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Deutschlands Weine
Von Dieter Ellies
Pressemitteilung vom 13.09.2001


Deutschland verdankt seine Ursprünge im Weinbau den Römern. Bereits im ersten Jahrhundert nach Christus pflanzten römische Legionäre in den Flusstälern hinter dem Limes Reben an. Im Mittelalter waren es hauptsächlich Mönche in den Rheingauer Klöstern, die mit systematischem Weinanbau für die Entwicklung und Verbreitung der Weinkultur sorgten. Schon alleine geografisch bedingt zählte Deutschland nie zu dem typischen Weinanbauländern. Dennoch finden in dem eher kühlen Klima die Reben in den Flusstälern, in denen sich die Wärme staut und das Licht vom Wasser reflektiert wird, hervorragende Wachstumsbedingungen. So kann man hierzulande für sich in Anspruch nehmen einige der besten Weißweine der Welt zu erzeugen, zu denen vornehmlich die großen Riesling-Gewächse zählen. Daneben erreichen in den letzten Jahren viele Weiß- und Grauburgunder ein erstaunliches Qualitätsniveau. Spitzenwinzern gelingt es immer häufiger beeindruckende Rotweine von internationalem Anspruch zu erzeugen. Nicht länger nur die Aushängeschilder von der Mosel und aus dem Rheingau, sondern auch bedeutsame Weine von der Nahe, aus der Pfalz und Rheinhessen, aus Baden, Franken und nach der Wende aufblühende Standorte mit trockenen Spitzenweinen aus Meißen und Naumburg sorgen für eine Renaissance und ein gestiegenes Ansehen deutscher Weine. Hierbei wird deutlich, dass die Mode des nur „trockenen“ Trinkens ihre Attraktivität zu einem Teil verloren hat. Viele Genießer finden wieder zu halbtrocken, lieblich oder süß ausgebauten Weinen zurück, da diese Weine zu vielen Gerichten häufig besser passen als ihre trockene Rebsortenverwandschaft.

Die Qualitätsstufen deutscher Weine sind im deutschen Weingesetz geregelt. Je nach Gebiet und Rebsorten müssen die Weine bestimmte Mindestmostgewichte zum Erreichen einer bestimmten Qualitätsstufe aufweisen. Hierbei unterscheidet man die Q.b.A.- Weine (Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete), Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein. Die Geschmacksangaben werden allgemein mit trocken oder halbtrocken angegeben. Fehlt eine Geschmacksangabe auf dem Etikett, bedeutet das in aller Regel, dass es sich um einen milden, lieblichen oder süßen Wein handelt. Manche Winzer verzichten auch bei trockenen Weinen ganz auf die Geschmacksangabe.

In vino veritas
Im Wein liegt Wahrheit und Genuss, sagte schon Justus von Liebig, der große Agrochemiker des 19. Jahrhunderts. Er nannte den Wein die „Milch der Greise“ und lobte ihn als „Universalarznei für Gesunde und Kranke“. Schon Hippokrates empfahl seinen Patienten auf der Insel Kos vor zweieinhalbtausend Jahren den Wein gegen Schlaflosigkeit und Völlegefühl, Kopfschmerz und Verstimmung, Kreislaufbeschwerden und Darmentzündung.

Der alte Hero setzte ihn bei cholerischen Zuständen als Arznei ein. Der Preußenkönig Friedrich I. bekam von seinem Leibarzt Friedrich Hoffmann eine „Wein-Cur“ verordnet. Mediziner „verschreiben“ den Rebensaft gegen hohe Cholesterinwerte und Nierensteine. Auch gegen Verfettung und bei zu hohem Blutdruck, bei Verstopfung und Durchfall, gegen Durchblutungsstörungen der Beine oder gegen Osteoporose wird er dringend nicht nur von Homöopathen empfohlen. Auch für den Alterssex soll Wein in Maßen genossen ein Jungbrunnen sein.

„Weintrinker leben länger“ und „Abstinenzler sterben früher“ – schmeichelt die Winzerin Renate Willkomm. „Wein dient der Erhaltung der körperlichen Gesundheit und schmeichelt der Seele.“ Das National Institute on Drug Abuse veranstaltete eine Umfrage unter dänischen Weinfreunden mit dem Ergebnis: „Weintrinker sind geistig stabiler, intelligenter, haben in der Regel eine bessere Ausbildung, einen höheren sozialen Status und leben insgesamt gesünder als andere Gruppen. Und das gilt auch im Vergleich mit abstinent lebenden Konsumenten.“

Renate Willkomm lässt uns alle wissen: „Wein ist das Getränk des 21. Jahrhunderts: Bei einem vernünftigen, bewussten Konsum prägt er den Konsumenten ganzheitlich. Beim Konsum bis zur Bewusstlosigkeit aber leider auch“.

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