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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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Wo unser Geld hin ist
33 Steuerarten, die wir Deutschen bezahlen. Bald werden neue hinzukommen!
Pressemitteilung vom 04.10.2002


Besitz und Verkehrsteuern, Biersteuer
Branntweinsteuer: Betrifft Ethylalkohol mit beliebigem Alkoholgehalt, vergällt oder unvergällt, sowie Spirituosen, jeweils mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent, schäumende Weine, gegorene Getränke und Mischungen derartiger Getränke, jeweils mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 Volumenprozent.

Einfuhrumsatzsteuer, Einkommenssteuer, Erbschaftsteuer/Schenkungsteuer
Feuerschutzsteuer: die moderne Form der Feuerschutzsteuer geht auf das Reichsgesetz über die Beaufsichtigung der privaten Versicherungsunternehmer und Bausparkassen von 1931 zurück, das die Länder ermächtigte, „für gemeinnützige Zwecke, insbesondere zur Förderung des Feuerlöschwesens, von den Feuerversicherungsunternehmen Abgaben zu erheben“.

Getränkesteuer, Gewerbesteuer, Grunderwerbsteuer, Grundsteuer, Hundesteuer
Jagd- und Fleischereisteuer: Die Steuer wird jährlich auf der Grundlage des Jahresjagdwerts bzw. bei Verpachtung auf den vom Pächter zu entrichtenden Pachtpreis erhoben, bei der Fischereisteuer zählt die Anzahl der Fischereibezirke. Als rohe Frühform der Jagd- und Fischereisteuer können die mittelalterlichen Naturalabgaben angesehen werden, die teils als Tier- oder Blutzehnt an Kirche und Grundherren abzuliefern waren.

Kaffeesteuer: Steuergegenstände sind Röstkaffee und löslicher Kaffee (Auszüge, Essenzen und Konzentrate aus Kaffee), bei kaffeehaltigen Waren unterliegt auch der in ihnen enthaltene Kaffeeanteil der Steuer (so genannte Anteilbesteuerungen).

Kapitalertragsteuer, Kirchensteuer, Körperschaftsteuer, Kraftfahrzeugsteuer, Lohnsteuer, Mineralsteuer.

Rennwett- und Lotteriesteuer: Diese Ländersteuern erwachsen aus den Umsätzen, die durch den Spieltrieb des Menschen zu Stande kommen. Die Spielgewinne unterliegen nicht der Einkommensteuer. Der Rennwettsteuer unterliegen die aus Anlass von Pferderennen an einem Totalisator oder bei einem Buchmacher abgeschlossenen Wetten. Der Lotteriesteuer unterliegen im Inland veranstaltete öffentliche Lotterien, Ausspielungen und Oddset-Wetten.

Schankerlaubnissteuer: Steuergegenstand ist die Erlangung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft oder eines Kleinhandels mit Branntwein.

Schaumweinsteuer: Steuergegenstand sind Schaumweine in Flaschen mit Schaumweinstopfen, die durch eine besondere Haltevorrichtung befestigt sind, oder die bei plus 20GradC einen auf gelöstes Kohlendioxid zurückzuführenden Überdruck von drei bar oder mehr aufweisen. Der Alkoholgehalt muss mindestens 1,2 und darf höchstens 15 Volumenprozent betragen. Im Bereich von 13 bis 15 Volumenprozent muss der vorhandene Alkoholgehalt zudem ausschließlich durch Gärung entstanden sein.

Solidaritätszuschlag, Spielbankabgabe, Stromsteuer, Tabaksteuer, Umsatzsteuer

Verbrauchssteuern

Vergnügungssteuer:
Besteuert werden die in den Gemeinden veranstalteten Vergnügungen, die in den jeweiligen Gesetzen aufgeführt sind; dazu gehören vor allem Tanzveranstaltungen, Filmvorführungen und der Betrieb von Spiel- und Unterhaltungsapparaten.

Versicherungssteuer, Zweitwohnungssteuer

Zwischenerzeugnissteuer: Unter Zwischenerzeugnissen sind alkoholische Getränke zu verstehen, die zwischen Wein und Spirituosen angesiedelt sind, das heißt, Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als1,2 bis 22 Volumenprozent, die nicht als Schaumwein oder als Bier zu besteuern sind. Typische Zwischenerzeugnisse sind Sherry, Portwein und Madeira.


Eine Übersicht über abgeschaffte oder ausgelaufene Steuern

Baulandsteuer: Durch diese Steuer wurden unbebaute, aber baureife Grundstücke stärker belastet, um auf ein höheres Angebot an Bauland hinzuwirken. Die Baulandsteuer wurde nur in den Jahren 1961 und 1962 erhoben.

Beförderungssteuer: Sie geht auf die mittelalterlichen Land- und Wasserzölle sowie Wegeabgaben zurück, aus denen sich im 17. Jahrhundert eine Art Reisesteuer herausbildete. Die Beförderungssteuer betraf die gewerbsmäßige Beförderung von Personen und Gütern durch Schienenbahnen und Kraftfahrzeuge. Sie wurde 1969 teilweise durch die Straßengüterverkehrssteuer ersetzt, die bis 1971 befristet war und seither ebenfalls aufgehoben ist.

Essigsäuresteuer: Abgesehen von früheren gemeindlichen Essigsteuern ist die Essigsäuresteuer erstmals durch das Branntweinsteuergesetz vom 15. Juli 1909 eingeführt worden. Sie ist aus Gründen der Steuervereinfachung und wegen ihres geringen Ertrages als Bagatellsteuer zum 1. Januar 1981 abgeschafft worden.

Leuchtmittelsteuer: Frühformen der fiskalischen Belastung waren die mittelalterlichen Abgaben von Kerzenwachs und die in der Barockzeit vereinzelt aufgekommenen Luxussteuern auf Kerzen. Im Zuge der Reichsfinanzreform kam es 1909 zur Besteuerung von Glühkörpern und Glühlampen. Die Leuchtmittelsteuer ist unter anderem im Hinblick auf den EG-Binnenmarkt zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen zum 1. Januar 1993 abgeschafft worden.

Notopfer Berlin: Die Sondersteuer wurde nach Verhängung der Berlin-Blockade im Herbst 1948 durch die sowjetische Besatzungsmacht zur finanziellen Unterstützung der Stadt eingeführt. Sie wurde in drei Etappen abgebaut: Am 1. April 1956 fiel die Postabgabe, am 1. Oktober 1956 die Abgabe für natürliche Personen und am 1. Januar 1958 – unter Einbeziehung in die gleichzeitig erhöhten Körperschaftsteuersätze – die Abgabe für Körperschaften fort.

Salzsteuer: Die fiskalische Nutzbarmachung des Salzes auf deutschem Boden begann mit den Salzzöllen, die als Handelsabgaben nach römischem Vorbild schon im fränkischen Reich erhoben wurden. Die Salzabgabe ist 1871 auf das Reich übergegangen (1926 bis 1931 vorübergehend abgeschafft) und 1949 durch das Grundgesetz dem Bund zugewiesen worden. Zum 1. Januar 1993 ist die Steuer abgeschafft worden.

Speiseeissteuer: Aus der alten Getränkesteuer hervorgegangen, ging diese Steuer auf eine Notverordnung des Reichspräsidenten von 1930 zurück, die damals auch alkoholfreie Getränke wie Mineralwasser und Limonaden erfasste. Sie war eine örtliche Steuer und wurde letztmalig 1971 in Bayern erhoben. Steuerpflichtig war die entgeldliche Abgabe von Speiseeis zu unmittelbarem Verzehr an Ort und Stelle. Der Steuersatz betrug im Allgemeinen zehn Prozent vom Verkaufspreis.

Spielkartensteuer: Die Spielkartensteuer ist aus Gründen der Steuervereinfachung und wegen ihres geringen Ertrags als Bagatellsteuer zum 1. Januar 1981 abgeschafft worden.

Süßstoffsteuer: Diese Steuer wurde 1922 als Ausgleichs- und Folgesteuer der Zuckersteuer eingeführt und belastete die Zuckersurrogate in Form der Süßstoffe. !965 wurde sie wegen ihres geringen Aufkommens abgeschafft.

Verpackungsteuer: Sie knüpft an nicht wieder verwendbares Geschirr an, wenn Speisen und Getränke darin zum Verzehr an Ort und Stelle verkauft wurden. Sie wurde erstmals 1992 von der Stadt Kassel eingeführt, um zur Vermeidung des Abfalls beizutragen. 1998 wurde die Steuer für gesetzwidrig erklärt.

Zündwarensteuer: Die Finanzkommission des Reichstages führte sie 1909 ein und berief sich dabei auf ausländische Vorbilder wie Russland und Frankreich, bei denen die Belastung der Zündmittel als eine Ergänzung der Tabaksteuer gedacht war. Zunächst auf Zündhölzer und Späne begrenzt, wurde die Steuerpflicht 1919 auf Feuerzeuge und Feuersteine ausgedehnt. Aus Gründen der Steuervereinfachung und wegen des geringen Ertrags wurde sie 1981 abgeschafft.


(Quelle: Lexikon Steuern A-Z, Bundesfinanzministerium)

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