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Tillich war kein Pförtner
Pressemitteilung vom 27.11.2008


Der Spiegel (48/2008) kritisiert, daß nahezu alle offiziellen Lebensläufe Tillichs die irreführende Formulierung enthielten: er habe vor der Wende eine "Tätigkeit in der Kreisverwaltung Kamenz" ausgeübt. Schon der Terminus sei zumindest ungenau, weil es sich nun mal um den "Rat des Kreises Kamenz" gehandelt habe und dort ja auch Pförtner, Fahrer und Gärtner angestellt waren. Es mache eben einen Unterschied, ob jemand dem Rat direkt angehörte. Als die Menschen im Herbst 1989 auf die Straße gingen, protestieren gegen das verhaßte Regime: die SED-Kreisleitung, die Stasi-Kreisverwaltung und den Rat des Kreises. „Es ist einzig der Besonnenheit der Bürgerbewegten zu verdanken, dass die Ratsmitglieder seinerzeit körperlich unversehrt die Revolution überstanden. Dass es aus einer aus diesem Kreis eines Tages ins höchste Amt eines gesamtdeutschen Bundeslandes schaffen würde, hätte die Vorstellungskraft der Demonstranten mit Sicherheit überschritten“, so Spiegel online. Fest steht für den Spiegel auch: „Tillich war nun doch 1989 bei einem umstrittenen Lehrgang für Marxismus/Leninismus an der Akademie für Staat und Recht der DDR; er hatte offizielle Kontakte zur Staatssicherheit; er diente in einem Grenzkommando. (...) „Unsichere Kantonisten zog das DDR-Regime niemals zum Grenzdienst heran. Die Fluchtgefahr wäre viel zu groß gewesen. Schon bei der Musterung war es möglich, den Dienst an der Grenze auszuschließen. Ganz abgesehen von der Möglichkeit, den Dienst an der Waffe ganz zu verweigern. Viele Glaubensbrüder von Tillich sind diesen unbequemen Weg gegangen. Nicht mal in der DDR wurde man dafür eingesperrt. Doch Karriere machten die Bausoldaten in der DDR nicht mehr.“

Innenminister Albrecht Butolo: „Nur einfaches Mitglied der Kampfgruppe“
Nach Tillich hat sich auch der sächsische Innenminister Albrecht Butolo, der seit 1979 der CDU angehört, schriftlich zu seiner DDR-Vergangenheit geäußert. Es sei lange bekannt, dass er von 1973 bis etwa 1978 „einfaches Mitglied der Kampfgruppe ohne jede Funktion“ gewesen sei. Er habe darin die Möglichkeit gesehen, dem Reservedienst in der Nationalen Volksarmee zu entgehen. Gemeinsam mit seiner Frau sei er in die CDU eingetreten, weil seine Frau sonst beruflich Nachteile als Lehrerin hätte befürchten müssen.

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