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Das Stimmungsbarometer im Westen der Republik
Pressemitteilung vom 16.09.2004


Ein Blick auf das Stimmungsbarometer im Westen der Republik zeigt: Innerhalb der alten Bundesländer sind die Bayern wohl am wenigsten gut auf die Ostdeutschen zu sprechen. Bei der repräsentativen Umfrage der WELT unter 1001 Westdeutschen, die zu ihrer Meinung über die Bewohner der neuen Länder befragt wurden, liegen die kritischen Werte im Freistaat oft über dem Durchschnitt aller alten Bundesländer. Während etwa 32 Prozent aller Westdeutschen sagen, die Mehrheit der Ostdeutschen sei "undankbar", sind in Bayern 41 Prozent dieser Ansicht. Und wenn in allen alten Bundesländern eine Mehrheit von 52 Prozent meint, die Höhe der Transferleistungen von etwa 80 Milliarden Euro, die pro Jahr für Ostdeutschland aufgebracht werden, sei "zu hoch", liegt dieser Wert in Bayern bei 61 Prozent.

Ähnlich hohe Werte lassen sich bei dieser Frage nur noch in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen (60 Prozent) und bei den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1000 Euro (60 Prozent) finden. Generell geht dieser einkommensschwache Teil der westdeutschen Bevölkerung äußerst kritisch mit den ostdeutschen Nachbarn ins Gericht. So bezeichnen in dieser Gruppe 48 Prozent die Ostdeutschen als "undankbar"; 58 Prozent (Durchschnitt 43 Prozent) sagen, "die Mehrheit der Ostdeutschen nimmt zu wenig Rücksicht auf die Probleme der Westdeutschen". Zudem glaubt in dieser Gruppe jeder Zweite, "die Mehrheit der Ostdeutschen ist zu träge und entwickelt zu wenig Eigeninitiative".

Auffällig: Bei den Westdeutschen sind sich alle Altersgruppen einig, daß "die Mehrheit der Ostdeutschen das Beste aus der Situation nach der Wende" gemacht hat. Während der Durchschnitt aller alten Bundesländer bei dieser Frage bei 49 Prozent liegt, sieht es nur die Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen etwas kritischer. Dort sagen nur 45 Prozent der Befragten, daß die Ostdeutschen das Beste aus der Situation gemacht hätten. Mehr Zuspruch bei dieser Annahme findet sich in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen (52 Prozent).

Auf die Frage, ob die "Mehrheit der Ostdeutschen guten Grund hat, sich über ihre Situation zu beklagen", driften die Meinungen auseinander. Während Single- und Zweipersonenhaushalte mit je 28 Prozent weitaus weniger Verständnis für die Klagen im Osten haben (Durchschnitt 35 Prozent), wächst das Verständnis dafür bei Personen, die in Familien leben. So sagen 43 Prozent der Dreipersonenhaushalte und gar 44 Prozent der Vierpersonenhaushalte, die Mehrheit der Ostdeutschen hat guten Grund, sich über ihre Situation zu beklagen.

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