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„Wenn ich einmal reich währ...“
Pressemitteilung vom 18.11.2004


Reich wie Bill Gates, arabische Emire und Sultane, zigfache Milliardäre – das sind die Träume menschlicher Existenz. Als reicher Mensch gilt wer ein Finanzvermögen von mindestens einer Million Euro hat. Sein selbstgenutztes Immobilienvermögen ist darin nicht enthalten. Als Reicher wird man aber auch leicht stigmatisiert. Nur Showstars und Sportler dürfen ihre Millionen zeigen - "Kapitalisten" aber nicht.

In Deutschland gibt es unter den Reichen auch großartige Persönlichkeiten, hervorragende Unternehmer, die tüchtig und bescheiden sind. Ihnen ist die Glamourwelt fremd. Sie haben das Format für die Allgemeinheit etwas zu tun. Manche Reiche verstecken sich.

In Deutschland soll es 756 000 Millionäre geben. Eine deutsche Großstadt wie die Finanzmetropole Frankfurt/Main hat nur 650 000 Einwohner. Also ist in Deutschland jeder 109. Einwohner Millionär!

2,916 Billionen Dollar vereinten 2003 die deutschen Millionäre auf sich - das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands betrug im vergangenen Jahr nur 2,1 Billionen Euro. Andere Reiche waren aber noch erfolgreicher als unsere Reichen. Die Millionäre der übrigen Welt sollen 28,2 Billionen Dollar besitzen.

84 Personen und Familien gelten gar als Milliardäre. Wie die WELT ermittelte, sind die reichsten Deutschen die Aldi-Brüder Karl und Theo Albrecht. Karl (Aldi Süd) wird auf 15,2 Mrd. Euro geschätzt. Sein Bruder bringt es mit dem Nord-Imperium des Discounters auf 15,1 Mrd. Euro. Karl Albrechts Vermögen hat sich 2003 um 2,1 Mrd. Euro erhöht. Umgerechnet wäre das ein Monatseinkommen von 175 Mio. Euro. Er hätte demnach ein um 63 154-faches höheres Gehalt als der Durchschnittsdeutsche es hat: nämlich 2771 Euro.

Gute Reiche gründen Stiftungen, finanzieren Museen, geben an Hilfsorganisationen Spenden und fördern Hochbegabten-Schulen. Die 15 größten privaten Stiftungen haben vergangenes Jahr 468 Mio. Euro ausgegeben, so das Bundesfinanzministerium. In den fünfziger und sechziger Jahren wurden 546 bzw. 789 neue Stiftungen errichtet, in den Neunzigern dagegen schon 3651. Allein von 2000 bis 2003 sind schon 3083 neue Stiftungen entstanden.

Macht Geld glücklich? – zumindest beruhigt es!Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin befragte Menschen mit unterschiedlichem Verdienst nach ihrer Zufriedenheit. In Haushalten, wo das monatliche Nettoeinkommen weniger als 3835 Euro beträgt, sind nur vier Prozent mit dem Leben hochzufrieden. Bei den Menschen, die jeden Monat über mehr als 5114 Euro verfügen, liegt die hohe Lebenszufriedenheit immerhin bei 12,8 Prozent. Reiche sind nach dieser Untersuchung auch gesünder und mit dem Lebensstandard natürlich sehr zufrieden.

Für viele Erben großer Vermögen scheint Reichtum aber auch eine Last zu sein. Sie sind überfordert. Der Überfluß tötet sie geistig und körperlich. Alkohol und Drogen in Villen in St. Moritz, an der Côte d'Azur, auf den Bahamas. Sie hetzen von einer Party zur anderen. Ihr Leben läuft aus wie ein poröser Schlauch.

Früher war auch Gunter Sachs ein Playboy. Dann aber studierte er Mathematik und Astrologie. Sein Familienbetrieb kam in gute Hände. Heute gibt es nur noch ganz wenige große Familienunternehmen. Die Erben streiten alles zu Grunde. Auch folgen oft Manager, die keine Beziehung mehr zum Unternehmen und den Mitarbeitern haben. Das deutsche Unternehmensrecht müßte durch eine Haftungsklausel reformiert werden. Viele Manager von der Sorte Esser und Ackermann denken nur an sich und werden kaum zur Verantwortung gezogen. Der private Unternehmer, der Verluste macht, kann alles verlieren. Manager von Karstadt, Quelle und Opel gehen mit Millionen in der Tasche ungestraft davon. Eine Gier, die es früher so nicht gab.

Es gibt aber auch gute Beispiele, wie die drei SAP-Gründer in Waldorf zeigen. Und neben den schlecht geführten Opelwerken in Bochum und Rüsselsheim gibt es auch Porsche in Leipzig und BMW in Bayern. Die Quandt-Familie hat aus BMW ein Weltunternehmen gemacht und ist bescheiden geblieben. Sie hat unendlich viel getan fürs Gemeinwohl.

Die Familienunternehmen zu erhalten, auch in der Verantwortung für die nächste Generation, sie weiterzugeben, das ist der eigentliche Antrieb in allen Familienbetrieben und das wichtigste unternehmerische Ziel unserer Zeit.

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