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Freistaat weiter Spitze bei der Milcherzeugung
Pressemitteilung vom 07.11.2008


Landwirtschaftsminister Frank Kupfer hat sich am 05.11.2008 auf dem sächsischen Milchrindtag in Köllitsch (Lkrs. Nordsachsen) bei allen Milcherzeugern und Züchtern im Freistaat bedankt. „Mit insgesamt mehr als 800.000 Tonnen Milch im ersten Halbjahr 2008 und 4227 Kilogramm pro Kuh, sind Sachsens Landwirte nicht nur die Nummer eins in Deutschland, sondern tragen auch ganz wesentlich zur Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Milchprodukten bei“, sagte Kupfer vor den rund 350 Teilnehmern in der Multifunktionshalle des Landwirtschaftlichen Fachzentrums Köllitsch.

Große Herausforderungen sieht der Minister in Zukunft auf die Branche dennoch zukommen, verspricht aber gleichzeitig Unterstützung: „Die Rahmenbedingungen der sächsischen Milchwirtschaft werden im Wesentlichen durch die EU-Politik bestimmt. Wir werden aber weiter versuchen, zum Wohle aller sächsischen Erzeuger darauf Einfluss zu nehmen.“

Die Milchquote läuft am 31. März 2015 aus, das hat die EU-Kommission in ihren Vorschlägen zum Health Check noch einmal bekräftigt. „Ziel der sächsischen Agrarpolitik ist es, die Milcherzeuger für die Zeit nach dem Wegfall der Milchquotenregelung vorzubereiten und wettbewerbsfähig zu machen. Mit den Möglichkeiten der Investitionsförderung in der Tierhaltung von bis zu 50 Prozent hat Sachsen hierfür aber beste Voraussetzungen geschaffen“, sagte Kupfer weiter.

Nach Auffassung des sächsischen Landwirtschaftsministeriums sollen keine nationalen Regelungen getroffen werden, die die Wettbewerbsposition der deutschen Milchwirtschaft einseitig beeinträchtigen. Deshalb hat der Freistaat gemeinsam mit mehreren Ländern einen Entschließungsantrag im Bundesrat gestellt, nachdem die bestehenden Regelungen zur Molkerei- und Bundessaldierung beibehalten werden. Diese sorgen dafür, dass die Überschussabgabe erst dann fällig wird, wenn die Produktionsmengen auf Molkerei- bzw. Bundesebene ausgeschöpft sind. „Die Landwirte brauchen Verlässlichkeit der Politik und das heißt im Klartext: die Einhaltung der zugesicherten Planungssicherheit“, betonte Kupfer.

Vor zwei Wochen hatte der Agrarausschuss des Bundesrates dem Antrag zugestimmt. Übermorgen (7. November 2008) will der Bundesrat über die Änderungen der Milchquotenverordnung entscheiden.

Hintergrund:
In Sachsen gibt es 1.290 milcherzeugende Betriebe mit rund 192.000 Kühen. 2007 produzierten diese insgesamt 1,587 Millionen Tonnen Milch. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes liegt Sachsen mit durchschnittlich 8.279 Kilogramm je Kuh deutschlandweit auf Platz eins, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (8.210 Kilogramm) und Brandenburg mit 8.201 Kilogramm je Kuh.

Rund 97 Prozent der Rohmilch werden in Sachsen an die Molkerein zur Weiterverarbeitung verkauft. Der Rest wird von den Landwirten verfüttert oder über Direktvermarktung abgesetzt.

Der Milchpreis ist in den vergangenen zwölf Monaten um fast 25 Prozent gefallen. Wurden im November 2007 noch durchschnittlich 44,58 Cent je Kilogramm von den Molkereien gezahlt, erhalten die Erzeuger in Sachsen heute nur noch 34,40 (September 2008) Cent für ein Kilogramm Milch.

Hierzu der VDL: Die Molkereien konnten in den jüngsten Verhandlungen nur noch einen durchschnittlichen Preis von 30 Cent je Liter durchsetzen, etwa 20 Prozent unter den Preisen aus dem Frühjahr.

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