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1250 Milliarden Euro
Pressemitteilung vom 16.09.2004


1250 Milliarden Euro - hat der Aufbau Ost bislang gekostet, jedes Jahr fließen nach Einschätzung der von der Regierung eingesetzten Dohnanyi-Kommission zwischen 80 und 90 Milliarden Euro in die neuen Bundesländer. Der Großteil dieses Geldes dient der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme, nur ungefähr 20 Prozent werden in die Infrastruktur investiert. Das waren zwischen 1993 und 2003 rund 240 Milliarden Euro. Allein in den Neu- und Umbau von Eisenbahnstrecken wurden bis 1998 umgerechnet rund 20 Milliarden Euro gesteckt.

Den gigantischen Transferleistungen stehen durchaus positive Entwicklungen gegenüber: Die Wertschöpfung der ostdeutschen Wirtschaft stieg von 33 Prozent im Jahr 1991 auf etwa 63 Prozent im Jahr 2003, auch die Produktivität (gemessen in Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner) nahm bis zum Jahr 2000 um 30 Prozent zu. Sie liegt allerdings immer noch lediglich bei 68 Prozent des West-Niveaus. Der "materielle Lebensstandard" in Ostdeutschland stieg nach Angaben der Dohnanyi-Kommission auf 80 Prozent des West-Levels. Auch die Rentner bekommen mehr Geld: Die Durchschnittsrente im Osten beträgt heute 1033,65 Euro, in der DDR waren es umgerechnet etwa 250 Euro.

Die Kehrseite: Derzeit beträgt die Arbeitslosigkeit in den neuen Ländern durchschnittlich 18,3 Prozent. Viele Arbeitsplätze gingen infolge der mehr als 14 600 Privatisierungen von Betrieben durch die Treuhand verloren. Von 4,3 Millionen Beschäftigten fanden nur 860 000 einen Arbeitsplatz in einer der privatisierten Firmen. An solchen Werten können auch die etwa in Jena, Leipzig oder Dresden entstandenen Forschungs- und Produktionszentren nichts ändern.

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