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In Tschechien pro Hektar mehr als eine Tonne Hopfen
Böhmen und Mähren ist mit 159 Liter Schluckebier-Weltmeister
Pressemitteilung vom 27.09.2001


Mit 159 Litern pro Kopf und Jahr halten die Tschechen weltweit die Spitze im Bierkonsum. Umgerechnet werden hier jährlich 18 Millionen Hektoliter Gerstensaft geschluckt. Damit stellt das kleine Land auf dem Weltmarkt allerdings keine bestimmende Größe dar. Allerdings werden in Böhmen und Mähren auf über 6000 Hektar Hopfen angebaut. Eines der Zentren mit großer Tradition ist das nordböhmische Saaz. In diesen Septembertagen wird die Ernte abgeschlossen. Im vergangenen Jahr gab es den schwächsten Ertrag seit 1945. „Eine leicht überdurchschnittliche Ernte mit einem Ertrag von etwas über einer Tonne Hopfen pro Hektar“, so umriss Jiri Koren gegenüber der „Prager Zeitung“ die Erwartungen. Koren ist Direktor des Hopfen-Instituts in Saaz.

Der rote Hopfen aus den nordböhmischen Anbaugebieten war bis vor wenigen Jahren die Basis der tschechischen Hopfenwirtschaft. Seit 1996 werden neue Nebenarten angebaut, sogenannte Hybride: Aromatische Arten, die aber im Geschmack bitterer sind. Ein Trend, der inzwischen weltweit zu beobachten ist. Die Brauereien verlangen häufiger bittere Hopfenarten und auch tschechische Unternehmen greifen zunehmend auf billigere Importe zurück. Während die Marke „Budvar“ noch zu 100 Prozent mit tschechischen Hopfen hergestellt wird und „Pilsner Urquell“ zu etwa 80 Prozent, decken andere Brauereien ihren Bedarf teilweise nur noch zu einem Drittel aus Saaz, das Zatrec auf tschechisch heißt. Man müsse, so Koren, den Anbau der Nebenarten weiter forcieren, um den Bedarf der einheimischen Brauereien besser gerecht werden zu können. Ein großes Problem bei der Hopfenernte stellen inzwischen die Arbeitskräfte dar. Die Zeiten, in denen Schüler und Studenten bis zu drei Wochen halfen sind Geschichte. Auch als saisonbedingter Aushilfsjob ist das Pflücken der stark riechenden Früchte nicht mehr gefragt. Bislang konnten mit billigen Arbeitskräften aus der Slowakei und der Ukraine die personellen Löcher im Erntenetz noch gestopft werden, was nun zunehmend komplizierter werde, so die „Prager Zeitung“.

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