• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Ein Rathaus voll mit kommunistischen Diebesgut
Pressemitteilung vom 26.09.2002


Im Mai 1945 wurde ein Lumpenhändler Oberbürgermeister von Köthen, es war nur wichtig, das er Kommunist war, alles andere war egal. So handelte dieser Mann dann auch. Das Büro des „Oberbürgermeisters“ sollte nun auch „standesgemäß“ eingerichtet werden. So holte er sich also von meinen Eltern das Herrenzimmer im flämischen Stil, bestehend aus Esstisch mit vier Stühlen, einen Schreibtisch mit Stuhl und einen Bücherschrank. Diese Möbel hatten meine Eltern seit 1928 in Besitz. Nach einem halben Jahr war dieser Mensch nicht mehr tragbar, er wurde entlassen. Vorher aber unterschrieb er erst noch die Enteignung unseres Hofes und die Vertreibung von dort. Der „Oberbürgermeister“ kannte meine Eltern nicht und sie kannten diesen Mann nicht.

Nun kam die Wende 1989. Es ergab sich, dass Lüneburg mit Köthen eine Städtepartnerschaft eingehen wollte. Um diesen Plan zu unterstützen, bin ich in das Rathaus nach Köthen gefahren; es klappte dann auch mit der Städtepartnerschaft. Als ich im Rathaus war, wollte ich natürlich die uns gestohlenen Möbel sehen – es war nichts zu finden! Es hieß, die Möbel wären gestohlen worden.

Doch nun kam mir ein Zufall zu Hilfe: Das MDR – Fernsehen brachte Ende Oktober 2001 eine Reportage aus dem Rathaus von Köthen. Der Oberbürgermeister wurde im Sitzungssaal interviewt und im Hintergrund stand unser Bücherschrank. Das Diebesgut der Kommunisten! Es ist nicht das einzige Diebesgut, denn im gesamten Rathaus stehen Möbel, die den Opfern der stalinistischen Bodenreform gehören. Von den enteigneten Gütern und Bauernhöfen um Köthen herum wurde alles, was gut und teuer war in das Rathaus nach Köthen geschafft.

An jedem Möbelstück, das im Rathaus steht, hängt ein Familiendrama, denn die Eigentümer dieser gestohlenen Möbel wurden mit Gewalt von Haus und Hof vertrieben. Viele dieser Menschen landeten in den GPU-Kellern der Sowjets (damaliger Name der sowjetischen Geheimpolizei) oder sie wurden in die sowjetischen KZ-Lager auf Rügen, Halle Bautzen usw. verschleppt. Unserer Familie blieb dieses Schicksal erspart, da wir kurz vorher gewarnt wurden. Diese Gesellschaftsschicht musste nach den Vorstellungen der KPD/SED zu beseitigen sein. Unterlagen für die Ausrottungspläne der KPD/SED findet man heute in Archiven. Hunger, Tuberkulose und Typhus haben viele Menschen in diesen Lagern hingerafft.

Nach dem Fernsehinterview des Oberbürgermeisters bin ich nach Köthen gefahren und habe auch tatsächlich unsere Möbel gefunden. Den Oberbürgermeister habe ich schriftlich aufgefordert, das kommunistische Diebesgut zurückzugeben.

Nach drei Monaten bekam ich einen abschlägigen Bescheid. Er beruft sich auf das Bundesverfassungsgericht und sieht sich als rechtmäßiger Eigentümer.

Hier irrt der Herr Oberbürgermeister! Unter die stalinistische Bodenreform fallen nur die Immobilien, aber nicht die Mobilien, das heißt die Möbel. Da ich in diesem Fall den besten Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung meiner Rechte beauftragt habe, der sich mit dieser Materie sehr gut auskennt, bin ich auch über die rechtlichen Dinge ausreichend aufgeklärt worden. Der Rechtsanwalt Dr. Dr. Winfried Schachten aus Bautzen, hat sich extra in Westdeutschland beurlauben lassen, um den Opfern von Willkür und Ungerechtigkeit der ehemaligen DDR zu helfen. Er ist leider sehr überlastet, weil es eben so viele rechtlich ungeklärte Fälle gibt. Ausgerechnet ein westdeutscher SPD-Mann ist nun der Köthener Oberbürgermeister geworden, ein Mann, der sich nicht in der Lage der Enteigneten versetzen kann, da er ja nur im Westen gelebt hat und es ihm sicherlich niemals schlecht gegangen ist. Mit seiner Meinung bewegt er sich allerdings nahe der Auffassung der Vorwendekommunisten.

Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern, was viel schlimmer ist, zu Gewohnheiten. Es wäre für die Nachkommen der Enteigneten, der Opfer der Boden-und Industriereform interessant, einmal in den Rathäusern der ehemaligen DDR nachzusehen, ob sich noch hier Familieneigentum befindet.

Ich werde weiter alle Mittel nutzen, die mir zur Verfügung stehen, um die uns durch deutsche Kommunisten gestohlenen Möbel wieder in die Familie Busch zurückzuführen.

Die Anerkennung der stalinistischen Bodenreform ist und bleibt auch in Zukunft eine Schande für den Rechtsstaat Deutschland!

Hasso Busch, Brietlingen

zurück