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Hessen: Friedhelm Schneider folgt Heinz Christian Bär als Präsident
Nur 92 von 175 Stimmen oder 52,5 Prozent fielen auf Schneider
Pressemitteilung vom 24.11.2006


Hessens neuer Bauern-Präsident Friedhelm Schneider will für die Landwirte neue Märkte in Deutschland und im Ausland erschließen. Es gehe darum, die Zukunft seines Berufsstands zu sichern und die Infrastruktur auf dem Lande durch höhere Einkommen der Bauern zu stärken. „Wir sind ein Unternehmerverband, und der hat dafür zu sorgen, daß die Betriebe Gewinne machen“, sagte der aus dem Main-Kinzig-Kreis stammende Schneider gestern nach seiner Wahl in Schlitz.

Schneider spricht sich zum einen dafür aus, Getreide als erneuerbare Energiequelle zu nutzen und das Korn zu verbrennen. Früher hätten die Bauern ein Drittel des verfügbaren Getreides etwa an Pferde verfüttert, die landwirtschaftliches Gerät gezogen hätten, bevor Betriebe auf Dieselfahrzeuge umgestellt worden seien. Dieses Drittel könne künftig eingesetzt werden, um Strom und Wärme zu erzeugen. Zweitens setzt Schneider auf eine verstärkte Direktvermarktung und die Pensionspferdehaltung in Gegenden mit hoher Kaufkraft und entsprechender Kundschaft.

„Milchmarkt in Ordnung bringen“
Zudem bestehe die Möglichkeit, Milch und veredelte Milchprodukte verstärkt zu exportieren. „Wenn die Möglichkeit dazu besteht, dürfen wir als Hessen dem nicht verschließen.“ Nachfrage bestehe: Die Hochwald-Nahrungsmittel-Werke hätten zuletzt 36 Prozent ihrer Einnahmen über den Export erzielt und mitgeteilt, daß der Markt noch nicht abgedeckt sei. Wie er sagte, rechnet er für 2015 mit dem Auslaufen der europäischen Milchquote, die den Erzeugern einem Festpreis für eine bestimmte Menge Milch garantiert und zuletzt angehoben worden ist, trotz der vom Verband konstatierten Überproduktion.

Hessens Bauernverband werde sich mit den Schwesterverbänden abstimmen, ob es eines privatwirtschaftlichen Nachfolgemodells bedürfe. „Ich bin der Meinung, daß wir zusehen müssen, die Märkte in Ordnung zu bringen“, sagte Schneider. Denn von den angestrebten 40 Cent je Liter Milch seien die Bauern weit entfernt.

Selbstgestecktes Wahlziel verfehlt
Schneider vereinigte bei der Wahl 92 von 175 Stimmen auf sich, das waren 52,5 Prozent. 83 entfielen auf den Gegenkandidaten Adolf Lux. Die angestrebte Quote von „mehr als 70 Prozent“ verfehlte Schneider mithin klar. Er habe sich in den zwölf Jahren als Vize-Präsident nicht nur Freunde gemacht, sagte er.

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