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Freier Zugang zu Pflanzengenen
Neue FAO-Konvention / Warnung vor Maul- und Klauenseuche
Pressemitteilung vom 29.11.2001


Künftig sollen alle Länder Zugang zum Vorhandenen genetischen Material von Nutzpflanzen haben. Das sieht eine neue Konvention vor, die auf der Vollversammlung der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) in Rom verabschiedet wurde. Zudem sollen die genetischen Ressourcen der verschiedenartigen Nutzpflanzen aufbewahrt werden, auch wenn sich in der Landwirtschaft selbst eine immer stärkere Vereinheitlichung abzeichnet. Für die Nutzung von Pflanzengenen wird schließlich eine Gewinnbeteiligung oder Lizenzgebühr an diejenigen Länder oder Bauern versprochen, die mit ihren Zuchtleistungen bestimmte Pflanzenarten weiterentwickelt oder gepflegt haben. Wie diese Beteiligung in der Praxis aussehen soll, wurde aber noch nicht festgelegt. Hintergrund für diese Konvention sind die bisherigen Erfahrungen mit Genimporten. Zum Beispiel wurde in den Anden eine bestimmte Pflanzenart gefunden deren Gene dazu beitrugen, Maissorten in den Vereinigten Staaten gegen bestimmte Krankheiten resistent zu machen. Gegen Kartoffelkrankheiten in Europa wurde ein widerstandsfähiges Pflanzengen in Afrika gefunden.

Jacqes Diouf, der Generaldirektor der FAO, sagte am Rande der Vollversammlung, das Risiko von Epidemien wie der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien werde mit der Globalisierung weiter steigen. Nach Erkenntnissen der FAO ist während der Jahre 1991 bis 1999 bei sieben der elf größeren Epidemien von Maul- und Klauenseuche in Europa der entsprechende Virus bei illegalen Einfuhren von Tieren oder Tierprodukten eingeschleppt worden. Zum jüngsten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien wird vermutet, dass dort Schweine Futtermittel erhielten, die mit einem aggressiven Panasiatischen Virus verseucht waren. Seit kurzem flamme die Maul- und Klauenseuche in Nordafrika auf, mit einem Virus, der sonst in Westafrika zu finden ist. Nach Ansicht des FAO-Generaldirektors kann das Risiko von Tierseuchen wie der Maul- und Klauenseuche drastisch verhindert werden, indem ein globales Informations- und Frühwarnsystem errichtet wird. Zudem müssten die Seuchen in den Ursprungsländern bekämpft und dort die Veterinärdienste gestreckt werden. Die FAO wünscht sich dabei von Industrieländern Unterstützung für die Erforschung und Konflikte der grenzschreitenden Seuchen in den Entwicklungsländern.

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