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Scrapie-Forschung muss intensiviert werden
Bundesregierung forciert Untersuchungen
Pressemitteilung vom 27.09.2001


Die von Wissenschaftlern erwogene Möglichkeit, dass auch Schafe nicht nur an Scrapie, sondern auch an BSE erkranken könnten, hat das Bundesverbraucherschutzministerium bereits zu Beginn des Jahres zum Anlass genommen, in Brüssel auf ein EU-weites Überwachungsprogramm bei Schafen zu drängen. Mit der im Juli in Kraft getretenen EU-BSE-Verordnung wird dieses Überwachungsprogramm für alle Mitgliedstaaten ab 1.1.2002 verbindlich. Wissenschaftler schließen nicht aus, dass die ähnlich verlaufende, seit langem bekannten und auf Menschen nicht übertragbare Schafkrankheit Scrapie in einigen Fällen BSE sein könnte. Dies lässt sich aber nur in Untersuchungen abklären, die mehrere Jahre dauern.

Angesichts der in Großbritannien laufenden Untersuchungen über eine mögliche Infektion von Schafen mit BSE, die Ende Oktober abgeschlossen werden sollen, will die Bundesregierung das EU-weite Scrapie-Überwachungsprogramm vorziehen und deutlich ausdehnen.

Scrapie ist eine anzeigepflichtige Krankheit. Seit 1945 wurde sie in Deutschland 13 mal festgestellt. Im Zeitraum von 1991 bis 1999 wurden 12.219 Schafe und Ziegen mit zentralnervösen Störungen getötet, davon wurde in 3.324 Fällen auf Scrapie hin untersucht. Im Jahr 2000 wurden 1.045 Scrapie-Untersuchungen durchgeführt, alle mit negativem Ergebnis. 2001 gab es einen Scrapie-Fall. Um den Kenntnisstand über die tatsächliche Scrapie-Situation weiter zu verbessern, muss nach Auffassung des Staatssekretärs im Bundesverbraucherschutzministerium, Alexander Müller, jedes verendete Schaf getestet werden. Auch bei Schlachtschafen müsse es umgehend zu einer großen Stichprobenuntersuchung kommen.

Sollte BSE bei Schafen entdeckt werden, hätte dies gravierende Auswirkungen auf die Tierhaltung. Da Wissenschaftler annehmen, dass sich BSE in Schafen anders als bei Rindern verhalten würde, wären herkömmliche Vorsichtsmaßnahmen, wie Schnelltests und die Vernichtung von Risikomaterialien nicht ausreichend. Sicheres Schaffleisch könnte dann nur aus garantiert Scrapie freien Beständen kommen. Deshalb müsse die Scrapie-Situation in Deutschland sehr schnell geklärt werden, so Müller.

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