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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
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1260 deutsche Rote und Schwarze Agrar-Barone
Pressemitteilung vom 07.11.2002


Die Europäische Kommission und hier an der Spitze Agrarkommissar Franz Fischler ist dabei, den Widerstand des Deutschen Bauernverbandes, der CDU-Agrar- und ostdeutschen LPG-Lobby aber auch gegen starke Interessengruppen in Frankreich und England, die offen und verdeckt gegen die Brüssler Umverteilungspläne im Rahmen der Midterm-Review der Agenda 2000 aufbegehren, zu brechen.

Wie aus einer Statistik hervorgeht, bezogen im Jahr 2000 etwa 5 % der Betriebe in der EU rund die Hälfte der Direktzahlungen, während jeder zweite Landwirt weniger als 2.000 € erhält. Außerdem bekamen rund 70 % der Empfänger weniger als 3.000 €. Bei der geplanten Freimarge von 5.000 € blieben diese Betriebe von der Modulation ausgespart. EU-Agrarkommissar Dr. Franz Fischler machte darauf aufmerksam, dass diese Angaben auch ein brauchbarer Anhaltspunkt für die derzeitigen Größenverhältnisse seien. Wie aus dem Dokument weiter hervorgeht, gibt es in der EU ungefähr 1890 landwirtschaftliche Betriebe, die pro Jahr mehr als 300.000 € an EU-Direktbeihilfen erhalten. Diese „Höfe“ bezogen im Jahr 2000 insgesamt rund 947 Mio. €. Allein 1260 dieser Agrarriesen befinden sich in Deutschland, vor allem in Ostdeutschland. 380 sind in Großbritanien und 130 in Spanien zu Hause. Für Italien beziffert die Kommission die Anzahl der Großempfänger auf 70, für Frankreich auf 20 sowie für Portugal auf zehn Betriebe. Rund zwei Dutzend weitere Giganten verteilen sich auf Dänemark, Irland, die Niederlande, Österreich sowie Schweden. Zu Griechenland lagen keine Informationen vor. Im Rahmen der Midterm-Review will die Brüsseler Behörde bekanntlich eine betriebliche Beihilfeobergrenze von 300.000 € zuzüglich einer Freimarge von 5.000 € für die ersten beiden sowie von 3.000 € für jede weitere Arbeitskraft einführen.

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