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Angst vor Ausbreitung der Vogelgrippe
Großer Schaden für Geflügelhalter / Aufgaben der Tierärzte steigen
Pressemitteilung vom 27.10.2005


Geflügelhalter in Deutschland und Europa sind im Streß: Gänse, Enten, Puten und Hühner müssen in Ställen bleiben. Betroffen sind ca. 110 Millionen Gefiederträger und 20.000 Halter. Besonders betroffen ist Wasser- und Weidegeflügel, sind Freilandhühner und Weidemastgänse. Geflügelausstellungen sollen verboten werden. Schon begonnene Ausstellungen, wie derzeit in Hannover, wo 17.000 Rassegeflügel aller Art der Preisrichter harren, können nicht mehr abgesagt werden. Drei Amtstierärztinnen kommen ins Schwitzen, weil sie die Tausenden Tiere untersuchen müssen. Dabei kontrollierten die Veterinärinnen nicht nur die Impfpapiere der Vögel, sondern leuchteten ihnen auch mit Taschenlampen in die Augen. Schließlich zeigen an der Vogelgrippe erkrankte Tiere ähnliche Symptome wie ein grippekranker Mensch: Die Augen sind gerötet und tränen leicht.
Die Aufgaben der Tierärzte im öffentlichen Dienst sind vielfältig. Das Eindämmen von Seuchen und das Verhindern von Zoonosen (Krankheiten, die vom Tier auf den Mensch übergehen) ist nur ein Aspekt unter vielen. Im Grunde wird die gesamte Nahrungsmittelproduktion kontrolliert und überwacht. Dazu gehört die Kontrolle des lebenden Viehs ebenso wie die des Fleisches im Schlachthof oder im Kühlregal des Supermarkts. In Berlin fällt sogar die Produktionskontrolle von Brot in das Aufgabespektrum der Amtstierärzte fallen. Und nicht zuletzt der Tierschutz ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Die Überwachung der Hygienevorschriften dient nicht nur den Menschen. Auch die Tiere profitierten letztlich davon, dass staatliche Kontrollen durchgeführt werden.

Auswirkung der Stallpflicht für Bio-Landwirte
Die EU-Kommission prüft derzeit, ob Bio-Produkte auch bei der Einführung der Stallpflicht noch als Bio-Produkte deklariert werden dürfen. Anders ist das bei Freilandgeflügel. Da regelt nicht ein Gesetz aus Brüssel die Kennzeichnung, sondern es besteht eine Rechtsempfehlung, die jedes Land für sich selbst auslegen kann. Das bedeutet, hier kann das Verbraucherministerium festlegen, dass die Bezeichnung "Freilandhaltung" auch bei Einführung der Stallpflicht gilt. Allerdings, um Geflügel und deren Produkte als "Bio" bezeichnen zu dürfen, bedarf es mehr als Auslauf der Tiere im Freien. Beispielsweise haben diese Tiere auch im Stall mehr Platz als bei konventionellen Züchtungen, sie werden langsam aufgezogen, mit Biofutter gefüttert und noch viele andere Dinge mehr. Sollte Brüssel gegen "Bio" entscheiden, dann dürfen konventionell gezüchtete Tiere aus Freilandhaltung weiter als solche verkauft werden, obwohl sie im Stall leben, nur Bio-Tiere würden ihre Bezeichnung einbüßen.

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