• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Fragen zur EU-Agrarreform
Pressemitteilung vom 23.10.2003


Was passiert bei Getreide?
Der Interventionspreis bleibt unverändert bei 101,31 €/t. Allerdings werden die monatlichen Zuschläge ab dem Wirtschaftsjahr 2004/5 um die Hälfte gekürzt.

Wie sehen die Änderungen beim Roggen aus?
Ab 1. Juli 2004 entfällt die Intervention bei Roggen. Deutschland als der mit Abstand größte Roggenproduzent der EU erhält von 2005 bis 2013 statt 80 % mindestens 90 % seiner Modulationsmittel zurück. Mindestens 10 %-Punkte dieser Mittel müssen für Fördermaßnahmen in den Roggen produzierenden Regionen verwendet werden. Darüber hinaus können die Mitgliedstaaten bei Roggen Direktzahlungen produktionsgekoppelt gewähren.

Auf welche Neuerungen müssen sich die Landwirte bei Eiweißpflanzen einstellen?
Die Grundprämie von 63 €/t wird entkoppelt. Die Zusatzprämie (9,5 €/t) wird in eine kulturspezifische Flächenzahlung in Höhe von 55,57 €/ha umgewandelt. Außerdem wird es eine gesonderte Garantiefläche von 1,4 Mio. ha geben.

Welche Regelungen gelten künftig für die Flächenstilllegung?
Auch in Zukunft ist eine Rotationsbrache und der Anbau nachwachsender Rohstoffe auf Stilllegungsflächen möglich. Biobetriebe sind von den Stilllegungsverpflichtungen ausgenommen.
Beim "Betriebsmodell" werden für jeden Betrieb aufgrund der Stilllegung im Referenzzeitraum 2000-2002 spezifische Zahlungsansprüche für Stilllegungsflächen festgelegt.
Beim "Regionalmodell" wird die Stilllegungsverpflichtung gleichmäßig auf alle Betriebe nach Maßgabe der Stilllegungsverpflichtung der Region verteilt.

Wie sieht es mit dem Anbau von Energiepflanzen aus?
Der Rat hat eine Energiepflanzenprämie in Höhe von 45 €/ha beschlossen, die ab 2005 EU-weit für max. 1,5 Mio. ha außerhalb der Stilllegung gezahlt werden kann. Voraussetzung ist, dass der Landwirt einen Anbauvertrag mit einem Verarbeitungsunternehmen abgeschlossen hat, es sei denn, der Landwirt verarbeitet selbst. Bis Ende 2006 wird die Kommission einen Erfahrungsbericht vorlegen und evtl. Verbesserungsvorschläge machen.

Welche Änderungen gibt es bei der Milchquote?
Die Milchquotenregelung wird bis 31. März 2015 verlängert. Die unter der Agenda 2000 beschlossenen Quotenerhöhungen finden ein Jahr später als vorgesehen, nämlich 2006/7 statt. Es wird vorerst keine zusätzlichen Quotenaufstockungen um jeweils ein Prozent in 2007/8 und 2008/9 geben. Stattdessen wird die Kommission einen Bericht vorlegen, sobald die Reform vollständig umgesetzt ist. Der Rat wird dann über weitere Maßnahmen entscheiden.

Wie sehr werden die Interventionspreise gekürzt und welchen Ausgleich gibt es dafür?
Die Milchmarktreform wird auf 2004 vorgezogen. Der Interventionspreis für Butter wird um jeweils 7 % in den Jahren 2004, 2005 und 2006 und um 4 % in 2007 gesenkt, was 10 %-Punkte mehr sind, als im Rahmen der Agenda 2000 beschlossen wurde. Der Interventionspreis für Magermilchpulver wird jeweils um 5 % in 2004, 2005 und 2006 gekürzt. Als Ausgleich erhalten die Milchviehhalter 11,81 €/t in 2004, 23,65 €/t in 2005 und 35,5 €/t ab 2006. Dieser Ausgleich kann ab 2005 teilentkoppelt werden.
Der Richtpreis für Milch wird aufgehoben.

Ändert sich etwas an den Interventionsbedingungen?
Butter wird – wie bisher – zu 90 % des Interventionspreises angekauft, wenn der Marktpreis in einem bestimmten Zeitraum unter 92 % des Interventionspreises fällt. Einschränkend kommt nunmehr hinzu, dass der Ankauf nur in der Zeit vom 1. März bis zum 31. August eines Jahres erfolgen kann und eine Höchstmenge von 70 000 t in 2004/5, 60 000 t in 2005/6, 50 000 t in 2006/7, 40 000 t in 2007/8 und 30 000 t ab 2008/9 nicht überschritten werden darf; wird mehr angeboten, kann die Kommission – bei Fortbestehen der übrigen Voraussetzungen - die Intervention im Wege der Dauerausschreibung zu dem hierdurch ermittelten Ankaufspreis fortsetzen.

Quelle: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

zurück