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DBD-Junghanns wird Wirtschaftsminister in Brandenburg
Berufung der Blockflöte der Bauernpartei durch die Schönbohm-CDU
Pressemitteilung vom 21.11.2002


Der 46-jährige Unternehmer Ulrich Junghanns(CDU) soll Nachfolger des im Zusammenhang mit einer Kreditaffäre zurückgetretenen brandenburgischen Wirtschaftsministers Wolfgang Fürniß (CDU) werden. Das gab CDU-Landeschef und Innenminister Jörg Schönbohm bekannt. Junghanns soll dem CDU-Landesvorstand offiziell vorgeschlagen werden – eher eine Formalie, da Junghanns selbst Mitglied dieses Gremiums ist. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) nannte Junghanns „Sachlich, kompetent und integrativ“. Er würde Schönbohms Personalvorschlag deshalb „sehr gerne folgen“, sagte Platzeck.
Unumstritten ist der designierte neue Minister indes nicht:

Sowohl die CDU-Mittelstandsvereinigung als auch der Landtagsabgeordnete und frühere Kulturminister Wolfgang Hackel (CDU) wandten sich gegen seine Kür. Hackel sagte: „Wenn Stasi-Junghanns Wirtschaftsminister wird, ist der totale Krieg ausgebrochen.“

Weder vor seiner Partei noch vor Journalisten konnte Hackel allerdings seine Behauptung, Junghanns habe Stasi-Kontakte gehabt, belegen. Innenminister Schönbohm betonte, Junghanns sei während seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter von 1990 bis 1998 mehrfach durch die Gauck-Behörde überprüft worden.
Der heute 46-Jährige erlernte in der DDR den Beruf eines Pferdezüchters. Er hatte an der berüchtigten DDR-Akademie für Staat und Recht in Potsdam-Babelsberg studiert, an der auch Stasi-Mitarbeiter ausgebildet wurden. Er war von der Blockpartei DBD an die SED-Kaderschmiede delegiert worden. Nur wenige aussortierte Funktionäre der Blockparteien, die sich ohne Wenn und Aber zum sozialistischen System der DDR und zur führenden Rolle der SED bekannten, kamen hier her.
Junghanns ist in Frankfurt/Oder Geschäftsführer eines Unternehmens das Verkehrsnavigationssysteme und Stauwarnanlagen herstellt. Seine mögliche Kür gilt in Potsdam auch als Ausweis für die dünne Personaldecke der CDU Jörg Schönbohms:

Dieter Tanneberger, Präsident des Verbandes Deutscher Landwirte (VDL), erinnerte an die Bundestagswahl 1998, als die Stasi-Vorwürfe gegen Junghanns die CDU veranlassten, den belasteten MdL, der seit 1990 im Bundestag saß, nicht wieder aufzustellen. Die Berufung der Blockflöte der Bauernpartei, nun sogar in ein CDU-Ministeramt, werfe ein bezeichnendes Licht auf deren geistig-moralischen Zustand und treffe insbesondere Schönbohm, der sich über das Empfinden ostdeutscher Widerständler offenbar skrupellos hinwegsetze. Solche Personalentscheidungen seien die Sargnägel für den Machtverlust der Bürgerlichen im Osten, so Tanneberger.

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