen Staatsminister entgegenstehen können.

Geplanter Besuch der Parteischule fand offenbar nicht statt
Nach einem Ausbildungsprogramm des Rates der Stadt Kamenz "für den Kollegen Stanislaw Tillich", das die Sächsische Staatskanzlei veröffentlicht hat, hätte Tillich im Jahr 1988 die Parteischule der CDU in Burgscheidungen besuchen sollen. Gegenstand des Ausbildungsplans war auch die von Tillich bereits eingeräumte Schulung 1989 an der "Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft" in Potsdam-Babelsberg. Regierungssprecher Peter Zimmermann erklärte jedoch dem MDR SACHSENSPIEGEL, Ministerpräsident Tillich habe keine Parteischule besucht.

Als Ministerpräsident Kurt Biedenkopf im Jahr 1999 Stanislaw Tillich als Minister für Europaangelegenheiten ins sächsische Kabinett berief, musste Tillich eine Erklärung zum Lebenslauf ausfüllen. Darin wird dezidiert auch nach dem Besuch von Parteischulen gefragt. Die Sächsische Staatskanzlei lehnt eine Freigabe des Dokumentes ab. Der entsprechende Fragebogen sei Teil der Personalakte und somit vertraulich. Tillich habe die Erklärung vollständig und zutreffend beantwortet, zitiert der "Spiegel" eine Sprecherin.

Wie es dazu gekommen ist, dass Tillich, der in der DDR zum stellvertretenden Ratsvorsitzenden für Handel und Versorgung im Kreis Kamenz aufgestiegen war, wohl nur einen Teil des für ihn vorgesehenen Ausbildungsprogramms absolviert hat, wurde nicht mitgeteilt.

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