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Kunststoffe aus Zuckerrüben - Versuchsanlage mit Ruthenium in Pfinztal
Pressemitteilung vom 02.12.2005


Polyurethan und Polyester lassen sich gut und günstig aus Polyolen herstellen, die aus ein-fachen Molekülen wie Glukose, Fruktose, Saccharose und Xylose stammen. Bisher stam-men Polyole vor allem aus petrochemischen Quellen. In der Versuchsanlage zeigte sich die Wirtschaftlichkeit des neuen Verfahrens. Nun steht der Bau einer industriellen Pilotanlage in Pfinztal an, um den Weg weg vom Erdöl und hin zur Zuckerrübe zu erforschen. So könnte künftig eine Alternative der Kunststoffindustrie lauten, die den Zucker als rentable Alternative für die Plastik-Produktion entdeckt. Für die Kunststoffproduktion erschließt sich damit eine völlig neue und nachwachsende Rohstoffbasis, so das Forscherteam des Fraunhofer Insti-tuts für Chemische Technologie /ICT) und der Firma Dow Deutschland GmbH. Gefördert von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), experimentierten die Forscher in ihrer Versuchsanlage mit diversen einfachen Zuckermolekülen, von Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose) über Holzzucker (Xylose) bis hin zu Rohr- und Rübenzucker (Sac-charose). Diese einfach gebauten Kohlenhydrate wandelte die Anlage per reduktiver Hydrothermolyse in die gewünschten Polyalkohole um: In besonders behandeltem Wasser und unter Hitzeeinwirkung zerfielen die Moleküle in kleinere Einheiten. Die besten Ergebnis-se entstanden zwischen 150 und 250 Grads Celsius mit dem Element Ruthenium als Kataly-sator. Die Polyole ließen sich anschließend als Rohstoff für Polyurethane verwenden, so die Forscher. Nächstes Ziel ist der Aufbau einer Pilotanlage in größerem Maßstab. Zudem hofft das Wissenschaftlerteam, auch höhermolekulare Kohlenhydrate wie Stärke oder Zellulose mit dieser Methode zur Polyol-Quelle zu machen. Bisher zeigte die Umwandlung hier noch keine wirtschaftliche attraktive Ausbeute.

Quelle: Fraunhofer Instituts für Chemische Technologie /ICT

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