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Seehofer will Öko-Förderung streichen
Pressemitteilung vom 20.09.2007


Wie die Frankfurter Rundschau verlautet will CSU-Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer das Bundesprogramm Ökologischer Landbau zusammenstreichen. Noch zu Künasts Zeiten standen für das Programm bis zu 35 Millionen Euro zur Verfügung. Schon Rot-Grün kürzte das Programm auf 20 Millionen pro Jahr, nach dem etwa die Werbung für den Selbstläufer Biosiegel unnötig wurde und manch anderes Projekt, so Insider, "Agenturen fett gemacht hat", aber wenig für Landwirte oder Verbraucher gebracht habe, so die Frankfurter Rundschau.

Nun regt sich Widerstand
Laut Frankfurter Rundschau regt sich nun Widerstand, auch aus Regierungskreisen. Der SPD-Agrarexperte Gustav Herzog nannte die Kürzung ein “falsches Signal" in einer Zeit, in der die Nachfrage nach heimischer Bio-Ware nicht gedeckt werden könne. SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber warnt den Minister davor, “falsche Prioritäten" zu setzen. Die SPD werde diese Politik nicht mittragen.
Auch die Landbau-Organisation Bioland verlangt eine verbesserte Förderung. Der Etat solle auch weiterhin 20 Mio. Euro umfassen. Der agrarpolitische Experte von Bioland, Gerald Wehde, verweist auf Geld für Beratung zur Umstellung eines konventionellen auf einen ökologischen Hof. Während Bio boomt, seien 2006 weniger landwirtschaftliche Höfe denn je umgestellt und parallel die Umstellungsprämien zusammengestrichen worden. Dies zeige die Notwendigkeit staatlicher Hilfen.

Wichtig ist die Öko-Forschung
Rund 8 Mio. Euro in diesem Jahr und 6 bis 7 Mio Euro in 2008 fließen in einen Sektor, der großen Nachholbedarf habe. Projekte zum Ersatz des problematischen Einsatzes von Kupfer im Bio-Pflanzenschutz benötigten weitere Mittel. Zwar wurde das Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst bei Lübeck entgegen Seehofers ersten Absichten vor der Schließung bewahrt. Doch der Nachholbedarf in der Öko-Forschung sei immens. Für die Forschung der Agro-Gentechnik hingegen fließt das Geld. Dafür, zitiert Andreas Bauer vom Münchener Umweltinstitut eine Antwort der Regierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen, gebe der Bund im Jahr 25 Millionen Euro aus, während sie die Öko-Förderung auf Null fährt. Bauer: Diese "Zahlen sind Indiz für die völlige Ignoranz der Koalition" gegenüber dem Wunsch der Bürger nach gentechnikfreien und natürlichen Lebensmitteln.

Bundesprogramm Ökolandbau aufrechterhalten
Zu den Plänen von Bundesminister Seehofer, das Bundesprogramm Ökolandbau bis 2010 auslaufen zu lassen, erklären Ulrike Höfken, Sprecherin für gesundheitlichen Verbraucherschutz, und Cornelia Behm, agrarpolitische Sprecherin:
Die Bundesregierung muss die Kürzungen des Bundesprogramms Ökolandbau sofort zurücknehmen. Weder die geplanten Kürzungen im kommenden Jahr von 16 auf 10 Millionen Euro noch das Auslaufen ab 2010 sind hinnehmbar.
Es ist absurd, wenn Bundesminister Seehofer der Ökolandbau-Forschung den Geldhahn zudreht, die Bundesregierung aber gleichzeitig Forschungsprojekte zu gentechnisch veränderten Pflanzen mit 25,2 Millionen Euro fördert, darunter beispielsweise die Entwicklung eines kälteresistenten Weihnachtssterns. Nach wie vor lehnen 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher gentechnisch veränderte Nahrungsmittel ab. Auch das ist ein Grund, warum der Markt für Bio-Produkte seit Jahren im zweistelligen Bereich wächst. Bei Bio-Produkten können die Verbraucherinnen und Verbraucher sicher sein, dass keine gentechnisch veränderten Rohstoffe drin sind.
Damit endlich mehr heimische Landwirte am Bio-Boom partizipieren können, müssen Maßnahmen wie die Forschung im Ökolandbau und die Umstellungsberatung beibehalten und deutlich besser gefördert werden. Das Bundesprogramm Ökolandbau ist dazu das richtige Instrument.

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