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Umweltbundesamt weist Sonnleitner zurecht
Pressemitteilung vom 25.09.2008


Das Umweltbundesamt (UBA) weist den Deutschen Bauernverband zurecht und bestätigt das Ergebnis einer Studie der Verbraucherorganisation foodwatch, nach der die Landwirtschaft das Klima erheblich belastet. In einer Mitteilung mit dem Titel "Bode fälscht Klimabilanz" hatte der Bauernverband mit Berufung auf Zahlen des Umweltbundesamtes daraufhin behauptet, die Land- und Forstwirtschaft würde mehr Klimagase binden als freisetzen. UBA-Vizepräsident Thomas Holzmann fordert jetzt in einem persönlichen Schreiben, das foodwatch vorliegt, Bauern-Präsident Gerd Sonnleitner auf, künftig Berechnungen des Umweltbundesamtes nicht falsch wiederzugeben. B

Bode: Soll und Haben gehören immer zusammen
Der Vorsitzende von Foodwatch, Thilo Bode, hat aufgrund einer Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung die Landwirtschaft als wichtigsten Emittenten von Treibhausgasen ausgemacht. Dabei stellte er die Landwirtschaft auf eine Stufe mit dem Straßenverkehr. Die Methangasemission eines Rindes wurden mit den Klimagasemissionen eines Autos verglichen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) weist diese Vorgehensweise nach einer Prüfung der Studie ganz entschieden zurück, da sie nicht einem wissenschaftlich seriösen Anspruch gerecht wird.
Selbstverständlich sei es richtig, auch die Klimagasemissionen der Landwirtschaft bilanziell unter die Lupe zu nehmen, betonte der DBV. Grundvoraussetzung sei dann aber auch, die Bindung und Eliminierung von Klimagasen durch die Land- und Forstwirtschaft zu berück­sichtigen. Jedes Rind, das Klimagas emittiert, füllt seinen Pansen nicht an der Tankstelle, sondern durch Gras, Getreide und sonstige Ackerfrüchte. Diese Pflanzen wiederum benötigen existentiell für ihr Wachstum Klimagase wie CO2. Denn Pflanzenwachstum ist nur möglich, wenn über Sonnenlicht und Fotosynthese aus CO2 und Wasser Kohlenhydrate werden. Das Bundesumweltamt bilanzierte deshalb, dass den Emissionen der Land- und Forstwirtschaft von 133 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr etwa eine Bindungswirkung von 168 Millionen Tonnen CO2 bzw. CO2-Äquivalent gegenübersteht. Per Saldo sind Land- und Forstwirtschaft also die einzigen Wirtschaftszweige, die mit ihrer Produktion zugleich auch Klimagase reduzieren und eine positive CO2-Bilanz haben.
Wer wie Thilo Bode diesen Zusammenhang übergeht und nur einseitig die Emissionen aufführt, betreibt Klimabilanz-Fälschung, kritisierte der DBV. Er schadet damit einer ernsthaften Auseinandersetzung darüber, was auch die Landwirtschaft zur Verringerung der Emissionen tatsächlich tun kann, von Leistungssteigerungen der Tiere und der Pflanzen bis hin zur gezielten Düngung und Fütterung. Wenn es den deutschen Milchbauern heute gelingt, mehr als 28 Millionen Tonnen Milch mit rund 4 Millionen Milchkühen zu erzeugen, in Neuseeland für diese Milchmengen aber doppelt so viel Tiere gehalten werden, dann zeigt sich, dass die deutschen Bauern sehr wohl den Klimaschutz ernst nehmen und die Zeichen der Zeit erkannt haben, erklärte der DBV.

Quelle: foodwatch e. V.

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