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Kilowatt statt Kilo Milch
Pressemitteilung vom 13.10.2005


Der Biogas-Sektor in der Landwirtschaft boomt. Energie und damit Geld aus Gülle, Getreide oder Mais zu gewinnen, klingt angesichts sinkender Erlöse für viele verlockend. Doch wer leichtfertig eine halbe Million Euro in eine solche Anlage investiert, kann Schiffbruch erleiden. In Strullendorf bei Bamberg teilen sich 52 Landwirte die Einnahmen - aber auch das Risiko.

Die "Nutztiere", für die Robert Zenk seine Maisfelder aberntet, sind winzig klein und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Es sind Bakterien, die sich in einem Gärkessel auf das Futter stürzen, es zersetzen und nebenbei Biogas erzeugen. Mit dem brennbaren Methangas werden Turbinen angetrieben, die elektrischen Strom und Wärme produzieren. Immer mehr Landwirte machen es wie Robert Zenk, denn pro Kilowattstunde ist ihnen gesetzlich auf 20 Jahre ein Mindestabnahmepreis von 16 Cent garantiert. Weitere zwei Cent gibt es für den, der auch die Abwärme nutzt. Biogas hat sich zu einem Hoffnungsträger in der Landwirtschaft entwickelt.

Gewinn und Risiko gemeinsam tragen
Doch der Erfolg einer solchen Anlage ist nicht garantiert. Der laufende Arbeitsaufwand wird häufig unterschätzt, die Ziele bei den Einnahmen zu hoch gesetzt. Wird eine Biogasanlage nicht voll ausgelastet, kann sie schnell Verluste einbringen. Bei einer heuer fertig gestellten Biogasanlage in Strullendorf bei Bamberg wurde dieses Risiko auf viele Schultern verteilt. 52 Landwirte haben etwa vier Millionen Euro in die Anlage investiert und schöpfen jetzt gemeinsam die Gewinne ab. 20 Euro gibt es für jede Tonne Mais, die sie anliefern. 6.000 Tonnen sind es insgesamt pro Jahr. Daneben werden die Mikroorganismen mit rund 12.000 Tonnen kommunalem Bioabfall aus der Region Bamberg gefüttert.

Abwärme statt 600.000 Liter Heizöl
Die Strullendorfer Anlage liefert mit einer Leistung von rund 750 Kilowatt so viel Strom und Wärme, dass sich damit rund 2.000 Haushalte versorgen ließen. Tatsächlich aber geht die Wärme an eine nahe gelegene Gärtnerei, die an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt ist. Über eine 200 Meter lange Leitung wird der Betrieb von der Biogasanlage aus mit Warmwasser versorgt. In der Gärtnerei entziehen Wärmetauscher dem Wasser die Wärme, mit der die Gewächshäuser temperiert werden. Beheizt wurde in der Gärtnerei auch früher schon – mit Hilfe von 600.000 Litern Heizöl jährlich.

Öffentliche Quelle : Bayerischer Rundfunk www.br-online.de/umwelt-gesundheit/unserland/landwirtschaft_forst/ landw_verbraucher/biogas-gemeinschaft.shtml

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