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    Bundesverband
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Sachsens beste Böden werden kein „Naturpark“
Landschaftsschutz-Verfahren vorerst vom Tisch
Pressemitteilung vom 27.09.2001


Die Protest- und Informationsveranstaltung des Verbandes der privaten Landwirte und Grundeigentümer Sachsen (VDL) Ende August in Planitz Deila hat einen ersten Erfolg gehabt. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) hat auf die Resolution mit nahezu 100 Unterschriften protestierender Bauern und Grundeigentümer aus der Lommatzscher Pflege positiv reagiert. Er werde das Regierungspräsidium bitten, die Umstände zu prüfen. Eingreifen könne er jedoch nicht. Für das Verfahren sei einzig der Landkreis zuständig.

Doch die Betroffenen können erst einmal aufatmen. Ihr Protest gegen Pläne aus dem Landratsamt Meißen, Teile des traditionellen Ackerbaugebietes unter Landschaftsschutz zu stellen, sind vorerst vom Tisch. „Wir weisen die Täler der Lommatzscher Pflege jetzt nicht aus“, sagte Landrätin Renate Koch (CDU). „Das Verfahren wird nicht eröffnet“, ergänzte der im Landratsamt für Umwelt und Bauern zuständige Dezernent, Andreas Herr. Beide betonten dass sie den Landschaftsschutz in der Lommatzscher Pflege nicht gegen die Landwirte und Grundeigentümer durchsetzen wollen.

Das heißt jedoch nicht, dass im Landkreis Meißen das Thema vom Tisch ist. Andreas Herr weiß wovon er redet, wenn er in den Dresdner Neuesten Nachrichten und in Bild Dresden von einer „ausgeräumten Landschaft spricht“. Der Baudezernent ist in der Lommatzscher Pflege aufgewachsen, wo zu DDR-Zeiten Feldwege, Feldraine und kleine Waldgruppen der großflächig betriebenen Landwirtschaft weichen mussten. „Nur um Leutewitz herum ist das Landschaftsbild noch erhalten geblieben“, weist er auf ein Stück alter Lommatzscher Pflege hin. An dem Bild hält der Dezernent fest.

Den Vorstoß, gleich 7400 Hektar zwischen Lommatzsch, Nossen, Triebischtal und Meißen unter Schutz stellen zu wollen, bezeichnet er nicht als Fehler. „An den Rändern der Lommatzscher Täler sollen lediglich Pufferzonen gebildet und noch vorhandene Wege und Feldraine geschützt werden“, erklärte Andreas Herr. „Die Landwirtschaft wäre überhaupt nicht eingeschränkt“, versichert er. Doch angesichts des Protestes von Bauern des VDL gegen die Pläne lenkt die Landkreisverwaltung nun ein. „Wir wollen mit den Landwirten und Grundeigentümern reden“, betonte der Baudezernent. VDL-Präsident Dieter Tanneberger sieht darin einen ersten großen Erfolg des Verbandes und engagierter Mitglieder in der Region.

„Vertragnaturschutz“ heißt jetzt das Friedensangebot aus dem Amt in Meißen. Das heißt, für bestimmte Schutzprojekte will die Verwaltung mit den Bauern Verträge abschließen. Dafür gäbe es auch Fördermittel, allerdings nicht so hohe Sätze. Landrätin Koch und Dezernent können sich aber noch aus einem anderen Grund zurücklehnen. Den schwarzen Peter habe jetzt nämlich der Freistaat, schreiben die DDN.

Die EU fordert auf zum Erhalt von Pflanzen und Tieren weitere Schutzgebiete auszuweisen. Denn im Vergleich zu anderen Ländern habe Deutschland für ein zusammenhängendes ökologisches Netz in Europa bisher zu wenig Flächen ausgewiesen. Sachsen droht der Verlust von Fördermitteln aus dem EU-Strukturfonds. Doch der Freistaat reagierte bereits. Eine Karte mit neuen Schutzgebieten ist im Umlauf. Da tauchen dann auch die Lommatzscher Täler wieder auf. Für diesen Fall kündigte Tanneberger an, die Aktionen auszuweiten: „Am Tag X um 10 Uhr werden 100 Bauern zeitgleich im Landratsamt Meißen ihre schriftlichen Widersprüche einreichen. Das wird dann für das notwendige öffentliche Aufsehen sorgen und die Politik veranlassen, auf die Bauernsorgen mehr Rücksicht zu nehmen.“

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