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Die Blockflöten: CDU, DBD, LDPD, NDPD
Pressemitteilung vom 27.11.2008


Die Christlich-Demokratische Union (CDU) saß, wie auch die Demokratische Bauernpartei (DBD), die Liberal-Demokratische Partei oder die National-Demokratische Partei über den „Demokratischen Block der Nationalen Front“ im Ministerrat der DDR und in den Volksvertretungen. Die Blockparteien dienten der SED als verlängerter Arm. Wer in die Blockparteien eintrat wusste, dass er die Politik der SED zu unterstützten hatte.

In den 80er Jahren arbeiteten mehr als 20.000 der etwa 120.000 CDU-Mitglieder als hauptamtliche Staatsfunktionäre, Abgeordnete oder Ehrenamtliche in den Kreisen und Bezirken. Mehr als 3000 waren Mitglieder der Räte von Bezirken und Kreisen, Oberbürgermeister und Bürgermeister.

Die Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD) wurde am 29. April 1948 in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) durch die SMAD in Schwerin gegründet. Den Auftrag zur Gründung erhielt das SED-Mitglied Ernst Goldenbaum, der ihr 1. Vorsitzender wurde und es bis 1982 blieb. Ziel war es, die Landwirte für den sogen. "Aufbau des Sozialismus" zu gewinnen. Sie war damit eine der vier Blockparteien in der DDR und propagierte in wesentlichen Punkten die SED-Linie. Zunächst gab sie vor, die Interessen der Neu-, Klein- und Mittelbauern zu vertreten, in den 1950er Jahren diente sie aber vor allem zur Durchsetzung der Kollektivierung in der Landwirtschaft der DDR.

Mit dem Bauernecho unterhielt die DBD eine eigene Tageszeitung. Unterstützt von der SED entwickelte sich die Partei bis 1951 rasch auf rd. 85.000 Mitglieder. Infolge des passiven Widerstands großer Teile der Landbevölkerung gegen die Kollektivierung stagnierte die Mitgliederzahl jedoch bis weit in die 1970er Jahre hinein. In den 1980er Jahren erstarkte die Partei – wie die anderen Blockparteien auch – organisatorisch wieder. 1984 zählte sie fast 108.000 Mitglieder. DBD-Funktionäre bezeichneten sich gern als „grüne Genossen“. Die DBD bekam in jedem Kreis eine Quote für LPG-Vorsitzende, die sie stellen durfte. Dreiviertel stellte die SED selbst.

Im Juni 1990 schloß sich die DBD mit der Ost-CDU zusammen. LDPD und NDPD gingen in der F.D.P. auf.

Durch das Aufgehen der Ost-CDU in Helmut Kohls CDU Deutschland gelang es vielen ehemaligen Funktionären der DBD, in Führungsämter auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu gelangen. So wurde der letzte DBD-Vorsitzende Ulrich Junghanns am 27. Januar 2007 zum Vorsitzenden der CDU Brandenburgs gewählt und Wirtschaftsminister in Brandenburg. Junghanns hatte noch im Sommer 1989 die Berliner Mauer als Schutzwall verteidigt.

Blockflöten-Karrieren in der CDU
Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, sagte, dass es zum Selbstverständnis der Ost-CDU gehört habe, die SED zu stützen. Sie sei erstaunt, wenn heute nachträglich der Eindruck vermittelt werde, die CDU sei eine „verkappte Opposition“ gewesen.

Insbesondere für die Entwicklung der Landwirtschaft nach 1990 war die Rolle der Blockflöten von CDU und DBD bei LPG-Vermögensverschiebung und Umwandlungsbetrug besonders verhängnisvoll, so VDL-Präsident Dieter Tanneberger.

Als Minister und Abgeordnete in den neuen Bundesländern hätten die Landwirtschaftsminister Jähnichen (Sachsen), Sklenar (Thüringen) und Wernicke (Sachsen-Anhalt) bei der Benachteiligung der Wiedereinrichter und der Förderung der LPG-Nachfolger eine unrühmliche Rolle gespielt.

Die sächsischen Blockflöten MdB Peter Jahr, MdL Andreas Heinz oder gar Lutz Göbel, (Sprecher im Europa-Parlament) spielen bis heute den LPG/DBV-Funktionären der Couleur Kliem und Vogel die schönsten Flötentöne auf.

1990 waren lt. Abgeordneten-Vita über 70 Prozent der CDU-Mandatsträger im sächsischen Landtag Mitglieder der Blockpartei. Heute ist seit Arnold Vaatz kein einziger aus der Bürgerbewegung mehr Minister und fast keiner ist noch Abgeordneter – nur noch Blockflöten oder Wessis, so Tanneberger.

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