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Mit Kanonen auf Spatzen
Verdacht ausgeräumt und Besamungserlaubnis wieder erteilt
Pressemitteilung vom 16.11.2006


Wegen des Verdachts des Betruges hatte die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft im September 2006 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Meißen gegen den Sächsischen Rinderzuchtverband gestellt und die Besamungserlaubnis und die Zuchtwertfeststellung für acht Zuchtbullen zurückgenommen. Es handelte sich dabei um die Bullen Jango, Jonk, Maidal, Brester, Jesco, Decent, Marius und Elroy. Für sechs davon lag eine Besamungserlaubnis vor, die ebenfalls zurückgenommen wurde. Hierbei handelt es sich um die Bullen Jango, Jonk, Maidal, Brester, Decent und Marius. Im Ergebnis der Kontrollen muß davon ausgegangen werden, dass der Sächsische Rinderzuchtverband e. G. (SRV) die Abstammungsdaten der Töchter der Zuchtbullen gezielt verändert hat, hieß es in der Strafanzeige.
Das für die bundesweite Zuchtwertschätzung beauftragte Rechenzentrum VIT (Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w. V.) in Verden unterrichtete am 23. Juni 2006 erstmalig die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, die für die Zuchtwertfeststellung in Sachsen zuständig ist, über geänderte Abstammungsdaten von Töchtern der Testbullen. Diesen Testbullentöchtern hat der SRV statt des tatsächlichen Vaters, andere Väter oder die Anmerkung „Vater unbekannt“ zugewiesen, so der Vorwurf.
Die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft überprüfte daraufhin noch lebende Töchter, bei denen Datenänderungen festgestellt wurden, auf ihre Abstammung. Bei Betriebsbesuchen hatten Mitarbeiter der Landesanstalt Gewebeproben der Töchter zur DNA-Analyse genommen und die Besamungsunterlagen der Mütter geprüft. Im Ergebnis mußte festgestellt werden, dass die Änderungen überwiegend nicht nachvollziehbar seien und die Daten sich daher nicht für eine Zuchtwertfeststellung eignen. Der SRV wurde durch die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft aufgefordert, die durchgeführten Änderungen rückgängig zu machen und den Nachweis über die erfolgte Datenkorrektur zu erbringen.

Verdacht ausgeräumt und Besamungserlaubnis wieder erteilt
Nun wurde dem Sächsischen Rinderzuchtverband die Besamungserlaubnis für die Bullen Brester, Decent, Jango, Jonk, Maidal und Marius wieder erteilt. Am 15.9.2006 hatte die Landesanstalt für Landwirtschaft die Zuchtwertfeststellung und die Besamungserlaubnis dieser Bullen zurückgenommen. Ursache waren nicht nachvollziehbare Abstammungsänderungen beim Sächsischen Rinderzuchtverband. Die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft veranlasste darauf hin eine umfassende Korrektur der Daten, in die umfangreiche Abstammungsüberprüfungen durch den Sächsischen Rinderzuchtverband eingeflossen sind.
Die korrigierten Daten wurden durch die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft geprüft und bestätigt. Sie waren Grundlage für einen zusätzlichen bundesweiten Zuchtwertschätzlauf, dessen Ergebnisse am 10.11.2006 von den zuständigen Stellen der Länder förmlich festgestellt und veröffentlicht wurden, heißt es in der neuen Pressemitteilung.
Die verunsicherten Züchter fragen sich nun aber, warum die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft mit Kanonen auf Spatzen schießt und den renommierten Rinderzuchtverband in so einen Verruf bringen mußte.

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