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Kaufwerte für Landwirtschaftsflächen in Sachsen
Pressemitteilung vom 30.10.2008


Wie das Statistische Landesamt mitteilt wurden landwirtschaftliche Flächen im Gesamtwert von rund 32,2 Millionen Euro mit einem Durchschnittspreis von 4.858 Euro je Hektar in Sachsen im Jahr 2007 veräußert.

Das sind zwar 729 Euro pro Hektar mehr als im Vorjahr, dennoch werden für landwirtschaftliche Flächen in Sachsen deutlich geringere Kaufpreise erzielt als im deutschlandweiten Durchschnitt (9.205 Euro pro Hektar).

Im Rahmen von 1.628 Verkäufen wechselten insgesamt 6.571 Hektar Acker- und Grünlandflächen den Besitzer. Durchschnittlich wurden je Kauffall vier Hektar Landwirtschaftsfläche mit einer Ertragsmesszahl (EMZ)* von 46,9 errechnet. Bei gut einem Prozent der Verkäufe wurden neben der landwirtschaftlichen Fläche auch Gebäude mit veräußert.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, wurden 43 Prozent aller Kauffälle im Direktionsbezirk Dresden, 32 Prozent im Direktionsbezirk Leipzig und 25 Prozent im Direktionsbezirk Chemnitz getätigt, wobei sehr unterschiedliche Preise erzielt worden sind. Der im Direktionsbezirk Leipzig realisierte Kaufpreis von durchschnittlich 6.160 Euro je Hektar lag deutlich über dem der beiden anderen Direktionsbezirke (Chemnitz: 4.413 Euro, Dresden: 3.729 Euro). Auf Landkreisebene wurden relativ hohe Kaufpreise je Hektar für die Landkreise Leipzig (6.909 Euro), Nordsachsen (5.567 Euro) und Meißen (5.072 Euro) erzielt. Besonders günstig waren dagegen Flächen im Landkreis Görlitz mit 2.928 Euro je Hektar zu haben. Ein enger Zusammenhang besteht dabei zwischen der EMZ und der Höhe des Kaufwertes. In der Größenklasse der EMZ „unter 30“ betrug der durchschnittlich erzielte Kaufpreis 3.009 Euro, in der Größenklasse „40 - 50“ waren es 5.014 Euro und für sehr gute Böden mit einer EMZ „über 70“ wurden im Durchschnitt 7.405 Euro ermittelt.

* Die Ertragsmesszahl gibt Auskunft über die natürliche Ertragsfähigkeit des Bodens als eine der Grundlagen für die Einheitsbewertung landwirtschaftlicher Betriebe und damit für die Grundsteuer. Sie wird auf ein Ar bezogen und erreicht Werte zwischen 0 und 100.

Pachtflächenanteil in Sachsen sinkt, Pachtpreis steigt weiter
Im Jahr 2007 waren rund 731.100 Hektar bzw. knapp 80 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) Sachsens Pachtland. Der Pachtflächenanteil verringerte sich damit innerhalb von zwei Jahren erneut (2005: 82 Prozent, 2003: 85 Prozent).

Etwa 60 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe des Freistaates bewirtschafteten fremden Grund und Boden. 17 Prozent der Agrarbetriebe nutzten ausschließlich Pachtflächen. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, lag die Durchschnittsgröße der Pachtflächen bei 147 Hektar.

Rund 83 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten eigene LF. Die durchschnittliche Größe dieser selbst bewirtschafteten Eigenfläche betrug 25,8 ha und vergrößerte sich damit gegenüber 2005 um gut einen Hektar.

Beim Pachtentgelt, welches für die Nutzung fremden Bodens durch die Landwirte zu entrichten ist, setzte sich der in den letzten Jahren erkennbare Aufwärtstrend weiter fort. Im Durchschnitt aller Flächen mussten 2007 für einen Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche 116 Euro Jahrespacht entrichtet werden, vier Euro mehr als zwei Jahre zuvor.

Innerhalb der Nutzungsarten zeigte sich folgendes Bild: Wurden im Jahre 2005 je Hektar gepachtetes Ackerland noch 123 Euro gezahlt, waren es 2007 bereits 126 Euro. Der Pachtpreis in der Nutzungsart Grünland stieg von 66 Euro im Jahr 2005 auf 72 Euro 2007.

Bei der Ermittlung des Pachtentgeltes blieben Pachtverhältnisse mit Personen, die in einem Verwandtschafts­verhältnis zum Betriebsinhaber stehen, unberücksichtigt. Wesentlichen Einfluss auf die Pachtpreishöhe haben insbesondere die Ertragsfähigkeit der Böden, die spezifische Nutzbarkeit der Flächen (z. B. Gärtnereien) oder auch die regionale Lage (z. B. ländliche/innerstädtische Gebiete).

Auch regional zeigten sich beim Vergleich der Pachtverhältnisse wesentliche Unterschiede. Der höchste Pachtflächenanteil wurde mit knapp 82 Prozent für den Regierungsbezirk Chemnitz ermittelt, während es in den anderen beiden Regierungsbezirken jeweils rund drei Prozent weniger waren. Dagegen lag die durchschnittliche Größe der Pachtflächen mit 179 ha im Regierungsbezirk Leipzig deutlich über jener der anderen beiden Regierungsbezirke (Dresden: 158 ha, Chemnitz: 119 ha). Auch der Durchschnittspachtpreis je Hektar LF lag mit 157 Euro im Regierungsbezirk Leipzig deutlich über dem Wert der anderen beiden Regierungsbezirke (Dresden: 103 Euro, Chemnitz: 96 Euro).

38 Prozent der in der Landwirtschaft Beschäftigten sind Frauen
Rund 15 550 Frauen arbeiteten 2007 in der sächsischen Landwirtschaft. Das sind immerhin 38 Prozent der in diesem Bereich tätigen Arbeitskräfte. Fast drei Viertel dieser Frauen gehörten nicht zur Familie und waren als ständige Arbeitskräfte angestellt, d.h sie stehen in einem unbefristeten oder auf mindestens drei Monate abgeschlossenen Arbeitsverhältnis zum Betrieb. Jeweils etwa 28 Prozent waren Saisonarbeitskräfte bzw. Familienarbeitskräfte.

In Sachsen werden knapp 7 100 Betriebe als landwirtschaftliche Einzelunternehmen geführt - darunter 1 290 von einer Frau. Die Einzelunternehmen beschäftigten insgesamt 12 520 Personen, von denen 4 340, also gut ein Drittel, weibliche Familienarbeitskräfte waren. Außerdem standen 1 410 ständige familienfremde weibliche Personen und 1 130 weibliche Saisonarbeitskräfte in Lohn und Brot. In den 560 Personengesellschaften waren 5 380 Arbeitskräfte tätig, darunter 38 Prozent Frauen. Von den 18 320 Arbeitskräften in den 590 Betrieben in Hand juristischer Personen waren 36 Prozent weibliche Beschäftigte.

Nahezu die Hälfte (46 Prozent) der in der Landwirtschaft beschäftigten Frauen (ohne Saisonarbeitskräfte) war zwischen 30 und 50 Jahre alt. Gut ein Drittel gehörte zur Altersgruppe 50 bis 65 Jahre. 13 Prozent waren jünger als 30 Jahre und sieben Prozent älter als 65 Jahre.

Arbeitskräfte in der sächsischen Landwirtschaft leicht rückgängig
Nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2007 arbeiteten in den 8 313 landwirtschaftlichen Betrieben Sachsens 42 274 Personen. Im Vergleich zu 2003, dem Jahr der letzten allgemein durchgeführten Erhebung, bedeutet dies einen Rückgang um zwei Prozent.

Gut 30 Prozent der Arbeitskräfte waren Familienarbeitskräfte. Im Vergleich zu 2003 nahm deren Zahl leicht zu (400 Personen). Im Gegensatz dazu verringerte sich die Zahl der familienfremden Arbeitskräfte, die mit 48 Prozent fast die Hälfte aller Beschäftigten in der Landwirtschaft ausmachen, um mehr als 1 300 Personen. Die Anzahl der nicht ständig Beschäftigten, das sind vor allem Saisonarbeitskräfte, blieb annähernd konstant. Sie besaßen einen Anteil von gut 22 Prozent an der Gesamtbeschäftigtenzahl.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, war der überwiegende Teil der Arbeitskräfte (18 235 Personen bzw. 43 Prozent) in den 587 Betrieben der Rechtsform juristische Personen (v. a. Agrargenossenschaften, GmbH) tätig. Gegenüber 2003 verringerte sich hier die Arbeitskräfte­zahl insgesamt um zwei Prozentpunkte. Davon besonders betroffen war die Zahl die ständigen Arbeitskräfte (minus 1 248 Personen), während die Anzahl nicht ständiger Arbeitskräfte stieg (853 Personen). Der Vollbeschäftigtengrad lag bei 82,9 Prozent. Je Betrieb dieser Rechtsform waren durchschnittlich 31 Personen tätig.

5 428 Personen übten eine landwirtschaftliche Tätigkeit in den 539 Personengesellschaften aus. Gegenüber 2003 nahm die Zahl der Arbeitskräfte deutlich ab (minus 1 430 Personen). Der größte Teil dieses Rückganges betraf die Saisonarbeitskräfte. Der Anteil Vollbeschäftigter in den Betrieben dieser Rechtsform betrug 73,7 Prozent. Jeder Betrieb beschäftigte durchschnittlich 10,1 Personen.

In den 7 187 landwirtschaftlichen Einzelunternehmen Sachsens arbeiteten insgesamt 18 611 Personen, 10 192 in Haupterwerbsbetrieben und 8 419 in Betrieben, die im Nebenerwerb geführt wurden. Die überwiegende Zahl der Beschäftigten in Einzelunternehmen - 12 709 Personen - waren Familienarbeitskräfte. Außerdem waren 3 289 ständig beschäftigte familienfremde Arbeitskräfte und 2 613 Saisonkräfte tätig. Nur knapp jeder dritte Beschäftigte in Betrieben dieser Rechtsform war vollbeschäftigt.

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen

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