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So werden Rausschmisse angekündigt
Affront gegen Ministerin Renate Künast
Pressemitteilung vom 18.09.2003


Gerald Thalheim, Parlamentarischer Staatssekretär im Verbraucherministerium, ist mitten rein ins Fettnäpfchen getreten. Ließ doch der LPG-freundliche Sachse in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ wissen, dass er von der ökologischen Agrarwende offensichtlich wenig hält. „Ob öko oder konventionell erzeugt“, mache bei den Produkten „keinen Unterschied“, sagte der 53-jährige Chemnitzer. Die Tageszeitung DIE WELT gab ihm dafür die Kopfnote 5: „Das ist nicht nur ein Schlag gegen alle frei laufenden Hühner, sondern auch ein Affront gegen Ministerin Renate Künast“. Diese hielt sich vorige Woche bei der Welthandelskonferenz in Mexiko auf, als sie die Nachricht erhielt. Deutlich und schnell ging das Ministerium auf Distanz zu Thalheim. Künast, eifrige Streiterin für die Öko-Landwirtschaft, werde nach ihrer Rückkehr ein klärendes Gespräch suchen, hieß es. So werden Rausschmisse angekündigt. Die grüne Ressortchefin hatte den SPD-Staatssekretär von Vorgänger Karl-Heinz-Funke übernommen. Der musste gehen, weil er die BSE-Krise nicht im Griff und für die Öko-Landwirtschaft wenig übrig hatte.

Streit um „Agrarwende
Auch die FAZ berichtet, dass sich Renate Künast von Äußerungen Thalheims distanziert habe. Der hatte zusätzlich behauptet, das Thema Nummer eins in Zukunft werde nicht die Agrarwende sein, sondern „überhaupt die Landwirtschaft im Land zu halten“. Bei den Subventionen für die ökologische Landwirtschaft müsse man „nicht mehr draufsatteln“. Die Landwirtschaft werde sich in Zukunft noch stärker an den Märkten ausrichten. In Deutschland gehe es vor allem darum, „den Standort zu sichern und die Chancen der EU-Ost Erweiterung zu nutzen“. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft äußerte, die Agrarwende sei „die Voraussetzung, den Landwirten eine Zukunft in Deutschland zu sichern“. Nur so könne trotz der globalen Wettbewerbsnachteile den deutschen Bauern eine Perspektive erhalten werden.

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