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Auch Stoiber wäre ein LPG-Mann geworden
Pressemitteilung vom 26.09.2002


Wir hätten es gesehen: Auch Stoiber wäre zum LPG-Mann geworden. Stoiber hatte mit Carstensen die alte DBV-Klientel der Agrarindustrie und die roten LPG-Barone bedient. Die agrarindustrielle DBV-Politik wäre bruchlos weitergegangen, als hätte es BSE-Krise und fast monatliche Lebensmittelskandale nicht gegeben. Die Altschulden der LPGen wären auch mit Stoiber den „LPG-Verschiebern“ erlassen worden, als ob diese sich nicht schon viel zu gesund gestoßen hätten am Vermögen der Mitglieder.

Ein LPG-Heilungsgesetz sollte unter Stoiber den LPG-Betrug und die Beihilfe zur Untreue aus der Jähnichen-Flath-Kolbe-Sklenar-Welt schaffen. Kein Unterschied zwischen Unionspolitikern und „LPG-Ministern“ wie Thalheim (SPD) oder gar rausgeflogenen PDS`lern, die sich derartige LPG-Wohltaten selbst nie erlaubt hätten.

Stoiber wollte für alle Rechtsformen „eine gleichmäßige Förderung“. Diese Redensarten sind wir im Osten satt. Damit ging schon Jähnichen hausieren und vernebelte die Unterschiede, zwischen Bonze und Bauer. Schon allein wegen der schieren Betriebsgröße der Agrarholdings und Agrar-Kapitalgesellschaften mit ihrer anonymen, beschränkten und unpersönlichen Haftung, darf es eine „gleichmäßige Förderung“ nicht länger geben, weil das eine zutiefst ungleiche und ungerechte Förderung ist, forderte VDL-Präsident Dieter Tanneberger. Diese CDU, wenn sie denn regieren hätte dürfen, hätte die Marktchancen aller Klein- und Mittelbauern weiter verschlechtert.

Auch der Öko-Landbau, mit weniger Landschaftsverbrauch, geringerer Chemisierung und artgerechterer Tierhaltung, hat schließlich mehr Kosten. Doch weder CDU/CSU noch DBV wollen Bio-Höfe, wobei doch jeder bayrische Landwirt unter 50, ja unter 100 Hektar, einem Bio-Hof gleichkommt. Die grüne Agrarwende haben Union und DBV-Großbauernverband immer wieder bekämpft und geschlossen abgelehnt.

Nicht von ohne sollte 1998 (nach Bocklet) Sonnleitner (statt Miller) bayerischer Landwirtschaftsminister werden. Stoiber hängt hier ganz in den Fängen des DBV und hat sich von den Interessen der bäuerlichen Landwirtschaft außerhalb Bayerns, für die er eigentlich stehen wollte, längst verabschiedet. Und die Öko-Betriebe sollten auch unter Stoiber in der Nische von unter zwei Prozent bleiben.

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