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Schlechte Qualität von Rapsdiesel lässt Einspritzpumpen zerreisen
Auto-Hersteller ziehen sich zurück
Pressemitteilung vom 16.10.2003


Als erster und bisher einziger Autohersteller sicherte Volkswagen seit 1996 zu, Selbstzünder-Motoren der Marken VW, Audi, Skoda und Seat könnten ohne Bedenken mit Biodiesel gefahren werden. Für Tausende Autokäufer war das ein entscheidendes Kaufargument – schließlich kostet Diesel aus Raps fünf bis zehn Cent pro Liter weniger als konventioneller Diesel. Seit 1998 verfünffachte sich in Deutschland der Absatz des Treibstoffs vom Acker.
Doch mit dem Boom kamen die Probleme, so die VW-Pressestelle in Wolfsburg. „Die Qualität des angebotenen Sprits wurde immer schlechter“, klagt VW-Sprecher Hans-Gerd Bode. Entspricht der Treibstoff nicht einer bestimmten Norm, zerstört er Dichtungen und Leitungen im Motor. „Seit Anfang 2001 flogen uns deshalb reihenweise Einspritzpumpen um die Ohren“, sagt der VW-Mann. Volkswagen zog die Notbremse und nahm die Freigabe zurück – allerdings nur für Motoren der jüngsten Generation. So dürfen die VW-Modelle Touran und der neue Golf nicht mehr mit dem nachwachsenden Treibstoff gefahren werden. Bei Audi gilt die Warnung für den neuen A3 und den A8, bei Skoda für die Sechszylinderversion des Superb. Erst in einigen Monaten sollen Sonderausstattungen ab Werk erhältlich sein, die die Verwendung von Biodiesel erlauben. Für Besitzer, die jetzt mit älteren Modellen Probleme haben, kommt das zu spät. Die Qualität von Ökosprit wird, anders als bei Diesel und Benzin aus Mineralöl, nicht staatlich kontrolliert. „Die Überprüfung übernehmen wir“, sagt zwar Norbert Heim, Geschäftsführer der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen, einem Interessenverband der Produzenten. Dieses Kontrollnetz hat aber grobe Maschen: Von insgesamt 1300 Tankstellen mit dem Biodiesel-Gütesiegel werden nach Heims Worten lediglich 250 pro Jahr überprüft, so FOCUS in seiner jüngsten Ausgabe (42/03).
Wegen der unsicheren Situation will BMW sogar ganz aus dem Biosprit aussteigen. Bislang mussten BMW-Käufer zur Nutzung des umweltfreundlichen Treibstoffs eine Sonderausstattung bestellen, Aufpreis beim 3er etwa 200 Euro. Ab 2005 soll auch damit Schluss sein. „Die Qualitätsschwankung des Biodiesels ist so hoch, dass wir die dann gültige Schadstoffnorm Euro 4 nicht einhalten könnten“, sagt ein BMW-Mann.

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