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Ex-Südmilch-Chef Wolfgang Weber vor Gericht
Pressemitteilung vom 16.10.2003


Wer sich freiwillig stellt, den belohnt unsere Justiz. Der zehn Jahre lang in Paraguay abgetauchte Ex-Südmilch-Chef Wolfgang Weber, 68, kann seinem am 21. Oktober 2003 beginnenden Strafprozess wegen Betrugs und Untreue vor dem Landgericht Stuttgart gelassen entgegensehen, meldet FOCUS (42/03). Zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft sei das Strafmaß – 24 Monate auf Bewährung und eine Geldauflage von rund 100 000 Euro – bereits beschlossene Sache. Nur gegen die Zusage, frei bleiben zu dürfen, hatte Weber vor zwei Monaten erklärt, von seiner Rinderfarm Remona in die alte Heimat zurückzukehren. Der gelernte Melker hatte die Südmilch-Tochter Sachsenmilch als erste ostdeutsche Firma an die Börse gebracht. Wegen explodierender Kosten ging die Sachsenmilch jedoch 1993 in Gesamtvollstreckung, der Mutterkonzern musste Vergleich anmelden und Teo Müller, der jetzt in die Schweiz auswandern will, startete mit Müller-Milch eine unglaubliche Karriere.
Weber wird vorgeworfen, durch vorgegaukelten „Know-how-Verkauf“ von Sachsenmilch an Südmilch Aktionäre und die Deutsche Bank, diese um etwa 40 Millionen Euro geschädigt zu haben. Der VDL hatte seinerzeit Strafanzeige gegen Weber und den Baulöwen Ernst gestellt. Das ist nun über 10 Jahre her. Die Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen. Ob die betrogenen Milchbauern aber noch auf einen Schadensausgleich hoffen können ist derzeit völlig offen.

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