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Kurzmeldungen
Müllermilch erhält für das größte Milchwerk Europas über 70 Mio. Euro
Pressemitteilung vom 12.10.2006


Die allgemeinen Lebenshaltungskosten werden immer teurer, Lebensmittel aber werden laufend billiger. Die Menschen mußten früher ca. 60 Prozent ihrer Privatausgaben für Nahrungsmittel aufwenden, heute sind es nur noch 14 Prozent. Die meisten Verbraucher interessieren die ökonomischen Zusammenhänge wenig. Lediglich die günstigen Preise und die "gefühlte" gute Qualität der Produkte entscheiden über Kauf oder Ablehnung. Dabei sollten die Hintergründe, die hinter dieser Lebensmittelmaschinerie stecken, und die Folgen, die sie hinterlassen, den Verbraucher um so mehr interessieren.

Beispiel "Agrarsubventionen": Neben der maroden Landwirtschaft wird auch die wirtschaftlich gesunde Nahrungsmittelindustrie mit Steuergeldern subventioniert. Etwa 40 Milliarden Euro, rund die Hälfte des gesamten Etats der Europäischen Union, geben Europas Steuerzahler alljährlich nur für Agrarsubventionen aus. Daß davon über die Hälfte großen Konzernen und Unternehmern zufließt, die gerade sechs Prozent aller Höfe ausmachen, wissen die wenigsten. In England wird auf diese Weise die Queen mit 800 000 Euro pro Jahr unterstützt, und auch Prinz Charles streicht 330 000 Euro jährlich ein. In Deutschland sind die Nutznießer weniger adlig, aber dafür besonders unverschämt: Bis 2005 erhielt das finanzstärkste Molkereiunternehmen Deutschlands, Müllermilch (Jahresumsatz zirka 2 Milliarden Euro), aus EU-, Bundes- und sächsischen Landesmitteln über 70 Millionen Euro, um das größte Milchwerk Europas in Sachsen zu errichten. Nach Zusage der Millionenhilfe schloß Müller zwei andere Werke in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Dabei gingen 165 Arbeitsplätze verloren, am neuen Standort kamen nur 148 hinzu. Verlierer sind die klassischen und kleineren Landwirtschaftsbetriebe, die mit den Methoden der großen nicht mithalten können.



Die meisten Agrarfördermittel fließen nach Bayern
Der Rahmenplan der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) für den Zeitraum 2006 bis 2009 (16/2522) weist für dieses Jahr ein Finanzvolumen von etwa 1 Milliarde Euro auf.
Davon entfallen 615 Millionen Euro auf den Bund und rund 385 Millionen Euro auf die Länder, wie aus dem von der Bundesregierung vorgelegten Rahmenplan hervorgeht. Ziel der Förderung sei es, die Land- und Forstwirtschaft leistungsfähig zu halten, die Eingliederung in den EU-Binnenmarkt zu erleichtern und den Küstenschutz zu verbessern. Wie es in dem Rahmenplan heißt, soll die Förderung auch dazu beitragen, eine ökologisch wertvolle Landschaft zu erhalten, sie vor Erosion zu schützen und den Tierschutz zu verbessern. Dabei geht es sowohl um die Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung als auch um die einzelbetriebliche Förderung landwirtschaftlicher Unternehmen. Den höchsten Anteil an Bundesmitteln erhält in diesem Jahr Bayern mit 115,12 Millionen Euro vor Niedersachsen mit 90,2 Millionen Euro und Baden-Württemberg mit 61,21 Millionen Euro. Nach Brandenburg gehen 52,1 Millionen Euro, nach Mecklenburg-Vorpommern 48,45 Millionen Euro, nach Nordrhein-Westfalen 41,11 Millionen Euro, nach Schleswig-Holstein 37,63 Millionen Euro und nach Sachsen 35,14 Millionen Euro. Die Summe der Verpflichtungsermächtigungen für kommende Haushaltsjahre beläuft sich auf 674,57 Millionen Euro (Bundes- und Ländermittel zusammen).

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