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Präventionsbericht 2005 der Landwirtschaftlichen Berufgenossenschaft Mittel- und Ostdeutschland (MOD)
Tödliche Arbeitsunfälle
Pressemitteilung vom 21.09.2006


* beim Umgang mit technischen Arbeitsmitteln
- Um eine Störung am Knoter zu beseitigen, begab sich ein Landwirt unter eine Presse, ohne die Maschine abzustellen. Er wurde von der Nadelschwinge erfasst und gegen das Grundgestell der Presse gedrückt.

- Ein Landwirt wurde von einem Schlepper, der sich infolge nicht betätigter Feststellbremse in Bewegung setzte, überrollt.

- Auf hängigem Gelände kam ein Schlepper mit Anhänger ins Rutschen. Der Anhänger schob den Schlepper um. Beim Umsturz erlitt der Fahrer tödliche Verletzungen.

- Ein Versicherter wurde mit seinem Schlepper in einem Wassergraben aufgefunden.

- Beim Betätigen des Entleerungshebels an einem Eigenbau-Betonmischer erlitt ein Versicherter infolge unsachgemäßer Elektroinstallation einen tödlichen Stromschlag.

- Beim Wechseln eines defekten Endlagenschalters an einer Güllerührbrücke wurde ein Betriebselektriker durch einen Stromschlag getötet. Er hatte versäumt, die Anlage stromlos zu schalten.

* beim Umgang mit Tieren
- Ein Landwirt betrat die Weide allein, um eine Trächtigkeitskontrolle vorzunehmen. Dabei wurde er vom freilaufenden Bullen angegriffen und tödlich verletzt.

- Ein Landwirt wollte ausgebrochene Tiere zur Weide zurückbringen. Dabei wurde er vermutlich vom mitlaufenden Bullen angegriffen und tödlich verletzt.

- Ein Versicherter wurde nach einer Ausfahrt mit einem Gespannfahrzeug auf einem Feld gefunden. Er verstarb an seinen schweren Verletzungen.

* bei der Waldarbeit
- Beim Fällen einer Pappel begab sich ein „Sicherungsposten“ in den Gefahrbereich. Er wurde von den Ästen erfasst und niedergeworfen und verstarb später im Krankenhaus.

- Bei Fällarbeiten trat ein Forstarbeiter beim Fallen eines Baumes nicht auf die vorbereitete Rückweiche und wurde beim Aufschlagen des Stammes vom Stammfuß getroffen.

- Ein Auszubildender sollte gefällte Bäume am Seilkran anschlagen. Er begab sich ohne Wissen des Sägenführers in den Gefahrbereich und wurde von einem fallenden Baum getroffen.

- Ein Forstunternehmer war mit dem Fällen von Buchen beschäftigt. Wegen falscher Schnitttechnik fiel der Baum nicht in die vorgesehene Richtung und traf einen Helfer, der sich im Gefahrbereich aufhielt.

- Ein Versicherter wollte einen „Hänger“ durch stückweises Absägen zu Fall bringen. Er wurde vom fallenden Baum erschlagen.

- Ein Forstwirt produzierte einen „Hänger“. Ohne ihn vollständig zu Fall zu bringen, arbeitete er im Gefahrbereich weiter. Durch eine Windböe löste sich der „Hänger“ und erschlug den Forstwirt.

* Tödliche Sonstige Unfälle
- Zur Vorbereitung der Gülleentnahme bestieg ein Versicherter eine Arbeitsplattform am Hochbehälter. Als eine Halterung brach, kippte die Plattform ab und der Versicherte stürzte aus ca. 3 m Höhe auf den Boden.

- Ein Unternehmer verunglückte tödlich, als er von einem Laufsteg stürzte, der nicht mit einem Geländer gesichert war.

* Tödliche Wege- / Wegeverkehrsunfälle
- Ein Versicherter prallte auf dem Weg zur Arbeit mit seinem Moped gegen eine Straßenbaumaschine.

- Ein Jagdpächter verunfallte auf dem Weg zu seinem Jagdrevier tödlich.

- Ein Jagdpächter wurde auf dem Heimweg bei der Auffahrt auf die Hauptstraße von einem PKW erfasst.

- Ein Jagdpächter stieß auf dem Heimweg von seinem Revier mit einem anderen PKW zusammen.

- Ein Auszubildender befand sich mit seinem Motorrad auf dem Weg zur Arbeit. Dabei kollidierte er mit einem auf seiner Fahrspur entgegenkommenden PKW.

- Auf dem Heimweg geriet ein Versicherter mit seinem Fahrzeug in den Gegenverkehr.

- Eine Versicherte war mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit. Dabei wurde sie von einem LKW erfasst und tödlich verletzt.

- Auf dem Heimweg mit dem Fahrrad wurde ein Versicherter von einem PKW erfaßt und getötet.

- Ein Landwirt transportierte mit einem Pferdegespann Mist. Dabei wurde er von hinten von einem PKW angefahren. Er starb an seinen Verletzungen.

Typische Unfälle mit schweren Verletzungen
Reparatur - oder Entstörungsarbeiten bei laufendem Antrieb
- Ein Versicherter hatte an einem Traktor ZT 300 Öl aufgefüllt. Als er übergelaufenes Öl an der Rahmenunterseite abwischen wollte, wurde seine Hand von der freilaufenden Kupplung erfasst. Ursache: Wartung bei laufendem Motor, fehlende Abdeckung. Folgen: Abtrennung Finger

- Zum Reinigen eines Futterladewagens stieg ein Auszubildender bei laufenden Walzen auf die Ladefläche und wurde eingezogen. Ursache: Reinigungsarbeiten bei laufenden Walzen. Folgen: schwere Schnittverletzungen auf der gesamten linken Körperseite.

- Beim Ausbringen von Dung bemerkte ein Unternehmer eine Störung am Streuer. Ohne die Zapfwelle auszuschalten, begab er sich in der Bereich der Streuwalzen, wurde erfasst und zwischen unterer Streuwalze und Kratzerboden eingezogen.
Ursache: Störungssuche bei eingeschalteter Zapfwelle. Folgen: schwere Verletzungen im Kopf-, Hals- und Schulterbereich

- Beim Aussieben von Steinen auf den Feld bemerkte ein Arbeitnehmer eine Störung am Dammsiebgerät. Er kletterte bei eingeschaltetem Antrieb auf die Maschine. Dabei rutschte er ab und wurde durch die Maschine gezogen.
Ursache: Störungssuche bei laufendem Antrieb. Folgen: schwere Verletzungen Unterschenkel, Kopf, Rücken.

- Ein Versicherter stieg zu Reinigungszwecken auf einen Mineraldüngerstreuer. Als er das Schutzgitter hochklappte, rutschte er ab und geriet mit dem Fuß in die laufende Welle. Ursache: Reinigungsarbeiten bei laufendem Antrieb, Abbau Schutzeinrichtung. Folgen: Frakturen Mittelfuß

- Nach Beendigung der Arbeiten beabsichtigte ein Landwirt, seinen Schwader in Transportstellung zu bringen. Dabei wurde sein Unterschenkel eingequetscht.
Ursache: Umrüstarbeiten bei laufendem Antrieb. Folgen: Quetschverletzungen, Hautabschürfungen.

- Beim Anlaufen eines Düngerstreuers griff die Ehefrau eines Unternehmers an den Streuteller, um das Herausfallen einer größeren Düngermenge zu verhindern.
Ursache: Fehlhandlung, Inbetriebsetzen des Streuers, obwohl sich die Ehefrau noch im Gefahrbereich aufhielt. Folgen: schwere Handverletzungen.

- In zwei Fällen stellten Versicherte Störungen beim Bindevorgang an Ballenpressen fest. Zur Beseitigung begaben sie sich in den Gefahrbereich, ohne den Antrieb abzuschalten und die Schwungmassenbremse einzulegen. Dabei wurden sie zwischen Nadelschwinge und Rahmen eingeklemmt. Ursache: Reparaturarbeiten ohne Sicherung gegen ungewollte Bewegung. Folgen: Rippenfrakturen, Lungenverletzungen, Prellungen.

- In vier Fällen wurden Versicherte, die bei laufendem Kartoffelroder Verstopfungen im Bereich der Siebketten beseitigen wollten, eingezogen. Ursache: Störungsbeseitigung bei laufender Maschine. Folgen: Frakturen und Quetschungen Bein und Fuß.

- Zum Beseitigen eines Folienrestes stieg ein Versicherter in einen Futtermischwagen ohne den Antrieb abzuschalten. Er wurde zwischen Mischpaddel und Außenwand eingequetscht. Ursache: Störungsbeseitigung bei laufender Maschine. Folgen: Quetschungen und Prellungen an den Beinen.

Schwere Unfälle durch fehlende Schutzeinrichtungen
- Ein Arbeitnehmer wollte im Bergeraum liegendes Stroh mit einem Hoftraktor beräumen. Dabei wurde er von einem Großballen getroffen. Ursache: Hoftraktor ohne Schutzeinrichtung gegen herabfallende Ballen. Folgen: schwere Wirbelsäulenverletzung, Kopfplatzwunde.

- Ein Landwirt schaltete die Gelenkwelle an einem gezogenen Rübenroder ein, um einen Probelauf durchzuführen. Dabei wurde seine Jacke vom maschinenseitigen Gelenkwellenanschluss erfasst. Ursache: ungenügend geschützter Gelenkwellenanschluß. Folgen: Frakturen Arm, Prellungen und Abschürfungen Oberkörper.

- Ein Landwirt wollte an einer Pflanzenschutzspritze einen Defekt an der Elektrik beseitigen. Dabei wurde seine Hand vom Arretierungsstift der Gelenkwelle erfasst.
Ursache: fehlender geräteseitiger Schutz, Reparatur bei laufender Maschine.
Folgen: schwere Handverletzungen.

- Ein Betriebshandwerker wollte die Ursache einer Störung an einem Futterband feststellen. Dazu verließ er das Bedienpodest und kletterte auf das Futterband. Dabei wurde er vom Antrieb der Abstreiferweiche erfasst. Ursache: Anlage wurde nicht abgestellt, kein sicherer Arbeitsplatz. Folgen: Risswunden und Quetschungen rechte Körperseite.

- Ein Tierpfleger beseitigte mit einem Radlader Strohreste in der Nähe eines Ballenstapels. Dabei traf ihn ein herabfallender Großballen am Kopf.
Ursache: Nutzung eines Laders ohne Schutzeinrichtung gegen herabfallende Ballen.
Folgen: Platzwunde, Verletzungen der Wirbelsäule.

Unfälle durch Aufspringen auf Fahrzeuge
- Beim Versuch, auf einen anrollenden Schlepper zu springen, wurde ein Landwirt vom Hinterrad überrollt. Ursache: Feststellbremse nicht betätigt, Aufspringen währen der Fahrt. Folgen: Rippenfrakturen, Prellungen.

- Beim Versuch, auf einen fahrenden Kartoffelroder aufzuspringen, rutschte ein Auszubildender ab und wurde überrollt. Ursache: Aufspringen während der Fahrt
Folgen: schwere Verletzungen Kopf und Rumpf.

- Eine Versicherte wollte während der Fahrt auf Anhänger aufspringen, rutschte ab und wurde überrollt. Ursache: Aufspringen während der Fahrt.
Folgen: schwere Beckenverletzungen, Unterschenkeltrümmerfraktur.

Unfälle bei Werkstattarbeiten
- Zum Füllen eines Luftreifens hockte sich ein Versicherter vor das Rad. Beim Füllen riss die Felge, der Schlauch platzte und die Druckwelle schleuderte dem Versicherten Splitter in das Gesicht. Ursache: Aufenthalt im Gefahrbereich durch zu kurzen Füllschlauch. Folgen: Splitterverletzungen Gesicht und Augen.

- Ein Versicherter wollte ein Rad eines Zweiachsanhängers (Baujahr 1954) aufpumpen. Er hockte direkt davor, als das Rad auseinander flog. Ursache: Aufenthalt im Gefahrbereich, starke Korrosion an Felge und Sprengring. Folgen: schwere Gesichtsverletzungen.

- Bei Arbeiten an einer Drehmaschine wurden lockere Kleidungsstücke eines Versicherten erfasst und eingezogen. Ursache: Tragen von lockerer Kleidung.
Folgen: Frakturen Rippen und Schlüsselbein, Bauchdeckenkontusion.

- Ein Landwirt benutzte zu Reparaturzwecken an einer Heupresse einen Maulschlüssel, den er im Schraubstock kalt angewinkelt hatte. Der Schlüssel brach und die Hand schlug gegen das Fadenmesser. Ursache: Nutzung von ungeeignetem Werkzeug. Folgen: Schnittwunde mit Sehnendurchtrennung.

Unfälle bei der Holzbearbeitung
- Beim Probelauf einer Eigenbau-Vertikalholzspaltmaschine (hydraulisch) korrigierte der Unternehmer mit der linken Hand die Lage des Stammstückes. Der Spaltkeil traf die Hand. Ursache: fehlende Zweihandbedienung. Folgen: Teilabtrennung des linken Daumens.

- Zum Schneiden von Brennholz benutzte ein Versicherter eine Tischkreissäge. Beim Andrücken des Schnittgutes rutschte er ab und geriet an das Sägeblatt.
Ursache: nicht bestimmungsgemäße Verwendung der Säge. Folgen: Teilabtrennung Finger, Schnittverletzungen Handrücken.

- Ein Versicherter spaltete Holz mit einem Vertikalspalter (Eigenbau). Dabei löste er den Spaltvorgang aus, obwohl er das aufgesetzte Holzstück noch mit der Hand am oberen Ende festhielt. Ursache: fehlende Zweihandbedienung. Folgen: Abtrennung Daumen und Zeigefinger.

- Zum Schneiden von Brennholz nutzte ein Versicherter eine Baustellenkreissäge. Als sich ein Stamm verdrehte, griff der Versicherte in das Sägeblatt. Ursache: fehlende Haltevorrichtung. Folgen: Abtrennung Mittelfinger, Fleischwunden.

- Beim Schneiden von Brennholz mit einer Wippkreissäge wurde das Holzstück herausgeschleudert und traf den Versicherten im Gesicht. Ursache: Prüfung, ob technischer Mangel vorlag, läuft. Folgen: schwere Gesichts- und Kieferverletzungen. Arbeiten auf Dächern

- Beim Transport von Dachplatten trat ein Versicherter auf eine Polyesterplatte. Diese brach durch und der Versicherte stürzte aus ca. 3 m Höhe auf den Betonfußboden. Ursache: fehlende Laufbohlen, keine Absturzsicherung.
Folgen: Radiusköpfchenfraktur rechts.

- In zwei Fällen betraten Versicherte Wellasbestzement-Dächer ohne ausreichende Sicherung, brachen durch und stürzten ab. Ursache: unzureichende lastverteilende Beläge und fehlende Absturzsicherung. Folgen: Frakturen, Schädel-Hirn-Trauma, Platzwunden, Prellungen.

- In zwei Fällen traten Landwirte beim Austauschen von Asbestzement-Welltafeln neben die Laufbohle und stürzten ab. Ursache: fehlende Absturzsicherung. Folgen: Frakturen.

Sonstige Abstürze
- Beim Zurückschlagen der Abdeckfolie auf dem Siliergut stürzte ein Versicherter aus ca. 3,60 m Höhe ab. Ursache: Abstand zwischen Abdeckung und Entnahmekante betrug nur 0,6 m. Folgen: Frakturen und Prellungen an Beinen, Kopf und Armen.

- Um die Ursache für einen nicht schließenden Schieber in einer Güllepumpstation zu ermitteln, stieg ein Versicherter ohne Schutzausrüstung auf ein Zwischenpodest im Tiefbauteil. Ursache: fehlende Nutzung der Schutzausrüstung, fehlende Absicherung durch andere Personen. Folgen: Güllegasvergiftung.

- Zu Reparaturzwecken betrat ein Versicherter einen Zwischenboden, brach durch die Decke und stürzte aus ca. 3 m Höhe ab. Ursache: vorhandene Laufbohlen wurden nicht benutzt, fehlende Absturzsicherung. Folgen: offene Unterschenkel-Mehrfachfraktur.

- Bei der Entnahme von Jauche betrat ein Tierpfleger die Grubenabdeckung und brach durch. Ursache: fehlende Kontrolle des Zustandes der Abdeckung. Folgen: Schürfwunden, Prellungen.

Umgang mit freilaufenden Rindern
- Ein Tierpfleger betrat allein einen Stallbereich, um den in der Herde frei laufenden Bullen zurückzutreiben. Dabei wurde der Tierpfleger, als er sich umdrehte, vom Bullen angegriffen und gegen eine Absperrung gedrückt. Ursache: Betreten des Stalles ohne zweite Person. Folgen: schwere Verletzungen im Bauchraum.

- Ein Melker betrat den Stall, um die Kühe zum Melken zu treiben. Dabei griff der mitlaufende Bulle sofort an und attackierte mehrmals. Der Melker konnte sich zum Futtertisch retten. Ursache: Betreten des Stalles ohne Hilfsperson. Folgen: gebrochene Wirbel, innere Verletzungen, schwere Knieverletzungen, Prellungen.

- Ein Betriebsunternehmer betrat einen Laufstall, um nach einer Färse zu sehen. Dabei wurde er vom freilaufenden Bullen sofort angegriffen. Ursache: Betreten des Laufstalles ohne Hilfsperson. Folgen: Frakturen Rippen und Brustbein, Lungenquetschungen.

- Ein Versicherter betrat allein eine Laufbox, um eine Jungkuh zum Melkstand zu treiben. Dabei wurde er vom freilaufenden Bullen angegriffen. Ursache: Betreten der Laufbox ohne Helfer, ohne Fluchtmöglichkeit und ohne Abwehrhilfe
Folgen: Kopfverletzungen, schwere Prellungen.

- Beim Verladen von Rindern stellte sich ein Unternehmer Rindern in den Weg, die wieder in Richtung Koppel rannten. Eine ausreichende Fluchtmöglichkeit bestand nicht. Der Unternehmer wurde vom Kopf eines Rindes getroffen.
Ursache: Treiben mit ungenügender Sicherung gegen Ausbruch der Tiere.
Folgen: Verletzungen der Halswirbelsäule, Beeinträchtigung des Hörvermögens, Schädel-Hirn-Trauma.
- Beim Einziehen von Ohrmarken wurde ein Tierpfleger, als er am Schlepper stand, von der Mutterkuh angegriffen und mehrmals attackiert. Ursache: ungenügende Aufmerksamkeit. Folgen: Rippenfrakturen, Prellungen, Kopfplatzwunde.

Umgang mit Pferden
- Während des Führens schreckte ein Pferd, schlug aus und traf einen Versicherten im Gesicht. Beim Sturz erlitt der Versicherte schwere Halswirbelverletzungen.
Ursache: Schreckreaktion (Ursache unbekannt). Folgen: schwere Gesichtsverletzungen, Querschnittslähmung.

Umgang mit Schafböcken
- Bei der Kontrolle einer Schafweide wurde eine Versicherte mehrfach vom Schafbock angegriffen. Ursache: Betreten der Weide allein und ohne Fluchtmöglichkeit. Folgen: Frakturen Oberschenkel und Hand.

Hochsitze
- Ein Jäger schnitt an einer Kreissäge Leitersprossen auf Länge. Beim Wegnehmen des Restholzes wurde seine Hand vom Sägeblatt erfasst. Ursache: Beseitigen von Resten mit der Hand, Tragen von Handschuhen. Folgen: Endgliedverlust Mittel- und Zeigefinger.

- Ein Jagdhelfer bestieg eine Mehrzweckleiter, um ein Regendach über dem Ansitz zu montieren. Beim Hantieren mit dem Akku- Schrauber verlor er das Gleichgewicht und stürzte ab. Ursache: unsicherer Standplatz. Folgen: Becken- und Rippenfrakturen.

Unfall beim Umgang mit Waffen
- Der Fahrer eines Mähdreschers wurde bei der Maisernte von einem Geschoss getroffen. Mehrere Jäger hatten sich zur Jagd auf Schwarzwild und Füchse um das Feld postiert. Ursache: Schussabgabe, ohne sich zu vergewissern, dass niemand gefährdet wird. Folgen: Schussverletzung Oberschenkel.

Aufenthalt im Gefahrbereich bei Waldarbeiten
- Ein Waldarbeiter sollte gefällte Laubbäume außerhalb des Gefahrbereiches weiterer zu fällender Bäume entasten. Beim Fällen des nächsten Baumes betrat er, unbemerkt vom Motorsägenführer, den Gefahrbereich und wurde von einem fallenden Baum getroffen. Ursache: Betreten des Gefahrbereiches. Folgen: Querschnittslähmung.

- Ein Forstarbeiter lud Langholz mittels Ladekran auf einen Anhänger. Dabei traf er mit dem Ausleger eine im Schwenkbereich stehende Buche. Der herabfallende Ast traf den Forstarbeiter. Ursache: ungenügende Arbeitsfreiheit im Schwenkbereich.
Folgen: Frakturen Arm, Verletzungen Kopf und Schulter.

- Beim Ablegen eines Stammes am Seilkran löste sich die Kette. Der Stamm rutschte den Hang hinab und erfasste einen Forstarbeiter.
Ursache: Aufenthalt im Gefahrbereich unterhalb der Last. Folgen: Beckentrümmerbruch, Querfortsatzbrüche der Lendenwirbelkörper,Muskelfaserrisse, Weichteilverletzungen.

Falsche Einschätzung der Spannungsverhältnisse am Baumstamm
- Ein Forstunternehmer wollte einen auf einem Polter liegenden Stamm mit der Motorsäge ablängen. Dabei verklemmte die Säge. Um die Säge herausziehen zu können, wurde der Stamm mit dem Rückezug etwas angehoben. Beim Versuch, die Säge nun herauszuziehen, wurde der Vater des Unternehmers von abrutschenden Stämmen eingeklemmt. Ursache: falsche Arbeitsdurchführung. Folgen: Verlust Unterschenkel.

- Ein Forstwirt entastete einen Baum, der über einem anderen Baum lag. Beim Abtrennen des Wipfels rollte der Baum ab und quetschte den Forstwirt ein.
Ursache: ungenügende Beurteilung der Lage- und Spannungsverhältnisse.
Folgen: 5-facher Beckenbruch.

- Beim Rücken mit ferngesteuerter Winde blieb ein Stamm an einem Wurzelstock hängen, schlug herum und traf den Windenführer. Ursache: Aufenthalt im Gefahrbereich. Folgen: Frakturen Rippen und Schlüsselbein.

Falsche Fälltechnik
- Ein Waldbesitzer versuchte einen „Hänger“ durch Darüberwerfen eines anderen Baumes zu Fall zu bringen. Vom abrutschenden Baum wurde die in unmittelbarer Nähe stehende Ehefrau getroffen. Ursache: falsche Fälltechnik, Aufenthalt im Gefahrbereich. Folgen: Frakturen Knöchel und Mittelfuß.

- Beim Fallen stützte sich eine Kiefer auf ihre Äste und der Stammfuß kippte zur Seite. Dabei wurde der Betriebsunternehmer am Bein getroffen und eingeklemmt.
Ursache: Aufenthalt im Gefahrbereich. Folgen: Kapselriss linkes Knie.

- Ein Versicherter stand in einer Kopfweide und wollte mit der Motorsäge einen Ast abtrennen. Der Ast riss auf, schnellte nach oben und traf den Versicherten im Gesicht. Ursache: fehlende Beurteilung der Spannung im Ast, kein sicherer Standplatz für Arbeiten mit der Motorsäge. Folgen: Frakturen des Ober- und Unterkiefers, Gehirnerschütterung.

Sonstige Unfälle durch Verhaltensfehler
- Ein Landwirt wollte einen Strohballen auf dem Hänger teilen. Beim Öffnen der Bindung stürzte er vom Hänger und schlug mit dem Kopf auf die Zuggabel.
Ursache: falsche Arbeitsorganisation, Unachtsamkeit. Folgen: Schädelfraktur mit Knochensplittereinsprengung.

- Ein Landwirt lud Mist auf. Dabei traf er seine Lebensgefährtin, die sich unbemerkt genähert hatte, mit der Mistgabel am Auge. Ursache: fehlende Abstimmung.
Folgen: evtl. Augenverlust.

- Ein Landwirt überquerte mit seinem Schlepper einen unbeschrankten Bahnübergang. Dabei übersah er den herankommenden Zug.. Ursache: ungenügende Aufmerksamkeit. Folgen: schwere Verletzungen im Kopf- und Halsbereich, Mehrfachfrakturen.

- Um einen überhängenden Ast zu beseitigen, stieg ein Arbeitnehmer in die Schaufel eines Laders und ließ sich hochfahren. Die Schaufel kippte und der Versicherte stürzte ab. Ursache: nicht bestimmungsgemäße Verwendung
Folgen: Rippenfrakturen.

- Ein Traktorist bestieg die Ackerschiene eines Schleppers, um die Heckscheibe zu reinigen. Beim Zurücktreten rutschte er ab und fiel auf den Betonboden.
Ursache: Arbeiten auf ungeeignetem Standplatz. Folgen: Schädel-Hirn-Trauma, Wirbelsäulendistorsion, Prellungen.

- Um die Fahrspur des Schleppers zu kontrollieren, stand ein Versicherter vom Fahrersitz auf und lehnte sich aus dem Schlepper. Dabei fiel er infolge einer Unebenheit aus dem Schlepper und wurde vom Hinterrad überrollt. Ursache: Verhaltensfehler. Folgen: Frakturen, Quetschungen Oberschenkel.

- Ein Versicherter wollte einem Kind, dass auf dem Fahrersitz saß, die Funktionsweise eines Bobcat erläutern. Dazu begab er sich ebenfalls in die Kabine. Während der Erklärungen rutschte der Versicherte ab und betätigte versehentlich den Frontlader. Dabei wurde sein Kopf zwischen Frontlader und Kabinendach eingeklemmt. Ursache: nicht bestimmungsgemäße Bedienung. Folgen: Querschnittslähmung.

- Beim Rückwärtsfahren stieß ein Versicherter mit dem Schiebeschild seines Radladers einen Torpfeiler um. Dabei wurde der Fahrer von herabfallenden Teilen getroffen. Ursache: Unaufmerksamkeit, fehlende Stabilität. Folgen: Rippenfrakturen, Quetschungen.

- Zum Umstellen eines Schwaders von Transport- in Arbeitsstellung wollte ein Versicherter eine Sperrklinke mit einem Hammer lösen. Das Seitenteil klappte ab und traf den Versicherten am Rücken. Ursache: unsachgemäße Bedienung. Folgen: Bruch Lendenwirbelkörper, teilweise Lähmung der Beine.

- Da die Höhe der Zugdeichsel auch in maximaler Stellung nicht der Höhe des Zugmaules am Schlepper entsprach, trat ein Traktorist zwischen Schlepper und Anhänger, um die Zugvorrichtung zu verstellen. Beim Rückwärtsfahren wurde er eingequetscht. Ursache: fehlende Abstimmung mit Fahrer, Aufenthalt im Gefahrbereich beim Kuppeln. Folgen: Fraktur Steißbein, Sehnenriss Becken.

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