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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
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Bodenreformland geht vorrangig an Öko-Landwirte
Bund beendet LPG-Pachtmonopol der Flächenerwerbsverordnung /
Tanneberger fordert 100 Hektar Mindestausstattung für alle Familienbetriebe
Pressemitteilung vom 13.09.2001


Berlin. Bei der Verpachtung und dem Verkauf bundeseigner Flächen (Bodenreformflächen) werden zukünftig Öko-Betriebe bei sonst gleichen Voraussetzungen vorrangig berücksichtigt (Pressemeldung Nr. 193 des BMVEL vom 11.09.2001). „Ich bin hoch erfreut, dass das Bundesfinanzministerium unser Anliegen, den ökologischen Landbau zu fördern, auf diese Weise unterstützt“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin, Matthias Berninger.

Berninger hatte sich zuvor dafür eingesetzt, die bisherige Vergabepraxis der zuständigen Bundesvermögensverwaltung (BVS) und der Tochter BVVG entsprechend anzupassen. Bisher waren allein die Höhe des Pachtzinses und betriebswirtschaftliche Gründe ausschlaggebend für den Zuschlag bei der Bewerbung um Flächen, die sich im Eigentum des Bundes befinden. Zukünftig erhält mit dem Vorrang für Öko-Betriebe das Kriterium der umweltschonenden Bewirtschaftung höheres Gewicht.

VDL-Präsident Dieter Tanneberger begrüßte die Neuregelung, „weil sie geeignet ist, das LPG-Pachtmonopol nach 10 Jahren zu brechen“. Gleichzeitig forderte er, die Bestimmungen der Flächenerwerbsverordnung den flächenarmen Wiedereinrichtern anzupassen und ostdeutsche Familienbetriebe mit mindestens 100 Hektar Betriebsfläche auszustatten. Dass gerade der „grüne“ Matthias Berninger diese „Grausamkeiten“ den LPG-Nachfolgern verkündet hat und nicht der für das Beitrittsgebiet ansonsten zuständige Staatssekretär Gerald Thalheim, Chemnitz, wird in Kreisen der ostdeutschen Privatbauern mit besonderer Aufmerksamkeit vermerkt. Wie verlautet, soll sich Thalheim direkt verweigert haben, diese „guten“ Nachrichten selbst zu verbreiten.

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