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Die Vertreibung begann im Paradies
Von Dietrich Ellies, Auszüge 2.Teil
Pressemitteilung vom 10.11.2005


Im 20. Jahrhundert geht die größte Zahl von Flüchtlingen, Umgesiedelten und Vertriebenen auf das Konto der totalitären Systeme

Das liberale Europa gewährte nach dem 2. Weltkrieg Millionen Wirtschaftsemigranten, die in die Sozialsysteme Frankreichs, Englands und der Niederlande einwanderten oder vor politischen Repressalien flohen, Asyl. Daß diese Einwanderung zum Problemfall Nr. 1 in Europa werden kann, zeigen nicht zuletzt die aktuellen Jugendrevolten der zugewanderten Nordafrikaner in Paris und ganz Frankreich. Hochzivilisierte Länder waren zu allen Zeiten das Traumziel der ärmeren Nachbarn, oft gelang die Assimilierung.

Im 20. Jahrhundert geht die mit Abstand größte Zahl von Flüchtlingen, Umgesiedelten und Vertriebenen auf das Konto der totalitären Systeme, insbesondere des Sozialismus. Das beginnt mit den Emigranten nach der Oktoberrevolution, setzt sich fort im Hitler-Stalin-Pakt 1940 mit der Rückführung der Deutschen aus Bessarabien "heim ins Reich". Hitler und Mussolini vereinbarten 1939 die Aussiedlung der Südtiroler mit dem Zweck der Germanisierung des Warthegaus, aus dem sie 1945 abermals vertrieben wurden. Die Banat-Schwaben deportierte Stalin 1944 über den Ural, ebenso die Wolgadeutschen, die Krimtataren, Kalmücken, Tschetschenen und Inguschen. Die Vertreibung und Umsiedlung wurde im Zweiten Weltkrieg zum System. So auch die Situation der faßt 8 Millionen sowjetischen Zwangsarbeiter, insbesondere auch der Ukrainer, die 1945 wieder frei wurden. Sie verschwanden als Hitler-Kollaborateure im stalinistischen GULAG.

Das Potsdamer Abkommen verabredete die Vertreibung der Deutschen aus Osteuropa. Sie betraf 10 bis 15 Millionen, von denen zwei Millionen die Flucht und Vertreibung nicht überlebten. In die freigewordenen Räume Schlesiens und Pommerns, Westpreußen, Süd-Ostpreußen trieb Stalin die Bewohner aus der annektierten Osthälfte Polens zur Polonisierung. Das nördliche Ostpreußen und besonders Estland wurde russifiziert. Stalin deportierte Zehntausende baltischer und deutscher Zivilisten nach Sibirien.

Dem Ungarn-Aufstand von 1956 und dem Ende des Prager Frühlings 1968 folgten Fluchtwellen in den Westen, aus der DDR flohen fast sechs Millionen in die Bundesrepublik. Bei Einmarsch der Sowjets nach Afghanistan gingen etwa fünf Millionen Flüchtlinge nach Pakistan und Iran. In ähnlichen Größenordnungen bewegen sich die Emigranten aus Nord- nach Südkorea, einschließlich der "Boat people" aus Mao-China nach Hongkong und Taiwan. Aus Laos, Kambodscha, Vietnam und Kuba flohen Hunderttausende vor den Kommunisten.

Nach dem Ende des Sozialismus in Jugoslawien entstand auch ein „patriotischer Fremdenhaß“ in den neu entstandenen Balkan-Staaten mit Massenmord und Vertreibung.

Zu allen Zeiten, in allen Regionen haben Menschen ihren Wohnsitz gewechselt. Entweder wollten sie ihre Lebensumstände verbessern, dann gingen sie freiwillig. Oder sie wichen Unannehmlichkeiten aus, die naturgegeben oder politisch bedingt waren, dann gingen sie genötigt. Sowohl bei Landnahme wie bei Vertreibung geht es um Lebensraum für die eigene Gruppe, ein Vorgang, der Parallelen in der Biologie hat und üblicherweise mit Opfern und Gewalt verbunden ist.

1948 verkündeten die Vereinten Nationen die Menschenrechte. Vertriebene sollen in die Heimat zurückzukehren dürfen. Die Realität ist eine andere. In der alten Heimat der Vertriebenen sind neue Völker „heimisch“ geworden. Die Vertriebenen hatten in der neuen Heimat schon bald wieder Wurzeln geschlagen. Nur wenige wären bereit gewesen unter der Herrschaft der russischen, polnischen oder tschechischen Kommunisten zu leben. Im Westen lebten sie bereits nach wenigen Jahren besser, als sie es in der alten Heimat hätten haben können. Heute wollen die Kinder und Enkel nur die Erinnerung an das große Vertreibungsunrecht durch ein Gedenkzentrum in Berlin gegründet sehen. Dagegen laufen Polen und Tschechen Sturm. Sie sind im neuen Europa noch nicht angekommen.

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