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Sind die Ostdeutschen undankbar?
Pressemitteilung vom 16.09.2004


Jeder dritte Westdeutsche empfindet die Mehrheit der Ostdeutschen als "undankbar". Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der WELT ergeben.

Weitere 35 Prozent sagen, die Mehrheit der Ostdeutschen sei "zu träge" und würde "zu wenig Eigeninitiative" entwickeln. Damit erhält die Diskussion um eine neuerlich wieder wachsende Spaltung Deutschlands in West und Ost weitere Nahrung.

Als zu hoch bewerten 52 Prozent der befragten Westdeutschen die jährliche Höhe der Transferleistungen für Ostdeutschland von rund 80 Milliarden Euro. 35 Prozent betrachten den Beitrag als angemessen, und vier Prozent meinen, es sei zu wenig. Der Bundeskanzler hatte sich in den letzten Wochen mehrfach genötigt gesehen, die Leistungen des so- genannten Solidarpakts II als unumstößlich und gerechtfertigt zu bezeichnen. Dennoch meinen 43 Prozent der Befragten, die Mehrheit der Ostdeutschen nehme "zu wenig Rücksicht auf die Sorgen und Nöte der Westdeutschen".

Peer Steinbrück, SPD-Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen, warnte davor, die Stimmung im Westen zu unterschätzen. Schließlich hätten etwa die Steuerzahler an Rhein und Ruhr viele Milliarden Euro für den Osten gezahlt.

"Viele Städte im Westen haben heute enorme Schulden, die sie ohne die Transferleistungen in die neuen Länder nicht hätten. Wenn deren Bürgermeister sich im Osten die sanierten Innenstädte, die neuen Straßen oder die Glasfaserkabelnetze anschauen, sagen die: Das hätten wir auch gern", erklärte Steinbrück jüngst. Oliver Wittke, CDU-Oberbürgermeister von Gelsenkirchen, erklärte dazu der WELT: "Wir sind bereit, für jede Stadt im Osten zu zahlen, der es dreckiger geht als uns."

Zugleich sind 35 Prozent der Westdeutschen der Meinung, die Mehrheit der Ostdeutschen habe guten Grund, sich über ihre Situation zu beklagen. Auch meint fast jeder zweite Westdeutsche (49 Prozent), dass die Mehrheit der Ostdeutschen das Beste aus der Situation nach der Wende vor 15 Jahren gemacht hat.

Quelle: TNS Emnid

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