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Ökologen fordern neue Konzepte für EU-Flächennutzung
In Deutschland gibt es bis zu 15 Prozent Umsonstlandschaften
Abschaffung von Flächenstilllegungsprämien oder Grünlandprämien gefordert
Pressemitteilung vom 14.09.2006


Greifswald - Angesichts des globalen Klimawandels haben Ökologen auf einer Tagung in Greifswald ein Umdenken in der EU-Flächennutzungspolitik gefordert. In den nächsten 50 bis 100 Jahren würden in den EU-Staaten nur noch 30 Prozent der jetzigen Flächen für die landwirtschaftliche Produktion benötigt, sagte Rudy van Diggelen von der niederländischen Universität Groningen in Greifswald. Dort haben Anfang September rund 400 Wissenschaftler auf der 5. Europäischen Konferenz zur ökologischen Renaturierung beraten.

Die Forscher sprachen sich für eine Abschaffung von Agrarsubventionen wie Flächenstilllegungsprämien oder Grünlandprämien aus. Diese Prämien blockierten die Wiederherstellung von zerstörten Ökosystemen. Nach Schätzungen des Trägers des Altennativen Nobelpreises, des Greifswalder Biologen Michael Succow, gibt es allein in Deutschland zehn bis 15 Prozent sogenannte Umsonstlandschaften.

In Polen sei der Anteil noch höher. Allein in Kasachstan seien in den vergangenen zehn Jahren rund 20 Millionen Hektar aus der intensiven Agrarproduktion genommen worden. "Der Klimawandel ist in vollem Gange. Deshalb müssten Ökosysteme wieder in Wert gesetzt werden - möglichst so, dass sie dem Menschen nützten." Succow plädierte für die Wiederherstellung von Mooren, Auen und Seen. Moore seien als Biomasseproduzenten mit 40 Tonnen Schilf pro Hektar höchst produktive Flächen.

Für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen fordert Succow hohe ökologische Standards. Es könne nicht sein, dass aus der landwirtschaftlichen Produktion entlassene Flächen von Großagrariern missbraucht würden, um mit dem Einsatz von Düngemitteln die Non-Food-Produktion rücksichtslos voranzutreiben.

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