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Wissenschaftler plädieren für Ausstieg aus der Milchquote
Pressemitteilung vom 20.10.2006


AgE. In der Milchmarktpolitik deuten die Signale immer stärker auf Quotenausstieg. In dem Entwurf einer bislang unveröffentlichten Studie für das Bundeslandwirtschaftsministerium plädiert die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) eindeutig für ein Auslaufen der Milchquotenregelung im Jahr 2015 und gegen eine Strategie der Quotenkürzung.

Die Wissenschaftler kritisieren eine mögliche Quotenkürzung als schädlich für die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Milchsektors. Sie beeinträchtige die Exportaussichten der deutschen Milchwirtschaft und wirke sich damit negativ auf die Beschäftigung in dem Sektor aus. Angesichts einer zu erwartenden weiteren Liberalisierung des Weltagrarhandels und eines sich abzeichnenden Zollabbaus hänge die Zukunft der europäischen Milcherzeugung immer stärker von deren Wettbewerbsfähigkeit ab.

Die beteiligten Einrichtungen unter Federführung des FAL-Instituts für Marktanalyse und Agrarhandelspolitik räumen zwar ein, dass die meisten Milchviehbetriebe von einer Politik der Quotenkürzung zunächst profitieren würden, weil ihre Einkommen stabilisiert würden; allerdings kehre sich dieser Vorteil für Wachstumsbetriebe schnell um, die unter hohen Quotenpreisen zu leiden hätten. Insgesamt raten die Wissenschaftler dazu, einkommenspolitische Ziele auch im Milchbereich nicht länger mit den Mitteln der Marktsteuerung zu verfolgen, sondern mit direkten Zahlungen sowie Maßnahmen zur gezielten Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Die EU wäre ihrer Einschätzung nach gut beraten, möglichst bald einen verbindlichen Ausstiegsbeschluss herbeizuführen. Dies würde zu einer Senkung der Quotenpreise führen, den Strukturwandel beschleunigen und auf lange Sicht die Wettbewerbsfähigkeit des Milchsektors erhöhen. Skeptisch sind die Wissenschaftler gegenüber einer Anschlussregelung, um das bestehende Quotenregime attraktiver zu machen. Dringend raten sie in diesem Zusammenhang von einem immer wieder diskutierten A/C-Modell ab, weil dies nach ihrer Auffassung nicht mit den Bestimmungen der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbar wäre und damit keine Realisierungschancen hätte.(...)

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