• Kontakt
    Fon 0 37360 63 44
    Fax 0 37360 63 66
  • Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Brüssel will Milchquoten aufstocken
Pressemitteilung vom 04.10.2007


AgE. BRÜSSEL. In der Europäischen Union zeichnet sich eine Aufstockung der Milchquoten zum 1. April nächsten Jahres ab. Eine überwältigende Mehrheit der EU-Agrarminister plädierte in Brüssel dafür, die Garantiemengen im nächsten Milchjahr um 3 % bis 5 % auszuweiten. Während die Niederlande vorschlugen, die Quoten nur für ein Jahr aufzustocken und im Jahr 2009 wieder zum derzeitigen Quotenumfang zurückzukehren, drängte Polen darauf, die Garantiemengen ab der nächsten Kampagne jährlich um 5 % anzuheben.

EU-Agrarkommissarin Mariann F i s c h e r B o e l zeigte sich grundsätzlich bereit, einen Vorschlag für eine Quotenaufstockung vorzulegen. Um eine entsprechende Entscheidung auf eine solide Grundlage zu stellen, sollte der für Ende dieses Jahres geplante Kommissionsbericht über die Lage am Milchmarkt abgewartet werden. Eine zeitweilige Quotenausweitung schloss die Kommissarin jedoch aus.

Nur Deutschland, Frankreich, Österreich, Finnland und Malta lehnten einen Quotenanstieg definitiv ab. Nachdem die Preise über lange Jahre schlecht gewesen und jetzt einige Monate besser seien, sollten die Quoten erst einmal ausgeschöpft werden, empfahl der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert L i n d e m a n n . Erst dann sollte man darüber nachdenken, ob die Superabgaben ausgesetzt oder abgesenkt werden sollten.

Im Unterschied zu einer Quotenaufstockung sei ein solcher Schritt ohne weiteres reversibel. "Wir sind nicht in einer Situation, wo sich die Milchbauern eine goldene Nase verdienen", meinte der Staatssekretär. Das derzeit hohe Milchpreisniveau spüle bei den Landwirten vielmehr Mittel in die leeren Kassen, die sie für Investitionen dringend benötigten. (...)

DBV: Weiterführende Begleitmaßnahmen richtiges Signal
Der Deutsche Bauernverband (DBV) lehnt eine Anhebung der Milchquote ab. „Damit bleiben wir auf der Linie unserer Milchentschließung, die wir im Rahmen der Mitgliederversammlung in Bamberg im Juni 2007 verabschiedet haben. „Wir dürfen die zarte Pflanze der Milchmarktentwicklung nicht gleich wieder gefährden“, erklärte DBV-Milchpräsident Udo Folgart, DBV-Chef in Brandenburg und Betreiber einer Großanlage. Nach Auffassung des DBV wäre den deutschen Milcherzeugern eher geholfen, wenn bei einer Überschreitung der einzelbetrieblichen Quote künftig geringere Strafen gezahlt werden müssten. Über diese Maßnahme, also der Senkung der sogenannten Superabgabe, sollte im Lichte der weiteren Marktentwicklung nachgedacht werden.

Der DBV begrüßt in diesem Zusammenhang auch, dass von der Bund/Länder-Agrarministerkonferenz ablehnende Signale in Richtung Quotenerhöhung kommen und dort einer Senkung der Superabgabe der Vorzug gegeben wird. Positiv sei zudem, dass sich die Agrarminister für weiterführende Begleitmaßnahmen bei einem Auslaufen der Milchquotenregelung aussprechen. Damit werden zentrale Positionen der Bamberger Milchentschließung endlich zum Wohle der Milcherzeuger angepackt, erklärte der DBV.

Quelle: DBV

zurück