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Neuheiten auf der 11. Agritechnica
Zielgruppe zeigt sich an Großmaschinen mit kyrillischer Beschriftung
Kolchosnachfolger: Chefs oft mit deutschen Namen auf riesigen Flächen
Pressemitteilung vom 17.11.2005


In Hannover präsentierte sich die 11. Agritechnica als Börse der Neuheiten und mit weltweitem Anspruch: 1503 Aussteller aus 34 Ländern zeigten ihre agrartechnischen Innovationen, darunter auch Anbieter aus China. Für die Landmaschinenbauer liegt ab einer gewissen Größenordnung die Zukunft offensichtlich ausschließlich in Osteuropa. Selbst für LPG-Nachfolger dürfte es teilweise eine Nummer zu groß sein. In Osteuropa wirtschaften Kolchosnachfolger zunehmend unter deutscher Regie und mit deutschen Namen auf riesigen landwirtschaftlichen Betrieben. Welche Zielgruppe gesucht wird zeigt sich an Großmaschinen mit kyrillischer Beschriftung: Russland und Ukraine.

Fendt Vario und John Deere errangen Gold
Von Bodenbearbeitung, Düngung, Aussaat, Pflanzenschutz, Ernte, bis zu den erneuerbaren Energien – alle Sparten waren vertreten: vom neu konzipierten Traktor bis zur graphischen Erweiterung einer Schlagkartei. Drei Goldmedaillen und 25 Silbermedaillen wurden verliehen. Zwei der Goldmedaillen fielen auf Traktoren, eine auf den Fendt Vario 936. Er wurde weltweit erstmals als Standardtraktor für 60 km/h vorgestellt, mit einer Motorleistung von 265 kW (360 PS), natürlich auch mit exelender Ausstattung im Sicherheitspaket von Fahrwerk, Federung und Bremsanlage. Auch die Ingenieure von John Deere errangen Gold. Mit der Traktorenreihe 8030 haben sie nicht nur die Geräuschemissionen gesenkt und die Abgaswerte für die von 2006 an gültige Norm TIER IIIa realisiert, sie haben auch eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs um 5 % erreicht. Umgerechnet auf 1200 Betriebstunden im Jahr, könnten 3000 l eingespart werden. Das Thema Kraftstoff findet auf der Agritechnica besonderes Interesse. Erstmals stellen sich im „Zentrum Bioenergie“ die Befürworter der biogenen Treibstoffe vor. Die Landwirte aber zögern. Wer riskiert schon schwerste und teuerste Landmaschinen mit kaltgepresstem Rapsöl vom eigenen Acker anzutreiben. Einen Motorschaden auf eigene Kosten beheben zu müssen, schreckt ab.

Ferngesteuerte Motormäher mit 3.Gold
Die dritte Goldmedaille wurde an Brielmaier und Inovel Elektronik für einen vollhydraulisch ferngesteuerten Motormäher verliehen, der Hanglagen bis zu 70 Grand Neigung meistert. Bodenbearbeitungs- und Saattechnik in einer Maschineneinheit zu kombinieren ist ein weiteres Bemühen. Bei Arbeitsbreiten von bis zu 12 Metern sind aber Unebenheiten des Bodens nur mit teurer elektronischer Regelung auszugleichen, dabei sollen diese die Daten am Gerät, im Traktor und im Büro gleichzeitig abrufbar sein.

Auch bei den Düngerstreuern geht es darum, große Flächenleistung mit Präzision zu vereinen. Mechanische Bauteile wie Rührwerke, Dosierelemente und Streuscheiben werden so mit elektronischen Steuereinheiten kombiniert, daß jede Pflanze exakt die Düngermenge erhält, die sie braucht.

Mit GPS können Überlappungen bei den Überfahrten vermieden werden und selbst das Umsetzen der Maschinen am Vorgewende beeinträchtigt die Arbeitsqualität nicht mehr. Beim Pflanzenschutz konkurrieren Anbaugeräte mit Anhängegeräten und Selbstfahrern. Die Selbstfahrer nehmen zu, doch wollen Gestängebreiten von bis zu 45 Meter und Behälter mit 8000 Litern beherrscht werden.

Bei der Ernte ob bei Halmfutter, Getreide oder Hackfrüchten wird der Mensch zum begrenzenden Faktor. Selbstfahrsteuerungssysteme machen den Claas Lexion 600 zum leistungsfähigsten Mähdrescher der Welt. 9,15 Meter breit ist das Vario-Schneidwerk. Er schafft eine Tagesleistung von bis zu 500 Tonnen Getreide, eine Menge die auch erst einmal abgefahren werden will: Also doch die Ukraine!

Aus Spelle im Emsland präsentiert Krone den Grünfutterernter BiG X 1000. Auch er ein Weltmeister. Als erste Serienlandmaschine leistet der Feldhäcksler mehr als 1000 PS und setzt das 10,5 Meter breite Maisgebiss „Easy Collect 10500“ in Bewegung. Die Hackfruchternte zeigt nur Detailverbesserungen an den Kartoffel- und Rübenvollerntemaschinen.

Quelle: Privater Besucherbericht

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