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Rentzsch gegen Sonnleitner
Molkereisaldierung spaltet Bauernverband
Pressemitteilung vom 11.11.2005


'Die Milchpreise stehen unter Druck. Deshalb bin ich dafür, dass wir die Molkereisaldierung aussetzen'. Dies sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, in einem Gespräch mit dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt Westfalen-Lippe. Sein Vizepräsident Frank Rentzsch und die ostdeutschen Milchbarone wollen den Quotenhandel auf die Region begrenzen. Einen bundesweiten Quotenhandel dürfe es nicht geben, weil sich der ostdeutsche Quotenpreis dem des Westens annähern würde. Das sieht auch VDL-Präsident Dieter Tanneberger so. „Auch die Milchbauern unter den Wiedereinrichtern wären noch weniger in der Lage zusätzliche Milchquoten zu kaufen.“

Sonnleitner begründet weiter: Weil zu viel Milch angeliefert werde, seien die derzeit ausgezahlten Milchpreise gerade für zukunftsorientierte Landwirte nicht mehr kostendeckend. Eine Möglichkeit zur Stabilisierung des Milchpreises sieht Sonnleitner darin, die Molkereisaldierung auszusetzen, die Bundessaldierung aber noch zu lassen. Dies wäre ein deutliches Signal für den Markt, zeigte sich Sonnleitner überzeugt. Als eine Maßnahme, die zur Einschränkung der Überlieferung führen kann, bezeichnete Sonnleitner als ergänzendes System das Bonus-Malus-System. Das Bonus-Malus-System müsse auf Molkereiebene vereinbart werden und könne politische Entscheidungen ergänzen. Zur Durchsetzung dieses Instrumentes müsse zunächst eine hohe Akzeptanz bei Molkereien und Milcherzeugern geschaffen werden. Daher hofft Sonnleitner auf die Unterstützung der Molkereien, die das System umsetzen müssen. Er rechnet damit, dass sich die Milchbauern in den kommenden Jahren auf größere Preisschwankungen als bisher einstellen müssen. Auch die Auszahlungsunterschiede zwischen den Molkereien werden eher noch größer werden. Seiner Einschätzung nach werde sich aber am Preis so lange nichts ändern, 'wie wir auf EU-Ebene 15 bis 20 Prozent zu viel Milch produzieren'. Der Bauernverband hat nach Aussage Sonnleitners ein klares politisches Ziel. 'Wir wollen die 1,5 prozentige Quotenerhöhung auf europäischer Ebene möglichst lange hinausschieben'. Es sei aber wenig glaubwürdig, wenn der Bauernverband zwar die 1,5 prozentige Quotenaufstockung auf europäischer Ebene verhindern wolle, gleichzeitig aber fast 1,5 Prozent national überliefert würden, erklärte Sonnleitner. Daher appellierte er an die Milchbauern, eine ähnliche Lieferdisziplin wie in Frankreich einzuhalten, wo in den vergangenen Jahren fast ständig unterliefert wurde.

Quelle: Meldung von Deutscher Bauernverband (DBV) bei Pressrelations.de

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