• Kontakt
    Fon 0 37360 63 44
    Fax 0 37360 63 66
  • Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Sagt Eure Meinung!
Pressemitteilung vom 25.09.2013


Auf der Website www.massentierhaltung-sachsen.de der GRÜNEN Landtagsfraktion Sachsen wurde - auf ausdrücklichen Wunsch des Landesbauernverbandes - ein Brief von Verbandschef Vogel an den Abgeordneten Michael Weichert veröffentlicht.

Abgesehen vom Tonfall des Schreibens werden darin Positionen vertreten, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten. Zur Belebung der Diskussion auf der Internetseite www.massentierhaltung-sachsen.de, rufen wir alle Landwirte auf, ebenfalls ihre Standpunkte zur industriellen Tierhaltung oder zu Fragen der europäischen Agrarpolitik bzw. zur Art und Weise der Mittelverteilung zukommen zu lassen. Gern können Sie sich auch auf weitere, im Brief von Herrn Vogel angeschnittene Problemfelder äußern und dessen Argumente kritisch hinterfragen.

Brief von Landesbauernverbandspräsident Vogel an Michael Weichert, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion:

Sehr geehrter Herr Weichert,
Ihre Pressemeldung vom 30.08.2013 mit dem Titel: "Agrarministerkonferenz: Keine Zustimmung für Kupfers rückwärtsgewandte Agrarpolitik", in der Sie die Ergebnisse der Agrarministerkonferenz vom 28. bis 30. August 2013 in Würzburg bewerten, hat mich zutiefst schockiert.

In welch schamloser Weise Sie die Realitäten verdrehen ist erschreckend. Es waren doch die fünf grünen Agrarminister, die einen Kompromiss über die nationale Umsetzung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) verhindert haben. Alle anderen Bundesländer hätten partei- und regionenübergreifend dem Kompromissvorschlag von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner zugestimmt. Alle waren bereit teils auch schmerzliche Kompromisse einzugehen. Dies haben fünf grüne Boykotteure aufgrund rein parteipolitischer Motivation im Vorfeld der Bundestagswahl verhindert.

Sagen Sie doch auch deutlich, welches Modell Sie favorisieren. Philosophieren Sie nicht abstrakt von anderen Strukturen, sondern sagen Sie offen, dass das Konzept der Grünen Länder-Agrarminister dem Freistaat Sachsen einen Verlust von 119 Millionen Euro bescheren würde. 119 Millionen Euro, die den Landwirten und dem ländlichen Raum schmerzlich fehlen würden. Wenn es aus Ihrer Sicht rückwärtsgewandt ist, als sächsischer Agrarminister dieser massiven Umverteilung zu unseren Lasten nicht zuzustimmen, dann wage ich mir gar nicht auszumalen, welches Politikverständnis Sie haben.

Ich finde es erschütternd, wie leichtfertig Sie die Axt an die Zukunft unserer Betriebe legen. Sie scheinen überhaupt nicht zu wissen, was für Sachsen und für Sachsens Landwirte auf dem Spiel steht. Anstatt sich mit belastbaren Fakten zu beschäftigen, scheinen Sie nur munter die kruden Thesen von Pseudo-Experten nachzuplappern. Verlassen Sie endlich Ihr ideologisches Wolkenkuckucksheim und stellen Sie sich den ökonomischen und gesellschaftlichen Realitäten auf nationaler, europäischer und globaler Ebene.

Es ist mehr als abenteuerlich in einer globalisierten Welt, in der der Handel mit Agrarprodukten rasant zunimmt, es keinen nennenswerten Außenschutz für die Bauern in Deutschland oder in der EU mehr gibt und über 90 % der Verbraucher ihre Kaufentscheidung allein vom Preis abhängig machen, die Zukunft in kleineren, arbeitsplatzintensiveren Agrarbetrieben zu sehen.

Ich bitte Sie, endlich zur Kenntnis zu nehmen, dass die Landwirtschaft keine Sonderwirtschaftszone mehr ist. Für uns Bauern gilt genau wie für jeden anderen Wirtschaftsbereich das Motto: Kostenführerschaft oder Nische. Aus allen sächsischen Landwirten Nischenproduzenten machen zu wollen, würde die sächsische Landwirtschaft zerstören. Das Ergebnis einer derart hanebüchenen Politik wären mitnichten viele kleine Haupterwerbsbetriebe mit vielen Mitarbeitern, sondern entweder riesige Brachflächen oder hochintensive, arbeitsplatzarme Ackerbaubetriebe.

Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass seit Jahren in Deutschland nur die Anzahl der Betriebe mit mehr als 100 ha Betriebsfläche weiter zunimmt. Unter dieser statistischen Wachstumsschwelle sinkt die Zahl der Betriebe. Laut gängiger Lehrmeinung sollten dauerhaft überlebensfähige Haupterwerbs-Betriebe eine Betriebsgröße oberhalb dieses auf die Fläche bezogenen statistischen Grenzwertes besitzen. Wenn auch für intensiv wirtschaftende Betriebe mit Sonderkulturen, wie Obst oder Wein, oder für Betriebe mit Tierproduktion andere Maßstäbe gelten, so hat die Wachstumsschwelle durchaus ihre Berechtigung als Orientierungswert für agrarstrukturelle Entwicklungen.

Auch im Westen Deutschlands haben die Betriebsgrößen, wie Sie sich wünschen, nur in der Nische bzw. als Nebenerwerbsbetrieb eine Zukunft. Daher ist die Struktur der ostdeutschen Landwirtschaft nicht, wie Sie es nennen, überkommen, sondern zukunftsweisend. Dieser Sachverhalt dürfte auch Ihnen, wenn Sie sich einmal die globale Strukturentwicklung in der Landwirtschaft und die vorhandenen weltweiten Kostenvergleiche der landwirtschaftlichen Produktionszweige anschauen würden, überdeutlich werden.

Die aus Ihrer Sicht "einseitig" geförderten Großbetriebe in Sachsen geben mindestens 14.000 Menschen Arbeit. Dabei sind flächenarme Gewerbebetriebe noch nicht mit eingerechnet. Es zeugt schon von kruden Gedankengängen, Staatsminister Kupfer dafür zu verurteilen, dass er sich seit Jahren äußerst erfolgreich für den Erhalt dieser Arbeitsplätze einsetzt. Was haben Sie für ein Verständnis von Politik, wenn Sie das Auskommen und die Zukunft so vieler Familien leichtfertig auf dem ideologischen Altar grüner Programmatik opfern?

Nebenbei bemerkt, hat nicht Staatsminister Kupfer die, wie Sie sie nennen, "überkommene Landwirtschaftsstruktur aus der DDR kritiklos übernommen und weitergeführt", sondern die vielen Tausend Mitglieder der ehemaligen LPG-Betriebe. Diese haben sich in einem demokratischen und freien Prozess der Willensbildung für die Weiterführung ihrer Betriebe in der Rechtsform der Genossenschaft bzw. anderer Rechtsformen ausgesprochen. Etliche andere Landwirte sind auch eigene Wege gegangen und haben als Wiedereinrichter einen Neustart im Haupt-, Zu-, und Nebenerwerb erfolgreich gewagt. Dass diese Entscheidungen aus Anfang der neunziger Jahre von viel Weitblick zeugen, zeigt die Tatsache, dass kein anderer Bereich der ostdeutschen Wirtschaft derart erfolgreich die Transformation bewältigt hat. Im Ergebnis hat sich in den letzten 22 Jahren eine stabile und viel strukturierte Landwirtschaft in Sachsen entwickelt, in der jede Betriebsgröße, Produktionsrichtung oder Rechtsform ihre Berechtigung hat. Diesen Prozess hat die Staatsregierung im Übrigen durch eine im Bundesvergleich herausragende Investitionsförderung, die allen Landwirten, ungeachtet der Betriebsgröße zugutegekommen ist, maßgeblich unterstützt. Eine gesunde und vielfältige Struktur ohne Not aufgrund rein ideologischer Gründe zerschlagen zu wollen, ist aberwitzig.

Ebenso geradezu irrwitzig ist Ihre Kritik an den größeren und großen Landwirtschaftsbetrieben, die Sie wie folgt formulieren "Zwanzig Jahre lang waren sie einseitig die Profiteure der EU-Agrarpolitik. Nun müssen Sie zeigen, dass die immense Förderung Erfolg hatte, sonst müssen wir uns fragen lassen, was mit all dem Geld geschehen ist." Auch an dieser Stelle kann ich Ihnen nur empfehlen die sächsischen Agrarberichte, die Buchführungsabschlüsse und die Auswertungen des Statistischen Landesamtes zu analysieren.

Die von Ihnen so gescholtenen großen Betriebe über 500 ha, die Sie mit Kappung und Degression belegen wollen, haben für die Ländlichen Räume Sachsen in den letzten 20 Jahren Immenses geleistet. Aktuell bewirtschaften diese landwirtschaftlichen Unternehmen etwa 65 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Sachsen, verfügen über etwa 14.000 Mitarbeiter und halten etwa 75 % der sächsischen Nutztiere. Diese Betriebe wenden für die Bestellung ihrer Felder, für die Versorgung der Tiere (gerechnet ohne Futtermittel), für Treib- und Schmierstoffe, Lohnarbeit sowie die Unterhaltung von Gebäuden, wirtschaftlichen Anlagen, Maschinen und Geräten sowie Vorrichtungen jährlich 737 Mio. € auf. Dieses Geld kommt überwiegend den lokalen Wirtschaftskreisläufen des ländlichen Raumes zugute. Zudem haben die Betriebe Personalaufwendungen für ihre Mitarbeiter, die fast alle im ländlichen Raum leben, von 309 Mio. € jährlich. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Betriebe, deren Förderung Sie in Frage stellen, die Wirtschaft und damit die Menschen im ländlichen Raum Sachsens mit jährlich über 1 Mrd. € direkt oder indirekt stützen. Zudem zahlen die Betriebe über 500 ha Körperschafts- und der Gewerbesteuer von geschätzten jährlich etwa 30 Mio. €.

Stellt man diese Zahlen in Relation zu den gewährten jährlichen Direktzahlungen aus Brüssel von 180,4 Mio. €, so bewirkt ein Euro der über Direktzahlungen den größeren Betrieben ausgereicht wird positive Effekte im ländlichen Raum von etwa 5,50 €. Aus meiner Sicht zeigt dies sehr deutlich, wie haltlos Ihre Frage nach dem Erfolg der Förderung ist.

Nebenbei bemerkt haben wir in Sachsen auch neun Ökobetriebe die über 500 Hektar bewirtschaften. Auch diese Betrieben erhalten dieselben Flächenprämien, wie alle anderen Betriebe und zudem eine im Bundesvergleich am oberen Ende der Skala liegende Förderung für den ökologischen Landbau.

Sehr geehrter Herr Weichert,

legen Sie doch bitte einmal ein belastbares Konzept dafür vor, wie ausschließlich kleinere und arbeitsintensivere Betriebe entstehen und nachhaltig im Haupterwerb die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche Sachsens bewirtschaften können. Aktuell liegt der Finanzbedarf für einen Arbeitsplatz in der Landwirtschaft, der unter den gegebenen ökonomischen Rahmenbedingungen die Erwirtschaftung eines annähernd adäquaten Einkommens ermöglicht, bei etwa 300.000 € ohne Boden und damit doppelt so hoch wie in der Industrie. In der Tierhaltung ist es teilweise noch extremer. Der Finanzbedarf für einen Arbeitsplatz in der Schweinemast liegt bei etwa 1 Mio. €, in der Ferkelerzeugung bei etwa 675.000 € und in der Milchproduktion bei circa 300.000 €. Da ich davon ausgehe, dass Sie beim Tier- und Umweltschutz in kleineren Betrieben keine Abstriche machen wollen, würde der Kapitalbedarf in kleineren Strukturen noch viel höher liegen. Schaut man sich die Investitionskosten einmal genau an, wird überdeutlich, dass Ihre Forderung nach neu zu schaffenden kleinen bzw. kleineren Strukturen bei dem gegebenen Preisniveau bzw. Marktrealitäten vollkommen irreal ist.

Ich möchte auch einen anderen Aspekt Ihrer sogenannten "Agrarwende" beleuchten. Die von Ihnen verschwiegenen Konsequenzen für die Verbraucher. Dies möchte ich anhand einer rein theoretischen Betrachtung durchführen, die einen wirksamen - wobei aber vollkommen unrealistischen - Außenschutz für die deutsche Landwirtschaft voraussetzt und zugleich den Landwirten ein auskömmliches Einkommen zugesteht. Als Referenzszenario habe ich stellvertretend die kleinstrukturierte und arbeitsintensive Agrarstruktur Westdeutschlands des Jahres 1970 gewählt, da diese nahe an Ihren strukturpolitischen Vorgaben bzw. der von Ihnen gewünschten arbeitswirtschaftlichen Situation der Landwirte liegen dürfte.

Hätte die deutsche Landwirtschaft diese Struktur, müssten sich die Preise für Butter, Milch, Eier und Fleisch geschätzt um das 2,5 bis 5,5 fache erhöhen. Nur wenn 250 Gramm Butter etwa 6 €, der Liter Milch circa 2,50 €, 1 kg Schweinekotelett etwa 26 € und 10 Eier circa 6 € kosten würden, könnten die Landwirte von ihrer Hände Arbeit leben. Aufgrund der entstehenden Produktivitätsrückschritte würde der Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten deutlich sinken. Aktuell geben die Deutschen dank einer hochproduktiven Landwirtschaft nur noch 11 % ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Vergleicht man dies mit den Zahlen aus 1970 lag der Anteil noch bei 18,8 %. Die deutsche Bevölkerung konnte in den letzten 43 Jahren das durch den Produktivitätsfortschritt der Landwirtschaft freiwerdende Geld in Wohnen, Verkehr, Nachrichtenübermittlung und auch in die Gesundheitspflege investieren. Zur Ehrlichkeit Ihrer Politik würde es gehören, schon einmal Vorschläge zu erarbeiten, wo der Durchschnitt der sächsischen Bevölkerung im täglichen Leben Abstriche machen müsste, wenn Ihre Agrarpolitik Raum greifen würde.

Sehr geehrter Herr Weichert,

als gelernter Kellner, Gaststättenleiter und ehemaliger selbstständiger Gastwirt müssten Sie doch aus eigener langjähriger Erfahrung im Gastronomiebereich am besten wissen, wie wenig Geld vielen Familien zum Lebensunterhalt zur Verfügung steht. Sagen Sie den einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen doch bitte, dass eine weitgehend vegane Ernährung Ergebnis Ihrer grünen Agrarpolitik wäre. Wenn das Ziel Ihrer Politik Verbraucherentmündigung durch staatlich verordneten Vegetarismus ist, dann verkünden Sie dies doch auch deutlich. Mir scheint, dass dies der wahre Kern Ihrer Forderungen nach einer Rolle rückwärts in der Agrarpolitik im Allgemeinen und der Tierhaltung im Besonderen ist.

Sehr geehrter Herr Weichert,

lernen Sie doch bitte aus den Fehlern von Bundesministerin Künast. Das Ergebnis des im deutschen Alleingang durchgepeitschten Ausstieges aus der Käfighaltung bei Legehennen war, dass die Käfige in Deutschland ab- und in den osteuropäischen Nachbarstaaten aufgebaut wurden. Dem ausgestalteten Käfig, der eine wesentliche Verbesserung des Tierwohles bewirkt hätte, wurde bewusst jede Perspektive entzogen. Im Ergebnis grüner Politik wurde dem Tierschutz ein Bärendienst erwiesen. Die Hennen wurden weitere Jahre in kleineren nicht ausgestalteten Käfigen gehalten. Die Eier aus der klassischen Käfigproduktion landeten in Form von Nudeln, Kuchen und vielen weiteren Produkten weiter auf deutschen Tischen. Im Ergebnis hat Frau Bundesministerin Künast nur Arbeitsplätze zerstört, das Problem über die Grenze geschoben und die Verbraucher hinters Licht geführt.

Genauso sachlich irreführend ist Ihr Hinweis, dass die industrielle Landwirtschaft für rund 13 % der Treibhausgase verantwortlich sei. Richtigerweise müsste man den Treibhausgasausstoß auf das erzeugte Produkt beziehen. Wählt man diesen Maßstab wird schnell klar, dass eine intensivere Tierhaltung weniger klimarelevante Gase erzeugt als eine extensive. Dies ist dem proportional geringeren Grundumsatz der Tiere bei höherer Leistung und den in Folge geringeren Tierbeständen geschuldet.

Lassen Sie mich abschließend den Bogen noch etwas weiter spannen. Die Weltbevölkerung wird bis 2040 oder 2050 weiter rasant wachsen. Mit Ausnahme von China im gesamten übrigen Asien, in Indien und besonders in Afrika. Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Afrika, wo mit einer Verdopplung der Bevölkerung im Vergleich zu 2000 gerechnet wird. Zeitgleich wächst in China und Indien eine starke Mittelschicht von etwa 800 Mio. Konsumenten heran, die etwa unser Kaufkraftniveau und auch unsere Ansprüche, gerade bei veredelten tierischen Produkten, haben werden. Dies wird einen dramatischen globalen Nachfragesog erzeugen. So verwundert es auch nicht, dass die Vereinten Nationen davon ausgehen, dass sich die globale Nahrungsmittelproduktion bis 2040 oder 2050 fast verdoppeln muss.

Parallel dazu geht in den Regionen mit dem stärksten Bevölkerungsanstieg die Zerstörung fruchtbaren Bodens durch anthropogene Desertifikation im rasanten Tempo weiter. In Afrika sind etwa zwei Drittel der Landwirtschaftlichen Nutzfläche bedroht, in Asien circa ein Drittel der fruchtbaren Böden und in Lateinamerika ungefähr 20 %. Zudem wird gerade in diesen Gebieten der Klimawandel zu Ertragsdepressionen von bis zu 20 % führen. Die Dramatik dieser Entwicklung kann auch mit einer weiteren Zahl belegt werden. Die Ackerfläche in Quadratmetern pro Kopf der Weltbevölkerung wird von aktuell etwa 2.500 Quadratmetern auf deutlich unter 1.800 sinken, wenn der Bevölkerungspeak von 9 bis 10 Milliarden Menschen erreicht sein dürfte. Aus meiner Sicht sollte es auch Sie zumindest nachdenklich stimmen, wenn die FAO schlussfolgert, dass das weltweite Wachstum der Agrarproduktion "nur schwer mit Nachfragesteigerungen in Schwellenländern mithalten kann."

Diese Analyse zeigt überdeutlich, dass die Sicherstellung der globalen Nahrungsversorgung nur mit einer intensiven und modernen Landwirtschaft gewährleistet werden kann. Mit der von Ihnen geforderten Rückkehr zu den ineffizienteren kleinen Gemischtbetrieben vergangener Zeiten, stehlen Sie sich aus Ihrer globalen Verantwortung. Zudem würde Ihre Politik die sächsischen Landwirte ihrer Exportchancen insbesondere bei hochwertigen tierischen Produkten berauben. Es wäre geradezu verwerflich, eine agrarstrukturell und klimatische Gunstregion wie Sachsen, die zudem über hervorragend ausgebildete Landwirte verfügt, allein auf den sächsischen Markt beschränken zu wollen.

Sehr geehrter Herr Weichert,

stellen Sie sich bitte den ökonomischen Realitäten und verlassen Sie Ihr ideologisches Wolkenkuckucksheim. Nutzen Sie nicht weiter derart schamlos die Unwissenheit und die von Ihnen bewusst geschürte Angst eines Großteils der städtischen Bevölkerung für eine fragwürdige grüne Maschinenstürmerei. Fortschritt und Strukturwandel sind der Motor ökonomischer Entwicklung und nicht der Beleg für den Untergang des Abendlandes.

Für ein vertiefendes Gespräch, in dem Sie mir die ökonomischen Grundlagen Ihres Konzeptes für eine Neuausrichtung der sächsischen Landwirtschaft erläutern, stehe ich Ihnen gern zu Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Vogel
Präsident

zurück