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Behörden finden illegalen Genreis in Baden-Württemberg
Pressemitteilung vom 14.09.2006


In Deutschland haben Behörden erstmals einen Genreis-Fund amtlich bestätigt. Zwei von 41 Proben in Baden-Württemberg wurden positiv auf den verbotenen Gen-Reis getestet. Das teilte das Agrarministerium des Landes mit.

Die Lebensmittelkette Aldi Nord hatte zuvor nach Hinweisen der Umweltorganisation Greenpeace angeblichen Gen-Reis aus den Regalen genommen. In den in Baden-Württemberg gemachten Proben wurde dem Ministerium zufolge der ursprünglich in den USA gentechnisch veränderte Reis vom Typ LL 601 gefunden. Für ihn besteht weder in den USA noch in der EU eine Zulassung. In den vergangenen Tagen wurde europaweit der verbotene Gen-Reis entdeckt. Dem Stuttgarter Ministerium zufolge droht den Verbrauchern „nach dem derzeitigen Kenntnisstand“ keine gesundheitliche Gefährdung, weil die gefundenen Anteile an gentechnisch verändertem Reis sehr gering sind. Die Verunreinigung liege bei unter 0,05 Prozent. Dieser Wert decke sich mit Informationen, wonach in den USA Verunreinigungen durch LL 601 bei sechs von 10.000 Körnern festgestellt wurden. In 39 weiteren untersuchten Reisprodukten wurden keine gentechnischen Veränderungen nachgewiesen. Sechs dieser Proben stammten aus den USA, die restlichen Proben wurden überwiegend in Asia-Shops und China-Restaurants genommen.
Im August war die Auslieferung von 20.000 Tonnen Reis aus den USA in Rotterdam gestoppt worden, weil die Ladung im Verdacht stand, LL 601 zu enthalten. Die EU-Kommission hatte zuvor für alle Ladungen von Langkornreis aus den USA einen Nachweis angeordnet, dass keinerlei gentechnisch veränderte Ware enthalten ist.
Die Brüsseler Behörde schließt aber nicht aus, dass schon vor dieser Anordnung Gen-Reis aus den USA auf den EU-Markt gelangt sein könnte. Das US-Landwirtschaftsministerium und Bayer beteuerten, der Reis berge keine Gefahr für Mensch und Umwelt. Der gegen Pflanzenschutzmittel widerstandsfähige Reis wurde von der US-Firma Aventis Cropscience hergestellt, die inzwischen vom Chemiekonzern Bayer übernommen wurde.
Deutschlands größter Handelskonzern Metro nahm die Vorwürfe gegen den Konkurrenten zum Anlass für interne Überprüfungen. Außerdem habe das Unternehmen die Lieferanten angeschrieben, sagte ein Sprecher in Düsseldorf. Doch gebe es keinerlei Hinweise auf Verunreinigungen mit Gen-Reis im Angebot des Handelsriesen. Bei Untersuchungen auf drei Frachtschiffen im Rotterdamer Hafen sei Reis positiv auf den Gen-Reis LLRice 601 getestet worden. Drei Teilladungen der insgesamt 20 000 Tonnen Reis seien verunreinigt gewesen. 20 Teilladungen seien hingegen negativ getestet worden. Die verunreinigte Ladung werde zerstört oder in die USA zurückgeschickt, hieß es. LLRice 601 ist auch in den Vereinigten Staaten für den menschlichen Verzehr nicht freigegeben.

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