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Gut Kerkow wird Bioenergie- und Biomassehof
Pressemitteilung vom 15.09.2005


Kerkow – Brandenburgs Agrar- und Umweltstaatssekretär Dietmar Schulze hat vorige Woche auf dem uckermärkischen Gut Kerkow den Grundstein für die hofeigene Biogasanlage gelegt: „Der Umbau des Landwirtschaftsbetriebs in Kerkow ist ein beispielhaftes Modellprojekt für die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Erneuerbaren Energien. Der Landwirt als Energiewirt ist heute Realität.“

In Brandenburg sind Landwirte verstärkt bemüht, neben der Produktion von Lebensmitteln und Futter zusätzliche Möglichkeiten für Arbeit und Einkommen zu erschließen. Als besonders erfolgversprechend zeigt sich dabei der Bereich der nachwachsenden Rohstoffen beziehungsweise der erneuerbaren Energien. Die Landwirtschaft ist heute wieder auf dem besten Weg, an ihre frühere Funktion als wichtiger Energie- und Rohstofflieferant für Handwerk und Wirtschaft anzuknüpfen.

Johannes Nieddeggen übernahm 1993 das ehemalige volkseigene Gut Kerkow. Von Beginn an war es sein Anliegen, die stofflichen Prozesse seines Hofes zu geschlossenen Wirtschaftskreisläufen zu verbinden. Konsequent wurde die Milch- und Fleischviehhaltung durch eine eigene Verarbeitungs- und Vermarktungsstrecke erweitert. Zusätzlich wurde eine Wildverarbeitung und Vermarktung aufgebaut. Eine Gaststätte mit Veranstaltungsräumen und eine Pension ergänzen das Angebot.

Das bisher Erreichte soll um die Elemente der Bioenergieerzeugung und der eigenen Nährstoff- und Düngergewinnung ergänzt werden.

Damit nutzt Gut Kerkow die Chance einer weiteren zusätzlichen Wertschöpfung durch dezentrale Energie- und Nährstoffproduktion und wird sich schon bald zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen, seinen Dünger-, insbesondere den Stickstoffbedarf, selbst decken und darüber hinaus die überschüssige Energie und Dünger verkaufen.

Zum 1. Bauabschnitt gehören eine Beschickungsanlage, der Fermenter und das Blockheizkraftwerk. Der Fermenter umfasst mit seiner 8 Meter hohen Mauer einen Durchmesser von 27 Metern und hat eine Kapazität von 3.500 Kubikmetern. Das Blockheizkraftwerk hat eine Leistung 626 Kilowatt/Stunde elektrisch und 700 Kilowatt/Stunde thermisch. Ab November 2005 liefert es bei voller Leistung jährlich 4,9 Millionen Kilowatt Energie. Dies entspricht dem sechsfachen des Energieeigenbedarfes von Gut Kerkow. Die überschüssige Energie von 4 Millionen Kilowatt werden in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Das Investitionsvolumen umfasst für den ersten Bauabschnitt 1,5 Millionen €. Das Vorhaben wird vom Land Brandenburg als Modellprojekt gefördert.

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