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Die Segnungen der „Grünen Gentechnik“ wird von den Grünen behindert
Pressemitteilung vom 14.10.2004


Die grüne Partei hat nach Pazifismus, Atomausstieg, antiautoritären 68igern und anderen Verirrungen sich ein weiteres Ziel gesetzt, nämlich die Bekämpfung jedweder „genetischer Technologie“. Verbraucherministerin Renate Künast hat sich mit dem neuen Gentechnik-Gesetz und den darin enthaltenen Haftungsregeln ein scharfes Schwert geschliffen, mit dem sie sich und ihre Partei wahrscheinlich selbst schneiden wird.

Genveränderung und Auskreuzung sind natürliche Prozesse
Das Gesetz, derzeit noch im Bundesrat, soll aber schon bald mit der dann erforderlichen Kanzlermehrheit im Bundestag verabschiedet werden. Es ersetzt differenzierte Betrachtung durch pauschale Verteufelung. „Ein altmodisches, statistisches Naturbild liegt ihm zugrunde, weil so getan wird, als ob Genveränderung und Auskreuzung keine natürlichen Prozesse wären. „Die Gentechnologie ist kein Allheilmittel. Es gibt fragwürdige Projekte. Die Grünen betrachten sie aber mit einem Tunnelblick auf die Schattenseiten. Damit stellen ausgerechnet sie sich einer nachhaltigen Nutzung biologischer Erkenntnisse und Fertigkeiten in den Weg“ (Christian Schwägerl in der FAZ).

Fraßfeinde von Kulturpflanzen werden angegriffen
Deutsche Wissenschaftler aktivieren die Biosicherheitsforschung. Sie verfolgen umwelt- und verbraucherfreundliche Projekte. So entwickeln Forscher an der Universität Freiburg „Designer-Pappeln“, mit denen sich chemisch verseuchte Industriegebiete in Deutschland, Rußland und anderswo reinigen lassen. Quasi saugen die Bäume die Schadstoffe aus dem Boden und machen sie so entsorgungsfähig. Von mehreren Forschergruppen wird der Stoffwechsel von Pflanzen so beeinflußt, daß sie Wasserstoff oder energieoptimierte Biomasse und damit Alternativen zum Erdöl produzieren. Eigentlich ganz im Sinne des Verbraucherschutzes der Bundesministerin Renate Künast forscht man auch am Institut für Pflanzengenetik in Gatersleben. Forscher verändern hier bei Getreide kleine Stücke des Erbguts, damit die Pflanzen sich besser gegen eindringende Pilze wehren können. Das verhindert die Entstehung krebserregender Pilzsporen, die sonst in die Nahrungskette gelangen. Es werden auch biologische Wirkstoffe geschaffen, die die Fraßfeinde von Kulturpflanzen angreifen. Lassen sich so die erforderlichen Gene in Getreide oder Raps überführen, werden chemische Keulen vielleicht schon bald überflüssig.

Keine Überfischung der Weltmeere und die Abholzung der Regenwälder
Für den globalen Umweltschutz haben deutsche Forscher soeben das Großprojekt „Napus“ abgeschlossen. Die bekannten gesundheitsfördernden Fettsäuren aus Fischen sollen schon bald aus Pflanzen gewonnen werden. So soll der heimische Raps als Proteinquelle schon bald Soja ersetzen. Die Überfischung der Weltmeere und die Abholzung der Regenwälder für den Sojaanbau könnten verhindert werden. Mehrere Institute nutzen die gentechnische Pflanzenzucht dazu, die Landwirtschaft auf den Klimawandel vorzubereiten. Ihre Suche gilt Erbanlagen von alten Pflanzensorten, die Dürre, Nässe oder Versalzung widerstehen können.

Desinformation der Verbraucher
„Gentechnikfreie Lebensmittel“, wird seit Jahren suggeriert; der Verbraucher verängstigt, der Bauer in Haftung genommen von seiner eigenen Ministerin. “Kennzeichnungspflicht“ lautet die ideologische Schlagzeile.
Die Grünen erreichen mit dem Gesetz geradezu das Gegenteil, nämlich die Konzentration von Wissen und Macht in der Hand der größten Agrarkonzerne, die sie zugleich anprangern, so Schwägerl. Für global arbeitende Unternehmen ist es vergleichsweise leicht, anderswo ihre neuen Pflanzen zu erproben. Die mittelständisch geprägten deutschen Pflanzenzüchter und die staatlich besoldeten Gentechniker können aber nicht oder nur schwer ausweichen. Nur öffentlich geförderte Forschung kann gewährleisten, daß die leistungsfähigsten und umweltfreundlichsten Pflanzensorten nicht monopolisiert werden, sondern breit zugänglich sind. Das Wissen der Forscher sollte als Teil einer modernen Entwicklungspolitik mit den wißbegierigen Wissenschaftlern an asiatischen und afrikanischen Universitäten und mit Kleinbauern geteilt werden. Doch ausgerechnet Akademiker trifft das Gesetz sehr hart.
Konfrontiert mit Kritik aus der Wissenschaft, hat Renate Künast versucht, die Vorschriften zu bagatellisieren: Alles bleibe beim alten.

„Inverkehrbringung“ - Drohungen wie beim Falschgeld
Wenn neues Erbgut von einem Forschungsfeld in die Pflanzen eines Nachbarn gelangen, wird das als „Inverkehrbringung“ gewertet. So wie beim Falschgeld. Das macht die gesamte Ernte faktisch unverkäuflich – obwohl Freilandversuche nur stattfinden, wenn staatliche Fachleute keine Gesundheitsbedenken haben. Der Zwang, Nachbarn für solche „Schäden“ teuer auszahlen zu müssen und saftige Strafen aufgebrummt zu bekommen, wird Forscher von Freisetzungsversuchen abhalten. Der Geldfluß für die Forschung versiegt, durch staatliche Kürzungen und ausbleibende Nachfrage nach den Ergebnissen. Anstatt mittels strenger Kontrollen Risiken für Mensch und Umwelt zu minimieren, diskriminiert das Gesetz die Gentechnik als solche.

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